Tourismus: Spaß-Bad Tropical Islands: Ansturm aus dem Osten

Tourismus: Spaß-Bad Tropical Islands: Ansturm aus dem Osten

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Die Halle des Tropical Islands Resort in Berlin-Brandenburg (Archivbild)

Tropical Islands in Brandenburg plant zusammen mit Kapitalgebern eine Investitionvon 635 Millionen Euro für den Bau von 2000 Ferienhäusern rund um seine Schwimm- und Wellnesslandschaft. Im Interview mit der WirtschaftsWoche erklärt Geschäftsführer Ole Bested Hensing, wie die Millionen-Investition Tropical Islands aus der Verlustzone führen soll.

WirtschaftsWoche: Herr Hensing, in den kommenden Jahren soll mit einer Investition in Höhe von 635 Millionen Euro ein Feriendorf mit 2000 frei stehenden Häusern und einem Drei-Sterne-Hotel mit 200 Betten entstehen. Bis Anfang 2010 sollen die ersten 200 Häuser fertig sein. Bringt der Deal die Wende?

Hensing: Es war schon immer unser Ziel, ein Ferienresort aufzubauen. Ursprünglich waren 16-geschossige Hotels geplant, aber deutsche Familien wollen etwas anderes, mehr Privatsphäre und ein Haus für sich. Wir haben mit dem dänischen Investor Eske Group und dem Vermarkter Novasol zwei Partner gefunden, mit denen wir zusammen ein touristisches Produkt anbieten können, das zum Beispiel mit dem erfolgreichen Centerparcs in Holland konkurrieren kann. Es gab im Übrigen mehrere Unternehmen, die in das Projekt investieren wollten.

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Welche?

Insgesamt gab es sechs Bieter – aus Israel, Frankreich, England, Holland und den USA.

Ein deutscher Interessent war nicht dabei?

Doch. Ein Unternehmen hätte gerne die Vermarktung übernommen, wollte aber nicht in den Bau der Ferienhäuser investieren.

Kein Wunder. Die Nachfrage ist bislang wenig überzeugend. In den vergangenen zwei Jahren haben Sie Verluste in Höhe von 21 beziehungsweise 13 Millionen Euro geschrieben.

Anlaufverluste sind nichts Ungewöhnliches. Dieses Jahr läuft es sehr gut. Im ersten Halbjahr haben wir 35 Prozent mehr Umsatz gemacht als im Vorjahreszeitraum. Das mindert die Verluste. Vielleicht sind wir kommendes Jahr besser als erwartet.

Stärkstes Wachstum bei Besuchern aus Polen und Tschechien

Hat die Deutschen etwa die Sehnsucht nach künstlicher Tropenidylle gepackt?

Ja, das stimmt. Inzwischen kommen Besucher aus vielen Bundesländern. Besonders stark wächst die Gruppe der Besucher aus Polen und Tschechien. Ihre Zahl hat sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres verdoppelt. Besucher aus Polen und Tschechien konsumieren pro Person zudem etwas mehr als die Deutschen.

Das heißt, Busse kutschieren die Reisegruppen morgens hin und abends zurück?

Richtig. Die meisten reisen mit dem Bus. Pro Tag kommen etwa zehn bis elf Busse. Das Problem sind die gesetzlich regulierten Lenkzeiten der Fahrer: Da die Gruppen abends wieder zurück wollen, reduziert sich unser Einzugsgebiet zurzeit auf wenige Hundert Kilometer rund um Brandenburg. Das wird sich aber mit den Übernachtungsmöglichkeiten in Zukunft ändern. Wir werden dafür unsere Marke dann auch über Fernsehwerbung bundesweit bekannter machen.

Die Besucher erwartet eine Mischung aus Palmen, Strand und Beton. Kann da wirklich Urlaubsidylle aufkommen?

Auf jeden Fall. Deutschlands längster Wasserrutschenturm mit vier Bahnen gehört zu den Attraktionen. Und denken Sie bitte an  unseren Indoor-Regenwald  - der größte seiner Art auf der Welt.

Und was kommt in den kommenden Monaten noch dazu?

Wir planen den Bau eines Hochseilklettergartens auf einer Gesamtfläche von mehr als 500 Quadratmetern und 18 Meter Höhe. Das wäre wohl der größte Indoor-Klettergarten in Deutschland.

Das Schwimmbad und die Halle müssen beheizt werden. Wie sehr trifft Sie der Anstieg der Energiekosten?

Das sehe ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Natürlich sind wir betroffen, allerdings weniger als andere Unternehmen. Wir beziehen den Strom aus Blockheizkraftwerken und zu mehr als 50 Prozent aus Sonnenenergie. Steigende Treibstoffkosten bedeuten vor allem auch, dass Reisen insgesamt teurer werden. Die Kaufkraft sinkt. Das könnte uns zusätzliche Gäste bringen, die ihren Urlaub nicht mehr im Ausland planen.

Erhöhen Sie aufgrund der Energiekosten die Preise?

Nein, das ist nicht geplant.

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