Thalia-Chef Busch: "Kultur und Kommerz verknüpfen" - Seite 2

Thalia-Chef Busch: "Kultur und Kommerz verknüpfen"

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Michael Busch Quelle: Pressefoto Douglas Holding
Michael Busch Quelle: Pressefoto Douglas Holding

Was sollen wir uns darunter vorstellen?

Wir bieten alle modernen Darreichungsformen an. Früher gab es in Buchläden doch nur das Taschenbuch und die gebundene Ausgabe. Dann kamen DVDs und Hörbücher hinzu, neuerdings Spiele und E-Books. Alles das gibt es bei Thalia in den Läden und natürlich auch bei Thalia.de im Internet. Das sind unsere Grundangebote, sozusagen die Basics. Darüber hinaus testen wir derzeit das Zusammenwachsen von digital und gedruckt, Internet und klassischem Buchhandel. Wir nennen dies Multichannel-Strategie und testen die neuen Angebote im hessischen Weiterstadt.

Davon schwärmt der Chef Ihrer Konzernmutter Douglas, Henning Kreke, dort werde der stationäre Handel mit dem Online-Verkauf „auf noch nicht da gewesene Weise“ verknüpft. Uns erschließt sich noch nicht, was daran wirklich neu sein soll?

Eine ganze Menge: Unsere Kunden können in Weiterstadt an Computerterminals selbst Rezensionen schreiben...

...was bei Amazon doch auch jeder Kunde kann.

Der Unterschied ist, dass Kunden bei uns neben ihren eigenen Buchtipps auch persönliche Buchbesprechungen von Thalia-Buchhändlern finden und damit deren Beratungskompetenz nicht nur in der Buchhandlung, sondern auch im Internet nutzen können – und das 24 Stunden täglich.

Was noch?

Sie können sich in Weiterstadt unter vier Hörduschen zurückziehen. So können Sie sich in aller Ruhe mit Hörproben und Besprechungen von Büchern und Hörbüchern berieseln lassen. Daneben gibt es Touchscreens für Buchbesprechungen der Thalia-Mitarbeiter und eine interaktive Landkarte, wo Krimifans über ein Land, etwa Schweden, ein Buch finden können. Nicht zu vergessen ein Terminal, an dem sich Kunden 200 internationale Zeitungen und Zeitschriften ausdrucken können.

Ist das nicht nur Marketing-Firlefanz? Was davon setzt sich dauerhaft durch – und was rechnet sich für Sie?

Für ein endgültiges Resümee ist es noch zu früh. Sehr gut angenommen werden jedenfalls multimediale Elemente wie die „Landkarte des Verbrechens“, oder die Terminals, über die sich Kunden Buchbesprechungen von den Buchhändlern vor Ort holen können. Das werden wir möglicherweise so weit ausbauen, dass jeder unserer Buchhändler sich auch eine Internet-Seite einrichten kann, sodass Stammkunden dort rund um die Uhr die Empfehlungen ihrer Lieblingsbuchhändler abrufen können.

Lange Zeit war Thalia für sein Wachstum bekannt. 2009 kamen aber nur noch drei neue Läden hinzu. Bremsen Sie nun die Expansion und konzentrieren sich stärker auf Ihre eigenen Flächen und Konzepte?

Kunden kaufen vermehrt im Internet ein, und daher bauen wir unseren Online-Shop mit derzeit rund fünf Millionen Artikeln kontinuierlich aus. Aber wir setzen auch künftig auf unsere traditionellen Buchhandlungen, jedoch wird das Wachstum hier nicht mehr so stark sein wie in den letzten Jahren. Damit ist Thalia die Antwort auf die Frage, ob es morgen nur noch Internet-Buchhändler gibt.

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1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 15.03.2010, 09:01 UhrAnonymer Benutzer: gaugola

    Rede viel, sage wenig und verrate niemals deine wahre Strategie.
    Übrigens: ist jemand aufgefallen, wie intensiv sich Mb mit Kriegsstrategien beschäftigt? ich wette sein Lieblingsbuch ist " Die Kunst des Kriegse" :-))

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