Touristik: Rückschlag für TUI-Großaktionär Fredriksen

Touristik: Rückschlag für TUI-Großaktionär Fredriksen

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Der russische TUI-Großaktionär Alexej Mordaschow

TUI-Großaktionär Alexej Mordaschow erhöht seinen Anteil am Touristikkonzern TUI. Damit düpiert der Russe den norwegischen Unternehmer John Fredriksen, dessen Ziel eines Spin-offs immer unwahrscheinlicher wird.

Wirklich überraschend kam der Vorstoß von Mordaschow nicht. Vergangene Woche vergrößerte der Russe seinen Aktienanteil an TUI auf 15,03 Prozent. Schon Anfang Juli hatte Mordaschow über seine Kapitalbeteiligungsfirma S-Group Travel Holding Aktien hinzugekauft. Inzwischen ist sein Anteil damit größer als der von Fredriksen. Der Norweger hält 15,01 Prozent an TUI.

Fredriksen gerät damit ins Hintertreffen. TUI-Chef Michael Frenzel betreibt zwar seit Anfang des Jahres auf Druck des norwegischen Multimilliardärs eine Abspaltung der Containersparte Hapag-Lloyd. Dabei favorisiert Frenzel aber einen Verkauf an einen Investor – zum Verdruss von Fredriksen: Dieser befürchtet, dass der ursprünglich anvisierte Preis in Höhe von fünf Milliarden Euro nicht erzielt werden kann. Grund: Sinkende Frachtraten, steigende Ölpreise und eine sich abschwächende Weltkonjunktur drücken den Wert der Hamburger Traditionsreederei. Hinzu kommt politischer Gegenwind vom Hamburger Senat, der den Verkauf an einen ausländischen Investor verhindern möchte.

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Für Fredriksen ist die Aufstockung des Aktienanteils von Mordaschow ein bitterer Schlag. Zu gerne würde der Norweger mit dem Russen an einem Strang ziehen und Frenzel zu einem Spin-off zwingen. TUI würde dann aufgespalten in zwei Unternehmen: TUI als Touristikkonzern und Hapag-Lloyd als Reederei. Beide Unternehmen würden dieselbe Aktionärsstruktur haben wie jetzt und einen intelligenten Deal ermöglichen: Fredriksen erhält Mordaschows’ Aktienpaket an Hapag-Lloyd und überlasst im Gegenzuge die Aktien an TUI.

Unterstützung für die TUI-Führung

Doch von alldem will der Russe kaum etwas wissen. Schon einmal lehnte er das Angebot ab, sich seine Aktien von Fredriksen abkaufen zu lassen. Dahinter steckt ein geschäftliches Kalkül. Mordaschow hat ein Interesse an der Touristik. Er sieht ein riesiges Potenzial touristischer Aktivitäten in Russland. Der zunehmende Wohlstand im Osten und eine wachsende Mittelschicht sollen den Pauschaltourismus ankurbeln – und TUI soll im Markt mitmischen. Zudem unterzeichneten TUI und Mordaschow im April dieses Jahres eine Absichtserklärung, im Rahmen eines Joint Ventures auf dem russischen Markt Fuß zu fassen. Noch im Sommer soll das Gemeinschaftsunternehmen an den Start gehen, erklärte eine Sprecherin.

Ein Verkauf von Hapag-Lloyd würde zudem eine hohe Milliardensumme in die Kasse von TUI spülen. Ein Teil des Erlöses soll die hohe Verschuldung reduzieren, ein weiterer Teil als Dividenden den Aktionären zufließen und der Rest kann dann in touristischen Aktivitäten investiert werden. Mordaschow hofft auf Investitionen in Russland und unterstützt das TUI-Management: „Wir freuen uns über unsere Anteilsaufstockung, da wir dadurch unsere Position als langfristiger, strategischer Investor sowie unsere Bereitschaft für die Entwicklung des Tourismusgeschäfts der TUI AG festigen", sagte Mordaschow heute. Die S-Group will den weiteren Angaben zufolge die Kooperation mit dem TUI-Management fortsetzen und unterstützt Vorstand und Aufsichtsrat weiterhin darin, den Fokus des Konzerns auf das Tourismus-Geschäft zu legen.

Die Zeichen stehen also auf Verkauf. Heute läuft die erste Angebotsfrist für interessierte Investoren ab. Sie legen ein unverbindliches Angebot vor und erhalten in den kommenden Wochen detaillierten Einblick in die Bücher.

Aus dem Umfeld des Norwegers war zu hören, dass Fredriksen den Prozess erst einmal beobachten wolle. Ein weiterer Zukauf von Aktien sei zunächst ausgeschlossen. Das würde nur zu einem Wettkaufen der unterschiedlichen Lager führen. Mordaschow ist da zudem besser positioniert. Zusammen mit weiteren Großaktionären wie der spanischen Hotelgruppe RIU, der marokkanischen Bankengruppe CDG Group und der spanischen Sparkassen Caja de Ahorros del Mediterráneo ist das touristische Lager derzeit mit rund 30 Prozent wesentlich bedeutender.

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