Telekommunikation: Versatel will auch größeren Kabelnetzbetreiber übernehmen

Telekommunikation: Versatel will auch größeren Kabelnetzbetreiber übernehmen

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Versatel-Gebäude in Düsseldorf

DSL-Anbieter und Telekom-Konkurrenten werden nach einer internen Studie der WestLB in den nächsten anderthalb Jahren versuchen, die großen TV-Kabelnetzbetreiber zu übernehmen, um die sogenannte „letzte Meile“ zu den Kunden per TV-Kabel statt über das Telefonkabelnetz der Telekom zu überbrücken.

„Beim Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen sind Zusammenschlüsse zwischen Telekom- und Kabelgesellschaften eine hochinteressante und kosteneffiziente Lösung“, schreibt WestLB-Analyst Stefan Borscheid in der Studie, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Die WestLB erwartet bereits in den kommenden 18 Monaten Großfusionen zwischen alternativen Telefongesellschaften auf der einen und Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel Baden-Württemberg auf der anderen Seite.

Entsprechende Pläne bestätigt der fünftgrößte DSL-Anbieter in Deutschland, die Düsseldorfer Versatel. „Wir prüfen die Übernahme weiterer, auch größerer Kabel-TV-Anbieter“, sagte Versatel-Chef Peer Knauer der WirtschaftsWoche. Die Übernahme der kleinen Berliner TV-Kabelgesellschaft AKF Telekabel im Juni sei „ein Testlauf“ gewesen. Großanbieter von DSL-Anschlüssen wie die Vodafone-Tochter Arcor und Telefónica, die derzeit noch überwiegend ihre DSL-Kunden über Hausanschlüsse der Telekom versorgen, haben Projektgruppen eingesetzt, die die Möglichkeiten prüfen, anders als über die Telekom den Endkunden zu erreichen. Dabei scheidet aus Kostengründen die Möglichkeit aus, eigene Hausanschlüsse zu legen.

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Laut Versatel-Chef Knauer ist die Übernahme einer Kabelgesellschaft deutlich günstiger, als die Verlegung neuer Glasfasernetze. „Pro Kunde haben wir 400 Euro gezahlt“, rechnet Knauer am Beispiel der Berliner AKF Telekabel vor. „Das Verbuddeln eigener Glasfaser bis in die Keller unserer Kunden würde dagegen 1.000 bis 2.000 Euro pro Haushalt kosten.“

Im Fokus von Übernahmefantasien stehen vor allem die drei überregionalen TV-Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel Baden-Württemberg, die insgesamt 25 Millionen Haushalte erreichen. Dass er im Mittelpunkt einer möglichen Übernahme steht, ist Unitymedia-Chef Parm Sandhu bewusst. „Die Kabel-TV-Netze sind besser für hohe Datentransfers geeignet als die DSL-Netze der Telefongesellschaften“, sagte Sandhu der WirtschaftsWoche. „Wir könnten jedem Haushalt schon heute fünf Gigabit pro Sekunde in unserem Netz reservieren.“

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