Tourismus: Schloss Dankern: Ferienspaß von der Stange

Tourismus: Schloss Dankern: Ferienspaß von der Stange

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Volle Hütten. Urlaubsgäste in Schloss Dankern. für eine vergrößerte Ansicht auf das Bild klicken.

von Christian Schlesiger

Schloss Dankern im Emsland ist Deutschlands größte Freizeitanlage. Die gigantische Urlaubsmaschine auf dem platten Land floriert, weil sie die Massenproduktion zum Prinzip erklärt.

Das sechsjährige Mädchen guckt fragend, als Friedhelm Freiherr von Landsberg-Velen die grauen Bänder am Eingang zurechtrückt. „Da hat sich wohl einer einen Scherz erlaubt“, sagt er freundlich lächelnd, aber bestimmt. Offenbar hat jemand die Absperrvorrichtung verschoben, an der jeder Besucher vorbei muss. „Jetzt ist alles wieder, wie es sein soll“, sagt der Herr mit dem rundlichen Gesicht.

Von Landsberg-Velen ist auf Kontrollgang, so wie jeden Morgen, wenn er mit seinem Fahrrad durch sein 200 Hektar großes Latifundium streift. Er ist Chef von Schloss Dankern nahe der holländischen Grenze und damit Herr über die größte Ferienanlage Deutschlands: 721 Wohnhäuser aus Holz, 4350 Betten, mehr als 160 Attraktionen vom Wasserski-Fahren bis zum Hochseilgarten – ein gigantischer Spaßbetrieb. Trotz Krise hat sich das Freizeitmonstrum im niedersächsischen Emsland in den vergangenen Jahren zu einem touristischen Magneten entwickelt, das in Deutschland seinesgleichen sucht. 2010 rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Plus.

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Reiseveranstaltern gekündigt

Das Erfolgsrezept ist einfach. Von Landsberg-Velen zielt auf die Gruppe jener Eltern, die sich ihrer Kleinen in den Ferien auch mal gern entledigen: „Urlaub mit den Kindern vom Kind“, heißt das Motto auf Schloss Dankern. Gleichzeitig spart der 55-Jährige, wo er nur kann. Von Landsberg-Velen fokussiert sich auf Eltern mit Kindern von 3 bis 15 Jahren. Er verzichtet auf modernes Marketing, schaltet keine Werbung, gibt keine Preisnachlässe. Seine Web-Seite erinnert noch an die Anfangszeiten des Internets. 2009 -beendete er Kooperationen mit den Reiseveranstaltern TUI und Ameropa, die drei Prozent der 24 000 Übernachtungswochen buchten. Die 60 000 Euro Provision, die ihn das kostete, spart er sich.

Schloss Dankern steht für die große Zahl deutscher Spaßanlagen, die sich zu wichtigen Wirtschaftsfaktoren ihrer Region entwickelten: Europa-Park bei Freiburg, Heide-Park Soltau oder Holiday Park in der Pfalz. Die Parks ziehen Feriengäste in Gegenden, in denen sonst nur wenig gedeiht. Schloss Dankern lockt eine Million Urlauber pro Jahr nach Haren, ein Städtchen mit 23 000 Einwohnern.

Von Landsberg-Velen wirbt damit, dass bei ihm die Kids freien Auslauf haben. „Bei uns können sich die Kinder frei bewegen, ohne dass die Eltern ständig aufpassen müssen“, sagt er. Die Kleinen toben durch mittelalterliche Ritterburgen, reiten auf Ponys, rutschen durch Plastikröhren ins Wasser, klettern über Holzgerüste, springen über Sandburgen und tanzen abends in der Kinder-Disco ihren ersten Kuschel-Blues.

Das Geschäft lohnt sich. Die Vermietung der einfach ausgestatteten Holzhütten, die neun Euro Eintritt pro Tagesgast und der Verkauf von Fast Food bringen von Landsberg-Velen pro Jahr rund 20 Millionen Euro Umsatz ein. Der Gewinn sei positiv und ausreichend für „notwendige Investitionen in die Zukunft“.

Die Keimzelle der Ferienanlage ist das Schloss: erbaut 1680 und ein Jahrhundert später mit Türmen erweitert. Von Landsberg-Velen wohnt mit Gattin Caroline und seinen drei Kindern in dem Gemäuer. Fünf Paar olivgrüne Gummistiefel stehen im Foyer. Im norddeutschen Dialekt spricht er von „Geestrücken“, „Gräften“, „Höfeordnung“ – Wörter, die die Landwirtschaft des früheren Moorgebietes aus Zeiten beschreiben, in denen der Adel noch etwas galt. Mitarbeiter nennen von Landsberg-Velen noch immer „Baron“.

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