Tiermedizin: Haustier-Medikamente als einträgliche Nische

Tiermedizin: Haustier-Medikamente als einträgliche Nische

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In den letzten jahren hat sich die Tiermedizin stark verändert. Für eine genaue Diagnose müssen Tierärzte mit modernen Geräten umgehen: Der Hund wird in einem Computertomographen untersucht.

von Jürgen Salz

Was es für den Menschen gibt, gibt es meist auch für Hunde. So auch Medikamente verschiedener Arten. Ein Rundblick zwischen Anti-Depressiva und Kontaktlinsen.

Medikamente im Wert von schätzungsweise mehr als 300 Millionen Euro schlucken Haustiere hierzulande jedes Jahr – Tendenz steigend. Für die Pharmahersteller sind die Renditen in der Tiermedizin oft höher als im klassischen Geschäft. Die Kosten sind überschaubar, da Medikamente für Hund und Katz zwar neu zugelassen werden müssen. Doch die Unternehmen können sich meist auf vorangegangene humanpharmazeutische Forschung stützen. „Tierpräparate haben in der Regel sehr gute Margen“, sagt David Moskowitz, Analyst bei der Investmentbank Caris, „sie sind weniger vom Wettbewerb durch Nachahmerprodukte bedroht, und die Markenloyalität ist groß.“

Im Angebot haben die Hersteller wie Pfizer, Sanofi, Novartis, Boehringer Ingelheim oder Bayer nicht nur Parasitenmittel, Impfstoffe und Hormone, sondern auch Medikamente gegen tierischen Bluthochdruck und Diabetes. Pfizer offeriert etwa Slentrol, einen Abspecksaft für Hunde, der das Sättigungsgefühl der Vierbeiner verstärkt.

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Für Hunde gibt es Antidepressiva mit Fleischgeschmack

Auch viele Psychomedikamente sind mittlerweile auf den Hund gekommen. Damit die Vierbeiner nicht durchdrehen, wenn Herrchen oder Frauchen außer Haus sind, bietet der Schweizer Novartis-Konzern Clomicalm an, die Pille gegen Trennungsängste. Relativ neu auf dem Hundemarkt ist Reconcile, das Verhaltensauffälligkeiten entgegenwirken soll. Zweibeinern ist das Mittel des US-Konzerns Eli Lilly als Antidepressivum Prozac (in Deutschland: Fluctin) bekannt. Für ihre neuen Kunden überzogen die Lilly-Forscher die Tablette eigens mit Rindfleischgeschmack. Nach Einnahme litten allerdings viele Hunde unter Appetitlosigkeit oder verfielen in Lethargie.

Goldene Zeiten sind auch für viele Medizintechnikhersteller angebrochen, seit Tierärzte nicht mehr nur Wurmkuren verordnen, sondern ihren Patienten mit Elektrokardiogramm und Ultraschall auf den Pelz rücken. Wo früher eingeschläfert wurde, kämpfen Ärzte heute mit Chemotherapien und Bestrahlung gegen Krebs. In Großkliniken schieben Spezialisten Hunde und Katzen in Kernspintomografen. Und das brandenburgische Unternehmen S&V Technologies stellt eigens für fehlsichtige Tiere Kontaktlinsen her.

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