Tesla-Chef Elon Musk: Kräftig durchgeschüttelt

Tesla-Chef Elon Musk: Kräftig durchgeschüttelt

, aktualisiert 01. September 2016, 20:04 Uhr
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Wird kritisiert und zuckt mit den Schultern: Tesla-Chef Elon Musk.

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Eine Rakete von SpaceX explodiert, Anleger wollen Geld von Tesla zurück haben, Solar City findet keine Investoren – derzeit hagelt es schlechte Nachrichten für Elon Musk. Der verweist auf seine langfristige Planung.

New YorkSchwarze Wolken stiegen in Cape Canaveral auf, Flammen war aus der Ferne zu sehen, Besucher und Mitarbeiter des Weltraumbahnhofs hörten eine Riesenknall: Eine Rakete von SpaceX explodierte am vergangenen Donnerstagmorgen in Florida.

Nicht die einzige schlechte Nachricht für SpaceX-Gründer Elon Musk. Der von ihm geführte Elektroautohersteller Tesla muss laut einer neuen Börsenpflichtmitteilung im laufenden Quartal 422 Millionen Dollar an Anleiheinhaber zahlen, die lieber Bargeld statt Tesla-Aktien haben wollen. „Tesla plant derzeit im laufenden Jahr zusätzliche Geldmittel aufzunehmen“, hieß in dem Papier von dem Unternehmen an die US-Börsenaufsicht SEC.

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Im Klartext: Es werden neue Aktien oder Schuldscheine ausgegeben. Das verschreckte die Anleger, wie auch neue Details in der Börsenmitteilung zur Teslas geplanten Übernahme von Solar City. Die Aktie von Tesla zeigte sich nach der Veröffentlichung schwach und gab am Donnerstag um mehr als vier Prozent nach.

Laut dem Papier habe Solar City aufgrund der laufenden Verhandlungen keinen Zugang zu Kapitalmärkten mehr gehabt, 15 institutionelle Anleger winkten ab. Um Solar City am Leben zu halten, gab es eine Unternehmensanleihe in Höhe von 124 Millionen Dollar mit einer Laufzeit von 18 Monaten heraus. Die Anleihe kaufte zur Hälfte Musk, um sein „Vertrauen in das Unternehmen“ zu zeigen, wie er sagt. Dreißig Prozent erwarben seine beiden Cousins und Solar City-Gründer Lyndon und Peter Rive.

Neben Tesla gab es drei potenzielle Interessenten für die Solarfirma, die aber nicht so viel bieten wollten. Tesla zahlt nach derzeitigem Aktienkurs knapp 2,4 Milliarden Dollar für Solar City. Der Deal muss bis zum April 2017 vollzogen sein, die Aktionäre müssen auf außerordentlichen Versammlungen darüber abstimmen. Ein Termin ist noch nicht festgesetzt.


Musks Traum: eine Reise zum Mars

Die Rakete von SpaceX sollte eigentlich am kommenden Samstag einen israelischen Kommunikationssatelliten ins Weltall bringen. Der von Israel gebaute Kommunikationssatellit sollte im Auftrag von Facebook für eine Verbesserung des Internetzugangs in Afrika sorgen. Die Explosion dürfte aber kaum etwas an der guten Auftragslage ändern, SpaceX bietet Raumfahrtflüge für deutlich weniger Geld als Konkurrenten wie ULA, ein Venture von Boeing und Lockheed Martin. Nach vielen erfolgreichen Starts und dem erstmaligen Recycling einer Rakete etabliert sich das 2002 von Musk gegründete Unternehmen in der Branche.

Der Traum von Musk ist eine Reise zum Mars, die preiswerte Raketen schon in wenigen Jahren ermöglichen sollen. Auf der Erde träumt er von einer Welt ohne fossile Brennstoffe. Ein Kunde soll tagsüber mit einem Tesla fahren, um das Fahrzeug nachts zuhause mit seinem Solarstrom aufzuladen. Die Solarpanel und Speicherlösungen von Solar City sollen aus „einer Hand“ in Tesla-Filialen zu kaufen sein. Die Zusammenlegung von Tesla und Solar City sei „der beste Weg für Tesla, integrierte Produkte mit sauberer Energie auf den Markt zu bringen“, sagte das Unternehmen.

Musk verteidigte den Deal im Interview mit dem „Wall Street Journal“: Schon 2006 habe er Solarenergie als wichtigen Bestandteil für Tesla vorhergesehen. Mit der Übernahme würden Interessenkonflikte aus der Welt geschaffen, die zuvor bei Geschäften der beiden Firmen existierten: Musk hält große Aktienanteile sowohl an Tesla als auch Solar City.

Einige Analysten und Anleger sehen die Übernahme von Solar City als Rettungsaktion von Tesla und stellten die Finanzierung in Frage. Die Bank Barclays sagt für Solar City einen negativen Cashflow 2016 von 1,8 Milliarden Dollar voraus. Auch Tesla verbrannte allein in den vergangenen sechs Quartalen drei Milliarden Dollar. Laut Barclay 2018 würden Tesla und Solar City zusammengenommen bis zu 3,4 Milliarden Dollar an Cash brauchen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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