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Touristik: Dunkle Wolken am Reisehimmel

von Boris Hedde

Die Wintersaison ist für die großen Reisekonzerne traditionell eine umsatzschwache Zeit. Doch die kommenden Monate könnten für die großen Reisekonzerne besonders hart werden, schreibt Boris Hedde von YouGovPsychonomics.

Gerade die Marken TUI, Quelle: dpa/dpaweb
Gerade die Marken TUI, Neckermann und Thomas Cook verlieren Punkte im BrandIndex Quelle: dpa/dpaweb

Obwohl in manchen Bundesländern bereits die Herbstferien begonnen haben, kommt bei den großen Reisekonzernen nur wenig Freude auf: Die Aussichten für die kommenden Monate sind finster, denn die Deutschen halten sich mit Reisebuchungen zurück. Und so könnte die Wirtschaftskrise bei einigen Unternehmen schon bald tiefe Spuren hinterlassen. Hinzu kommt, dass die Folgen der Schweinegrippe auf die Tourismusindustrie im Moment noch nicht absehbar sind.

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Vor allem die Schwergewichte TUI und Thomas Cook könnten verstärkt unter Druck geraten: Wie eine neue Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt, stehen die deutschen Verbraucher den Marken dieser großen Reisekonzerne heute deutlich skeptischer gegenüber als noch vor wenigen Monaten.

TUI und Thomas Cook im Imagetief

So erreichten die populären Marken TUI und Thomas Cook in den vergangenen vier Wochen einen Jahrestiefstand. Besonders stark leidet Thomas Cook: Im September bewegte sich die Marke zeitweise nur noch auf einem Niveau von 53 Brandindex-Punkten. Im Vergleich zu den im Mai durchschnittlich erzielten Imagewerten ergibt sich ein Verlust von etwa 13 Prozent. Zwar war in den vergangenen Tagen bei Thomas Cook und anderen Anbietern wieder eine leichte Stabilisierung der BrandIndex-Werte zu beobachten, eine dauerhafte Verbesserung der Werte ist damit sehr wahrscheinlich aber noch nicht verbunden.

Boris Hedde
Boris Hedde von psychonomics AG

Noch größer sind die Imageverluste bei einer anderen Marke des Thomas-Cook-Konzerns: Neckermann Reisen verbuchte im BrandIndex seit Mai Verluste von mehr als 20 Prozent und erreicht aktuell nur noch rund 25 Punkte. Möglicherweise leiden die Marken des Konzerns mittlerweile auch unter der Insolvenz von Arcandor, da diese in der Öffentlichkeit häufig mit Thomas Cook in Verbindung gebracht wurde. Grundsätzlich interessant ist, dass die Imageverluste von TUI und Thomas Cook insbesondere bei älteren Verbrauchern sehr ausgeprägt sind. Während die beiden Marken bei über 50-jährige Konsumenten recht deutlich an Beliebtheit verloren haben, halten sich die Verluste bei unter 30-Jährigen in Grenzen.

Fraglich ist, ob die Reiseanbieter künftig zumindest von einem Buchungsanstieg im Last-Minute-Segment profitieren können. Denn auch hier scheinen die deutschen Verbraucher derzeit eher skeptisch zu sein: So entwickelten sich die Imagewerte des mehrheitlich zu TUI gehörenden Last-Minute-Pioniers L’TUR derzeit ebenfalls schwach. Mittlerweile bewegt sich die Marke auf ähnlichem Niveau wie Thomas Cook ­­- vor kurzem hatte L’TUR noch einen deutlichen Vorsprung. Vor allem das von den befragten Verbrauchern bewertete Preis-Leistungs-Verhältnis hat sich im Falle des TUI-Ablegers verschlechtert.

Für die Konkurrenten bietet die derzeitige Schwäche von TUI und Thomas Cook große Chancen. Neben den REWE-Marken DERTOUR und ITS macht derzeit auch der Duisburger Reiseveranstalter Alltours mit einer vergleichsweise positiven BrandIndex-Entwicklung auf sich aufmerksam. Diese Marken könnten letztlich zu den Gewinnern der Krise zählen. Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein forschungsbasiertes Tool zur Markenführung. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht er eine tagesaktuelle Imageanalyse von über 500 Marken aus 20 Branchen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.10.2009, 15:51 UhrAnonymer Benutzer: Wolfgang Culpa

    Qualitaet entscheidet mit dem Reisepreis !
    Die Grosskonzerne, haben in den vergangenen GUTEN Jahren einen riesigen Kostenintensiven Verwaltungsapparat aufgebaut.
    im Reisepreis sind diese Kosten natuerlich mit einkalkuliert.
    Der Veranstalter, dem es gelingt diese Kosten als ERSTER abzubauen, ( schlanke kommunikative Struktur ) wird dann mit Qualitaet und dem dann errechneten Reisepreis, in der Zukunft auf diesem Markt der Gewinner sein.

  • 13.10.2009, 12:58 UhrAnonymer Benutzer: Romantiker

    Die Zeit ist reif unsere schöne Heimat individuell zu erkunden -
    Pauschalreisen mit Pauschalhotel incl. Pauschalfrühstück entsprechen
    einfach nicht mehr der Zeit..........

  • 12.10.2009, 18:27 UhrAnonymer Benutzer: Steigenberger

    in der Pauschaltouristik gilt : Der Preis ist heiss !

    Nur durch knappe Kalkulationen mit gutem Preis/-Leistungsverhältnis können die Grossanbieter sich auf Dauer halten.

    die Kunden, speziell im Last-minute-bereich wünschen sich Qualität zu unterdurchschnittlichem Preis; wenn die "Anreizschwelle" von den konzernen zuhoch gesetzt wird, verzichten die Leute auf die Reise oder buchen woanders etwas günstigeres.

    Das Hauptproblem der Grossanbieter ist der seit Jahren laufende Versuch die Kunden zu hochpreisigen Reisen zu bewegen; NUR bietet ja auch Reisen auf Kredit !
    Diese Strategie ist in der momentanen Krise untragbar, weil die Kunden billigere u. kürzere Reisen anstreben.
    Gerade Alltours mit teils sehr günstig kalkulierten Angeboten wird auf kosten der Grossen weiter kräftig wachsen.
    Eigentlich müssten gerade zum Herbst hin günstige Angebote en masse vorhanden sein.
    - Ölpreisreduzierung von 140 auf 70 führt zu Flugpreissenkungen;
    - Hotelüberangebot im Mittelmeerbereich führt zu sinkenden Zim-
    merpreisen;
    - Reisespecials u. Rabatte der Urlaubsorte.

    Daraus lassen sich wunderbare Schnäppchenpakete schnüren, die
    internetreisebüros von weg.de , abindenurlaub.de, günstigerreisen.de u.v.a.m. machen es vor.

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