ThyssenKrupp: Hiesinger in der Umbau-Flaute

ThyssenKrupp: Hiesinger in der Umbau-Flaute

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Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der Thyssen Krupp AG

von Andreas Wildhagen

Bei Thyssen-Krupp stockt der Umbau. Gerade ist der Verkauf der ungeliebten Werftsparte an das arabische Unternehmen Abu Mar geplatzt.

Es ist eben alles viel schwieriger als gedacht: Eigentlich hatte der neue ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger ein fertiges Konzept von seinem Vorgänger Ekkehard Schulz quasi als Erbe erhalten. Seit Ende Januar steuert der 51-jährige, frühere Siemens-Industriechef den Stahl- und Technologiekonzern aus der neuen futuristischen Zentrale in Essen aus. Das Schulz-Konzept sah vor, dass sich der Stahlriese mit einem Umsatz von 46 Milliarden Euro und 177.000 Mitarbeitern von einer Reihe von Tochterunternehmen trennt. Unternehmen mit einem Umsatz von zusammengerechnet zehn Milliarden Euro will der Konzern abstoßen - aus zwei Gründen: Nicht immer gelang es der Führung des Konglomerats, die schwierigen Geschäfte operativ in den Griff zu bekommen, und zweitens drücken den Konzern Schulden in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Vor allem die Edelstahlsparte bringt nicht mehr den erhofften Gewinn. Da muss die Konzernleitung Federn lassen.

Der Deal mit Abu Mar ist geplatzt

Seit zwei Jahren suggerierten sowohl Schulz als auch Hiesinger, dass es zumindest bei der Werftsparte eine Lösung gibt. Der arabische Investor Abu Mar wollte HDW und Blohm&Voss übernehmen. Dass sich der Abschluss hinzog, wurde mit Details begründet, die noch zu klären seien, den Deal aber nicht im Grundsatz in Frage stellen.Verantwortlich für den Verkauf war und ist ThyssenKrupp-Technologie-Vorstand Olaf Berlien, ein Mann dem lange Zeit eine Kronprinzenrolle als Nachfolger von Hiesinger zugeschrieben wurde. Begründung war stets, dass Berlien es gelungen war, die Werftsparte quasi besenrein zu übergeben. Und nun ist der Deal mit den Arabern geplatzt. Sie wollen nur noch am Kauf der Kieler Werft HDW-Gaarden festhalten, das Marine-Geschäft der Hamburger Werft Blohm&Voss und den zivilen Reparaturbereich wollen sie nicht mehr haben - auch am Bau von Megayachten von Blohm&Voss, bisher ein Aushängeschild der Hamburger, die sich dadurch auch Auftrage von arabischen Sultanen und Scheichs erhofften, sind die Araber nicht mehr interessiert. Der Yachtbau, der ihnen bleibt, wird von HDW Gaarden erledigt. Im Klartext: ThyssenKrupp bleibt im Wesentlichen auf seinen Werften sitzen.

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Wird der zivile Schiffbau eingestellt?

Was ist nun die Zukunft von Blohm&Voss in Hamburg? "Die Traditionswerft könnte ihren Marinebereich nach Kiel abgeben", fürchtet ein Werftkenner von der Elbe. Und auch die Megayachten könnten an die Lürssen-Werft mit Standorten in Lemwerder und Rendsburg abgegeben werden", wird gemutmaßt. Der zivile Schiffbau - vor allem der Reparaturbetrieb, symbolilisert durch die riesigen schwarzen Docks gegenüber dem Hamburger Fischmarkt - wäre dann ein Einstellungskandidat. Vorbild wäre das Schicksal der Emder Nordseewerke, ebenfalls eine frühere ThyssenKrupp-Tochter, die den Schiffsbetrieb unter dem neuen mittelständischen Eigentümer Siag völlig eingestellt hat und nur noch Großkomponenten für Windräder baut. Die aber haben Zukunft. Es wird in diesem Fall gewöhnungsbedürftig für die Hamburger statt der großen Schiffe gegenüber St. Pauli-Landungsbrücken dann Windflügel in den Himmel ragen zu sehen.

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