Touristik: TUI-Spitze hält am Kurs fest

Touristik: TUI-Spitze hält am Kurs fest

TUI will sich trotz heftiger Kritik von Aktionärsseite nicht von ihrem Kurs abbringen lassen. Auf der Hauptversammlung setzte sich Konzernchef Michael Frenzel gegen scharfe Angriffe des Großaktionärs John Fredriksen zur Wehr.

Auf der Hauptversammlung des Reisekonzerns heute in Hannover sagte Frenzel, das Unternehmen sei trotz der roten Zahlen im vorigen Jahr „im Kern gesund“. Im laufenden Jahr rechne der Vorstand wieder mit einem Gewinn. Mit dem Verkauf der Mehrheit der Reedereitochter Hapag-Lloyd sei der Konzern auch finanziell gestärkt. Das finanzielle Polster gelte es jetzt zu erhalten und angesichts der Wirtschaftskrise „auf Sicht“ zu fahren. Wachstumsmöglichkeiten sollten „mit Augenmaß und ohne Hast“ analysiert werden, unterstrich der TUI-Chef.

Fredriksen, der nach Angaben seines Vertrauten Tor Olav Troim inzwischen 18 Prozent der Anteile hält, hatte erneut zum Sturm auf die TUI-Spitze geblasen. Er will Aufsichtsratschef Jürgen Krumnow abwählen lassen und selbst mit Troim dort einziehen. 2008 war er mit diesem Ziel gescheitert.

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Vor der Aktionärsversammlung bot Troim auch frisches Geld für eine Weiterentwicklung des Reisekonzerns an und forderte eine neue Strategie. Fredriksen will den Tourismuskonzern notfalls mit einem Milliardenbetrag unterstützen. „Wenn sie eine Milliarde Euro benötigen, können sie eine Milliarde haben“, sagte sein Vertrauter Tor Olav Troim am Rande der Hauptversammlung in Hannover. In seiner Rede hatte er gesagt, er sei zu einer erheblichen Kapitalspritze bereit.

Keine Anreize für eine bessere Entwicklung

Die wirtschaftliche Situation des Konzerns sei laut Troim bedrohlich. „Ich fürchte, die Situation könnte in drei Jahren so aussehen, dass das Unternehmen den Gläubigern gehört - und Aktionäre und Arbeitnehmer mit leeren Händen dastehen“, sage der Norweger.

Krumnow sagte, er bedauere, dass es nicht gelungen sei, zu einer Verständigung mit Fredriksen zu kommen. Der Abwahl-Antrag sei aber aus Sicht des Aufsichtsrates der falsche Weg. Zu der von Fredriksen geforderten Bestellung eines Sonderprüfers zur Prüfung der Vergütung von Frenzel sagte Krumnow, eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft habe festgestellt, dass diese marktgerecht sei und unter dem Durchschnitt liege. Die variable Vergütung sei vom operativen Ergebnis ohne Sondereffekte und vom Aktienkursverlauf abhängig. Der Vorwurf gehe daher ins Leere, dass er nicht an dessen Entwicklung interessiert sei.

Fredriksen hatte kritisiert, dass es in der Struktur der Vorstandsvergütung keine Anreize gebe, für eine bessere Entwicklung des Unternehmens zu sorgen. Marktführer TUI leidet wie die gesamte Branche wegen der Wirtschaftskrise unter einer sinkenden Nachfrage nach Urlaubsreisen. Um Ergebnis und Preise zu halten, hat TUI die Kapazitäten gekürzt. Bei TUI Deutschland wurde Kurzarbeit eingeführt. Im ersten Quartal 2009 schrieb TUI nur wegen eines Buchgewinns von knapp einer Milliarde Euro aus dem Hapag-Lloyd-Verkauf schwarze Zahlen.

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