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Trend: Nicht nur Putzfrauen tragen Kopftücher

von Michael Freitag

Das immer mal wieder totgesagte Kopftuch feiert in vielen Formen fröhliche Urständ.

Paradeputzfrau Else Kling mag Kopfwickel.  WDR.

Jeden Sonntag, wenn es nicht gerade regnet, fährt Karlheinz S. aus Bergen-Enkheim mit seiner chromblitzenden Harley V-Rod auf den Großen Feldberg, den höchsten Berg im Taunus. Oben angekommen, gesellt er sich zu den vielen anderen "Mopedfahrern", wie er sie nennt, zündet sich eine Zigarette an und setzt den Helm ab. Darunter trägt er ein Kopftuch mit Harley-Davidson-Logo, mit vier Knoten über dem Haupthaar zusammengebunden. Ohne das, sagt er, traut sich ein echter Harley-Fahrer nicht aus dem Haus. "Stimmt doch, Anita?", ruft er einer Zweirad-Kollegin zu, die ein ganz ähnliches Tuch trägt. Nicht nur sie, und nicht nur Harley-Fans teilen diese Einschätzung. Nach dem Krieg trugen die Trümmerfrauen die einfache und zweckmäßige Kopfbedeckung als Schutz gegen den Staub. In den Fünfzigerjahren war das Tuch typisches Utensil für Putzfrauen und äußeres Kennzeichen eines Hausmütterchens. Damals sahen viele Frauen in Deutschland so aus wie die keifende Hausmeisterin Else Kling in der "Lindenstraße", die ihr Kopftuch straff hinter dem Haupt geknotet trägt. Nicht nur für Else Kling Das mag für die Hausarbeit praktisch sein, doch heute werden solche Tücher nicht nur von Hausfrauen, sondern sogar von Reinigungskräften verschmäht. Stattdessen haben es dynamische junge Menschen entdeckt. Sie nennen es natürlich nicht Kopftuch, weil das zu bieder klingt, sondern neudeutsch Bandana: eine extrem wandlungsfähige Kopfbekleidung, die je nach Knoten als Halstuch, Stirnband oder eben als Kopftuch verwendet werden kann. Die Bandana ist praktisch, weil sie lange Haare bändigt, die bei sportlichen Anstrengungen lästig werden. Getragen werden Bandanas in der Disco, am Strand, auf dem Skateboard und beim Inlinerfahren – auf der Piste eben. Auch aus der Popmusik sind schicke Kopfbedeckungen nicht mehr wegzudenken, ganz gleich, ob die Modeschöpfer dabei an Kapuzen oder Tücher dachten. Die australische Popsängerin Kylie Minogue tanzt beispielsweise in dem Video zu ihrem Hit "Can’t get you out of my head" in einem weißen Kleidungsstück, welches so raffiniert geschnitten ist, dass der Zuschauer nicht genau weiß, ob es mehr verhüllt oder enthüllt. Am ehesten beschreiben lässt sich das Teil als faszinierende Kombination aus Ganzkörperkopftuch und luftigem Overall mit integrierter Kopfbedeckung. Schaut man ihr nur ins Gesicht – das tut natürlich niemand –, sieht Kylie frivolerweise ein bisschen aus wie eine Nonne. Das Publikum macht sich vermutlich kaum Gedanken um solche textilen Nuancen, sondern rast – so wie es auch der Rhythm'n'Blues-Sängerin Alicia Keys zujubelt, wenn die sich mit einem knappen, luftigen Tuch schmückt. Vorbild Queen Stars mit Kopftuch haben Tradition: Katharine und Audrey Hepburn, Grace Kelly und Queen Elizabeth II. traten ohne Hemmungen mit Foulards an die Öffentlichkeit, deren Schnitt und Knoten je nach Funktion und Anlass von Resolutheit, Koketterie und scheinbarer Harmlosigkeit zeugten. Neu ist das alles nicht. Schon zu den Zeiten der Pharaonen waren Kopftücher verbreitet, lange bevor es Juden, Christen oder Moslems gab. Vor allem aus praktischen Erwägungen, denn Kopftücher schützen in Sandwüsten vor dem feinen Sand, der sich sonst in alle Poren setzt und das Haar verklettet.

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Paradeputzfrau Else Kling mag Kopfwickel.  WDR.

