Tourismus: Hapag-Lloyd bleibt für TUI ein Risikofaktor

KommentarTourismus: Hapag-Lloyd bleibt für TUI ein Risikofaktor

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Der Vorstandsvorsitzende der TUI AG, Michael Frenzel, vor dem neuen Logo des Touristikkonzerns

TUI-Chef Michael Frenzel verkündete heute zwar einen Quartalsgewinn in Höhe von 415 Millionen Euro. Doch der steht nur auf dem Papier, weil Frenzel einen buchhalterischen Erlös in Höhe von 990 Millionen Euro aus dem Teil-Verkauf der Reederei in die Bilanz stellen durfte. Dadurch glänzt die Bilanz im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Risiken aus der Schifffahrtssparte bedrohen das TUI-Geschäft hartnäckig.

Die Weltwirtschaftskrise hat die Reederei schon im ersten Quartal mit voller Breitseite getroffen: Der Umsatz von Hapag-Lloyd ging um 23 Prozent zurück, das Ergebnis sank um 240 Millionen Euro und wies damit tief rote Zahlen aus. Ab April wird das "einzubeziehende" Ergebnis der Hapag-Lloyd "negativ ausfallen", heißt es bei TUI offiziell.

Mit anderen Worten: Keiner weiß, wie hart es damit auch die TUI treffen wird, aber schön wird es nicht. 

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TUI muß als Hauptaktionär die Verluste von Hapag-Lloyd mit tragen

Frenzel kann das Thema Hapag-Lloyd noch lange nicht zu den Akten legen. Zwar bestätigen ihm Analysten, dass er beim Verkauf der Containerschiffsreederei in schwierigen Zeiten einen guten Preis erzielt hat. Doch der relativiert sich, solange TUI als 43-prozentiger Hauptaktionär die Verluste mit zu tragen hat und in den kommenden Monaten zusätzliche Abschreibungen drohen.

Damit rücken auch Frenzels Ziele in weite Ferne: der Rückkauf von 49 Prozent der TUI Travel-Aktien und die aggressive Expansion nach Russland.

Für Frenzel ist das ärgerlich. In Krisenzeiten ist der Markt auf Konsolidierung getrimmt. TUI hätte einen expansiven Kurs fahren können, um das Kerngeschäft zu stärken. Das sie das Geschäft versteht, belegen die Zahlen: Zwar hat auch TUI Travel wegen Wirtschaftskrise und Unruhen wie in Thailand rund 16 Prozent Umsatz verloren.

Doch gleichzeitig steuerten die Touristikmanager mit einer Reduzierung der Kapazitäten um 16 Prozent gegen. Das Management hat offfenbar aus alten Krisen gelernt. Die Preise blieben weitestgehend stabil. Wäre Frenzel Hapag-Lloyd endlich los, könnte er recht zufrieden sein. Doch der Spielraum für Frenzel ist durch Hapag-Lloyd stark eingeschränkt. Ihm bleibt nicht viel mehr, als TUI und Hapag-Lloyd durch die Krise zu steuern. Erst danach wird Frenzel wieder an neuen Visionen arbeiten können.

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