Textilbranche: H&M unter Druck – Zara triumphiert

kolumneTextilbranche: H&M unter Druck – Zara triumphiert

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Filiale der schwedischen Modekette Hennes und Mauritz (H&M)

Kolumne

Lange Zeit galt H&M als Wunderkind in der Textilbranche. Nun erhält die Erfolgsstory Risse: Bei den Verbrauchern kommt H&M nicht mehr so gut an. Konkurrent Zara feiert hingegen einen großen Erfolg, schreibt Tim Oesterlau von YouGov.

Wer Versace tragen will, muss längst nicht mehr die edlen Boutiquen auf Deutschlands Luxus-Shoppingmeilen in Düsseldorf oder München aufsuchen – die gewöhnliche H&M-Filiale um die Ecke reicht schon aus. Wenn der schwedische Bekleidungsriese in den kommenden Wochen Kleidung im Design von Donatella Versace zu Schnäppchenpreisen verkauft, ist die Aufmerksamkeit der mittlerweile in fast allen größeren Innenstädten präsenten Kette sicher.

Dabei dürfte es H&M bei dieser Aktion in der Tat weniger um Verkaufszahlen, als vielmehr um Imagepflege gehen – schließlich wird es in der Branche immer schwieriger sich von Konkurrenten abzuheben. Anbieter wie die spanische Inditex-Gruppe (Zara und Massimo Dutti) oder das dänische Unternehmen Bestseller (Jack & Jones und Vero Moda) sind in dem Segment günstiger Kleidung längst ebenfalls erfolgreich. In Deutschland spielt zudem C&A eine gewichtige Rolle – neben vielen anderen Ketten wie etwa New Yorker.

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Negativschlagzeilen kratzen am Image

Eine Markenanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt nun, dass H&M in Deutschland aus Sicht der Konsumenten an Beliebtheit verliert. So erreicht H&M aktuell mit rund 36 BrandIndex-Punkten den niedrigsten Imagewert seit zwei Jahren. Zum Vergleich: Im ersten Quartal dieses Jahres war H&M mit einem Höchstwert von 46 Punkten noch wesentlich beliebter. Seit Juli ist jedoch ein deutlicher Rückgang der Imagewerte zu beobachten.

In den vergangenen Monaten machte H&M öfter mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Vor allem eine Nachricht über Chemikalien in der Kleidung, die im Zusammenhang mit einer Greenpeace-Aktion stand, scheint die Verbraucher verunsichert zu haben – obwohl H&M schließlich reagierte und bis zum Jahr 2020 die Produktionsmethoden ändern will. Für H&M bedeuten die Image-Querelen keine guten Nachrichten, schließlich zählt Deutschland zu den wichtigsten Märkten des schwedischen Konzerns. Besonders ärgern dürfte das Unternehmen allerdings, dass Erzkonkurrent Zara in den vergangenen zwei Jahren beliebter geworden ist. Und nicht nur das: Erstmalig erreicht Zara in diesen Tagen eine bessere Imagebewertung als H&M – ein großer Erfolg für die Spanier.

Hollister will deutschen Markt erobern

Dabei wird das Image der Anbieter weiter an Bedeutung gewinnen, denn der Wind dürfte in nächster Zeit noch rauer werden: Der amerikanische Filialist Abercrombie & Fitch bläst zum Angriff auf den deutschen Markt. In Deutschland feierte das Unternehmen bereits erste Erfolge mit dem Ableger Hollister, vor dem sich Kunden zeitweise in einer Schlange anstellen müsse, um hinein zu gelangen. Bislang unvorstellbar im deutschen Textileinzelhandel.

Mit neuen Abercrombie-&-Fitch-Läden wird das amerikanische Unternehmen den deutschen Markt nun weiter aufwirbeln. Beruhigend für die Konkurrenz ist da nur, dass weder Hollister noch Abercrombie & Fitch bislang in Sachen Markenimage besonders gut abschneiden – zumindest nicht über alle Bevölkerungsgruppen hinweg.

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