Touristik-Branche: Rewe-Touristik-Chef Euling: "Beim Preiskampf ziehen wir sofort nach"

Touristik-Branche: Rewe-Touristik-Chef Euling: "Beim Preiskampf ziehen wir sofort nach"

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Logo der REWE Group: Der Chef der Touristik-Sparte, Rembert Euling, sieht einen Paradigmenwechsel bei den Deutschen: Sie entscheiden später, wohin sie fahren wollen.

Rewe-Touristik-Chef Rembert Euling sprach mit wiwo.de über über sinkende Umsätze, Paradigmenwechsel bei den Deutschen und die geplante Werbeoffensive.

WirtschaftsWoche: Herr Euling, Sie sind mit höheren Flug- und Hotelkapazitäten in das Sommergeschäft 2009 gestartet. Macht Ihnen die Wirtschaftskrise nun einen Strich durch die Rechnung?

Euling: Nein, die Umsätze sind zwar nicht zufriedenstellend. Die Buchungen im Januar lagen deutlich und im Februar leicht unter Vorjahr. Aber der März stimmt mich optimistisch. Die ersten Tage laufen überproportional gut.

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Glauben Sie noch an ein gutes Jahr 2009?

Ein Krisenjahr der Qualität wie nach dem 11. September sehe ich nicht. Die Deutschen zeigen sich nicht als Konsumverweigerer. Urlaub wird auch in diesem Jahr eine hohe Priorität genießen. Wir spüren einen Paradigmenwechsel bei den Konsumenten. Die Deutschen entscheiden sich später, wann und wohin sie reisen wollen. Die Reiseweltmeister stehen in ihren Startlöchern.

Dennoch besteht die Gefahr, dass Sie auf gebuchten Flugplätzen und Hotelbetten sitzen bleiben.

Wir haben unsere Kapazitäten angepasst - wie alle Reiseveranstalter -, aber gegenüber dem Vorjahr nicht reduziert. Unterm Strich haben wir unsere Kapazitäten etwas weniger erhöht als ursprünglich geplant. In einigen Regionen in Süd- und Norddeutschland bauen wir unsere Marktanteile aktuell noch aus. Dort verfügen wir über eine erhebliche Präsenz eigener Reisebüros. Wir laufen im Vertrieb mit Schuhgröße 48 herum, aber unser Fuß hat derzeit nur Größe 43. Dort bieten wir mehr Reisen zu sehr attraktiven Preisen an. Hinzu kommen regionale Werbemaßnahmen. So können wir unser Potenzial besser ausschöpfen.

Erhöhen Sie die Provisionen für die Reisebüros, um die Reisen der REWE Touristik noch besser zu verkaufen?

Wir unterstützen die Reisebüros zweifach: Wir haben bereits eine Blitzbucheraktion eingeführt, die Kunden in die Reisebüros führt. Zusätzlich haben wir die Provision für die ersten 100 Millionen Gesamtumsatz im Januar um einen halben Prozentpunkt erhöht. Weitere Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen. Unser Standing bei unseren Reisebüro-Partnern ist exzellent. Wir zahlen höhere Provisionen als Wettbewerber. Davon profitieren wir in der Krise.

REWE Touristik gilt als Biedermann der Reisebranche. Das aggressive Vorpreschen in den Markt hat die Wettbewerber überrascht. Planen Sie einen Imagewandel?

Richtig ist, dass wir in der Vergangenheit als konservativ und defensiv, aber auch als verlässlich galten. Wir wollen vor allem flexibler und jünger werden. Auch mit der neuen Marke Tjaereborg INDI, die jüngere Leute anspricht, sind wir sehr gut aufgestellt. Die Reisen werden in dem Moment zusammengestellt, wo der Urlauber sucht. Flexibler geht es nicht. Mit den Umsätzen sind wir sehr zufrieden.

Einige Zielgebiete leiden unter einem extrem hohen Rückgang bei den Urlaubern. Was tun Sie, um Ihnen zu helfen?

Schwer haben es zurzeit Ägypten und Bulgarien. Seit Amtsantritt im vergangenen Jahr habe ich das Zielgebietsdenken als höchste Priorität definiert. Wir suchen uns strategische Partner in den Urlaubsdestinationen. Das sind dann unsere guten Freunde und die buchen wir überproportional - auch und gerade in der Krise.

Eigene Hotels sind kein Thema?

Im Gegenteil. Wir verkaufen gerade unsere letzten Häuser. Wir setzen auf natürliche und strategische Partnerschaften und arbeiten bei unseren eigenen Hotelmarken Calimera, LTI und Primasol mit ausgewählten Franchise-Nehmern zusammen. In der Krise ist das ein Vorteil, weil bei uns nicht so viel Kapital gebunden ist.

Die Monate März und April sind traditionell schwache Buchungsmonate. Planen Sie eine Werbeoffensive?

Ja. Wir starten dieser Tage eine große Medienkampagne mit dem Slogan "20 Jahre Reisefreiheit". Auf den Plakaten sind dann das Brandenburger Tor und ein Feuerwerk zu sehen. Wir wollen damit einen Gegenpunkt setzen zur depressiven Laune im Land. Das Reisen ist die größte Leidenschaft der Deutschen. Davon sind wir überzeugt.

Wie reagieren Sie, wenn jemand den Preiskampf eröffnet?

Dann ziehen wir sofort nach. Aber ich glaube nicht, es in diesem Jahr einen Preiskampf auf breiter Front geben wird.

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