ThyssenKrupp: Blohm + Voss wird nicht verkauft

ThyssenKrupp: Blohm + Voss wird nicht verkauft

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp ändert seine Strategie: Die Hamburger Werftentochter Blohm + Voss soll nun doch nicht verkauft werden. Die Werft bleibt ein Teil des Marineschiffbaus und bleibe im Konzern.

Dies erfuhr die WirtschaftsWoche aus Aufsichtsratskreisen des Konzerns. Blohm + Voss bleibe im Teilkonzern ThyssenKrupp-Marineschiffbau (TKMS), den ThyssenKrupp-Vorstand Olaf Berlien führt. Der Manager gilt als möglicher Nachfolger von Konzernchef Ekkehard Schulz. Nach Informationen der WirtschaftsWoche steht nur der Bau von Luxusyachten bei Blohm + Voss zum Verkauf. Für diesen kleineren Teilbereich habe Scheich Zajed al-Nahjan aus Abu Dhabi Interesse angemeldet.

Auch dem Containerschiffbau der Kieler Werfttochter HDW ewrden im ThyssenKrupp-Management keine Chancen mehr eingeräumt. Wenn sich für diesen "weißen Bereich", der im Gegensatz zum Militärschiffbau ("grauer Bereich") keinen Käufer fände, würde der Containerschiffbau in Kiel eingestellt, sagte eine mit der Sache vertraute Person der WirtschaftsWoche. Im Gegenzug zu dieser Standortgarantie für den Militärschiffbau der TKMS soll die Bundesregierung den Auftrag für den Neubau einer Fregatte von 2014 auf nächstes Jahr vorziehen, heißt es im Umfeld des Bundesverteidigungsministeriums.

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Damit deutet sich ein Deal zwischen der ThyssenKrupp-Führung und der Bundesregierung an, der vor allem Kanzlerkandidat und Außenminister Frank-Walter Steinmeier zugestimmt habe. Die Kieler HDW-Werft ist bekannt für den Bau von Brennstoffzellen-U-Boote, deren Technologie weltweit einmalig ist. "Der vorzuziehende Fregtattenauftrag soll dafür sorgen, dass die Brennstoffzellen-Technik in Deutschland gehalten wird", sagte ein Konzerninsider der WirtschaftsWoche.

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