Transrapid: Transrapid für Brasilien?

Transrapid: Transrapid für Brasilien?

Industrie und Politik hoffen in Brasilien auf eine neue Chance für die Magnetschwebebahn. Ein deutsches Konsortium könnte 40 Prozent der Projektkosten schultern.

Beim Transrapid kommt Peter Ramsauer (CSU) ins Schwärmen. Das sei ein „großartiges Technologieprojekt“, sagt der Bundesverkehrsminister gerne. Jetzt hofft die Bundesregierung, der längst tot geglaubten Magnetschwebebahn doch noch zu einem Exporterfolg zu verhelfen. Seit Wochen touren Minister und Staatssekretäre durch die Welt, um investierfreudige Regierungen von den Vorzügen deutscher Technologie zu überzeugen, die in der Heimat nie zum Zuge kam. Die größten Chancen rechnen sich Politik und Wirtschaft in Amerika aus.

In Brasilien, wo bis zum Start der Fußballweltmeisterschaft 2014 noch große Infrastrukturprobleme zu lösen sind, fanden die deutschen Einflüsterer offenbar Gehör. So soll die geplante 520 Kilometer lange Bahnverbindung von Rio de Janeiro über São Paulo nach Campinas entgegen früherer Planung nun doch technologieoffen ausgeschrieben werden. Als Alternative zu einem konventionellen gleisgebundenen Hochgeschwindigkeitszug – Siemens will eine Variante des ICE ins Spiel bringen, ein anderes Konsortium unter Führung von Mitsui den japanischen Shinkansen – wollen die Brasilianer prüfen, ob eine Magnetschwebebahn die Transportaufgabe besser und preisgünstiger erfüllt.

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Ein deutsches Konsortium unter Führung von ThyssenKrupp und des bayrischen Baukonzerns Max Bögl will 40 Prozent der Projektkosten schultern, die derzeit auf rund neun Milliarden Dollar geschätzt werden. Refinanziert würde das Investment durch die Einnahmen aus dem Betrieb der Bahn über einen Zeitraum von 40 Jahren.

380 Milliarde Dollar für Infrastruktur

Auf Brasilien ruhen die größten Hoffnungen, weil Präsident Luiz Inácio Lula da Silva mit einem insgesamt 380 Milliarden Dollar schweren Infrastrukturprogramm in den nächsten zehn Jahren Flughäfen, Straßen und Schienenwege modernisieren will. Die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro heizen die Fantasie in Berlin zusätzlich an. Weitere Interessenten am Transrapid soll es in den USA geben, wohin eine Delegation des Verkehrsministeriums am 9. Juni reist, sowie in der Türkei und auf Teneriffa.

Außer auf der Teststrecke im Emsland fährt der Transrapid derzeit nur in China. Auf Ramsauers Wunsch hat sein Ministerium dieses Jahr noch einmal rund fünf Millionen Euro in den Weiterbetrieb der Emsland-Strecke gesteckt, die eigentlich im Mai schließen sollte. Nun dürfen die Ingenieure dort bis Ende 2010 testen.

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