Technologiekonzern: Siemens hofft auf Aufträge aus Konjunkturpaketen

Technologiekonzern: Siemens hofft auf Aufträge aus Konjunkturpaketen

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Der Elektronikkonzern Siemens hofft auf milliardenschwere Auftrage aus den Konjunkturprogrammen

Siemens hofft auf milliardenschwere Aufträge aus staatlichen Konjunkturpaketen. Bis 2012 dürften Orders aus Konjunkturprogrammen über insgesamt 15 Milliarden Euro verbucht werden.

Dies teilte Siemens heute mit. Der teilweise starke Rückgang der privaten Nachfrage werde durch staatliche Maßnahmen zumindest abgefedert. „Dies sollte auch eine stabilisierende Wirkung auf das Siemens-Geschäft haben“, erklärte Vorstandschef Peter Löscher. Es sei allerdings nicht absehbar, ob die steuerfinanzierten Hilfspakete in den Büchern des Unternehmens die Folgen der allgemeinen Wirtschaftsflaute ausgleichen könnten, sagte Löscher in einer Telefonkonferenz.

Siemens geht zudem davon aus, dass sich die Programme nicht vor dem im Oktober neu beginnenden Geschäftsjahr auswirkten. Im laufenden und kommenden Quartal werde sich das Geschäft weiter abschwächen, bekräftigte Löscher. Generell scheine sich inzwischen allerdings die Abwärtsentwicklung zu verlangsamen. „Es besteht also die berechtigte Hoffnung, dass wir uns der Talsohle nähern“, sagte Löscher. Das Volumen der globalen Konjunkturprogramme, um das sich Siemens weltweit mit seinen Produkten bemühen könne, betrage 150 Milliarden Euro.

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Gemessen am Weltmarktanteil des Konzerns ergebe sich für Siemens rechnerisch ein potenzielles Auftragsvolumen von etwa einem Zehntel der Summe. Allein aus den USA hofft das Münchener Unternehmen auf Aufträge über sechs Milliarden Euro, aus Deutschland und China über jeweils zwei Milliarden Euro. Befürchtungen, ausländische Regierungen könnten Aufträge aus ihren Programmen vor allem an heimische Firmen wie etwa den US-Rivalen GE vergeben, trat Löscher entgegen, indem er Siemens als „lokalen Global Player“ präsentierte.

So beschäftige sein Haus in den Vereinigten Staaten 70.000 Menschen. Von den 15 Milliarden Euro an Neuaufträgen dürften Siemens zufolge sechs Milliarden Euro auf Umwelttechnik entfallen. Der Anteil der entsprechenden Produktpalette am Konzernumsatz werde daher deutlich zunehmen. Nach bisherigen Plänen soll der Umsatz mit Produkten wie Windkraftanlagen, Energiesparlampen aber auch Gasturbinen und Hochgeschwindigkeitszügen bis 2011 auf 25 Milliarden Euro von zuletzt 19 Milliarden Euro steigen.

Für die kommenden Jahre rechnet Siemens allerdings mit allenfalls mäßigen Zuwächsen bei den Neuaufträgen und beim Umsatz. Während dem „grünen Portfolio“ ein Wachstum von zehn Prozent bevorstehe, würden im Konzern Auftragseingang und Umsatz hinter dieser Rate zurückbleiben, erklärte Finanzchef Joe Kaeser. Unter „grünen Portfolio“ versteht Siemens allerdings nicht nur Technik zur Erzeugung erneuerbarer Energie oder Anlagen zur Wasseraufbereitung sondern auch Produkte, die „besonders energieeffizient“ sind, etwa weniger Strom verbrauchen als bislang am Markt gängige Geräte.

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