Technologiekonzern: Siemens mit Milliardenlast und trübem Ausblick

Technologiekonzern: Siemens mit Milliardenlast und trübem Ausblick

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Mit Abschreibungen in Milliardenhöhe und einem schwachen Ausblick hat Siemens am Donnerstag die Anleger enttäuscht.

Der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher sieht Europas größten Technologiekonzern zwar weiterhin auf Kurs zu einem Rekordgewinn in diesem Jahr. Siemens spüre „in der zweiten Jahreshälfte aber eine geringere Dynamik“, und „die Risiken des weltwirtschaftlichen Umfelds nehmen derzeit eher zu“, sagte Löscher am Donnerstag in München. Im Kerngeschäft läuft es für Siemens zwar weiterhin gut. „Die Nachfrage nach Industriegütern hat auch zuletzt weiter zugenommen“, sagte Löscher.

Trotzdem brach der Konzerngewinn im dritten Quartal um zwei Drittel auf nur noch 501 Millionen Euro ein. Schuld waren drei Sondereffekte. Die Medizinsparte musste 381 Millionen Euro auf eine neue Krebsbestrahlungstechnik abschreiben. Die in einigen Kliniken bereits eingesetzte Partikeltherapie sei zwar ein vielversprechendes Forschungsprojekt, aber für einen breiteren Einsatz sei es doch noch zu früh, erklärte Löscher.

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Umsatz stagniert auf hohem Niveau

An den französischen Atomkraftwerksbauer Areva musste Siemens 682 Millionen Euro Strafe zahlen, weil Siemens ein Gemeinschaftsunternehmen 2009 vertragswidrig gekündigt hatte. Ob Siemens die stattdessen angestrebte Partnerschaft mit dem russischen Atomkraftwerksbauer Rosatom jetzt ebenfalls aufgibt, will Löscher in den nächsten Wochen mitteilen. Die bereits verkaufte IT-Sparte SIS kostete noch einmal 350 Millionen Euro, und das bei Nokia eingebrachte Netzwerkgeschäft NSN belastete Siemens mit 116 Millionen Euro.

Der Konzernumsatz wuchs im dritten Quartal nur noch leicht um zwei Prozent auf 17,8 Milliarden Euro. Die Weltwirtschaft wachse mit weniger Schwung, erklärte Löscher. Treiber blieben die Schwellenländer und bei den Sektoren die Ausrüstung von Fabriken und die Gaskraftwerke. Der Auftragseingang legte zwar um stolze 20 Prozent zu auf 22,9 Milliarden Euro. Aber den Löwenanteil des Wachstums hat Siemens einem Großauftrag der Deutschen Bahn für eine neue ICX-Zugflotte zu verdanken, der in diesem Quartal mit 3,7 Milliarden Euro zu Buche schlug. „Wir sind im dritten Quartal weiter gewachsen und auf Kurs, unsere Ziele für das Geschäftsjahr 2011 zu erreichen“, sagte Löscher.

Osram-Börsengang mit Fragezeichen

Der Gewinn aus fortgeführten Geschäften soll von 4,3 Milliarden auf die Rekordhöhe von mindestens 7,0 Milliarden Euro steigen - die Areva-Strafe von netto 0,5 Milliarden Euro schon mitgerechnet. Jahresumsatz und Auftragseingang sollen steigen. Doch die Börse zeigte sich von Quartalszahlen und Ausblick enttäuscht. Der Aktienkurs sank um zwei Prozent. Die großen Konkurrenten General Electric und ABB strotzen im Gegensatz zu Siemens vor Optimismus - nur Philips ist massiv auf Talfahrt.

Weil auch Osram schwächelt, schließt Siemens eine Verschiebung des Börsengangs der Lampentochter nicht mehr aus. Höhere Rohstoffkosten und zunehmender Preisdruck halbierten das operative Ergebnis von 118 auf 61 Millionen Euro. Der Umsatz stieg leicht von 1,15 auf 1,16 Milliarden Euro. Aber „das Marktumfeld hat sich etwas eingetrübt“, sagte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser und versah den Zeitplan mit einem Fragezeichen: „Wenn es sich um ein zyklisches Überschreiten des Peaks in der Beleuchtungstechnik handelt, müsste man das Timing noch mal überprüfen.“ Geplant sei der Börsengang weiter für Herbst, sagte Löscher.

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