Jeden Sonntag, wenn es nicht gerade regnet, fährt Karlheinz S. aus Bergen-Enkheim mit seiner chromblitzenden Harley V-Rod auf den Großen Feldberg, den höchsten Berg im Taunus. Oben angekommen, gesellt er sich zu den vielen anderen "Mopedfahrern", wie er sie nennt, zündet sich eine Zigarette an und setzt den Helm ab. Darunter trägt er ein Kopftuch mit Harley-Davidson-Logo, mit vier Knoten über dem Haupthaar zusammengebunden. Ohne das, sagt er, traut sich ein echter Harley-Fahrer nicht aus dem Haus. "Stimmt doch, Anita?", ruft er einer Zweirad-Kollegin zu, die ein ganz ähnliches Tuch trägt. Nicht nur sie, und nicht nur Harley-Fans teilen diese Einschätzung. Nach dem Krieg trugen die Trümmerfrauen die einfache und zweckmäßige Kopfbedeckung als Schutz gegen den Staub. In den Fünfzigerjahren war das Tuch typisches Utensil für Putzfrauen und äußeres Kennzeichen eines Hausmütterchens. Damals sahen viele Frauen in Deutschland so aus wie die keifende Hausmeisterin Else Kling in der "Lindenstraße", die ihr Kopftuch straff hinter dem Haupt geknotet trägt. Nicht nur für Else Kling Das mag für die Hausarbeit praktisch sein, doch heute werden solche Tücher nicht nur von Hausfrauen, sondern sogar von Reinigungskräften verschmäht. Stattdessen haben es dynamische junge Menschen entdeckt. Sie nennen es natürlich nicht Kopftuch, weil das zu bieder klingt, sondern neudeutsch Bandana: eine extrem wandlungsfähige Kopfbekleidung, die je nach Knoten als Halstuch, Stirnband oder eben als Kopftuch verwendet werden kann. Die Bandana ist praktisch, weil sie lange Haare bändigt, die bei sportlichen Anstrengungen lästig werden. Getragen werden Bandanas in der Disco, am Strand, auf dem Skateboard und beim Inlinerfahren – auf der Piste eben. Auch aus der Popmusik sind schicke Kopfbedeckungen nicht mehr wegzudenken, ganz gleich, ob die Modeschöpfer dabei an Kapuzen oder Tücher dachten. Die australische Popsängerin Kylie Minogue tanzt beispielsweise in dem Video zu ihrem Hit "Can’t get you out of my head" in einem weißen Kleidungsstück, welches so raffiniert geschnitten ist, dass der Zuschauer nicht genau weiß, ob es mehr verhüllt oder enthüllt. Am ehesten beschreiben lässt sich das Teil als faszinierende Kombination aus Ganzkörperkopftuch und luftigem Overall mit integrierter Kopfbedeckung. Schaut man ihr nur ins Gesicht – das tut natürlich niemand –, sieht Kylie frivolerweise ein bisschen aus wie eine Nonne. Das Publikum macht sich vermutlich kaum Gedanken um solche textilen Nuancen, sondern rast – so wie es auch der Rhythm'n'Blues-Sängerin Alicia Keys zujubelt, wenn die sich mit einem knappen, luftigen Tuch schmückt. Vorbild Queen Stars mit Kopftuch haben Tradition: Katharine und Audrey Hepburn, Grace Kelly und Queen Elizabeth II. traten ohne Hemmungen mit Foulards an die Öffentlichkeit, deren Schnitt und Knoten je nach Funktion und Anlass von Resolutheit, Koketterie und scheinbarer Harmlosigkeit zeugten. Neu ist das alles nicht. Schon zu den Zeiten der Pharaonen waren Kopftücher verbreitet, lange bevor es Juden, Christen oder Moslems gab. Vor allem aus praktischen Erwägungen, denn Kopftücher schützen in Sandwüsten vor dem feinen Sand, der sich sonst in alle Poren setzt und das Haar verklettet.

Paradeputzfrau Else Kling mag Kopfwickel.  WDR.

Jeden Sonntag, wenn es nicht gerade regnet, fährt Karlheinz S. aus Bergen-Enkheim mit seiner chromblitzenden Harley V-Rod auf den Großen Feldberg, den höchsten Berg im Taunus. Oben angekommen, gesellt er sich zu den vielen anderen "Mopedfahrern", wie er sie nennt, zündet sich eine Zigarette an und setzt den Helm ab. Darunter trägt er ein Kopftuch mit Harley-Davidson-Logo, mit vier Knoten über dem Haupthaar zusammengebunden. Ohne das, sagt er, traut sich ein echter Harley-Fahrer nicht aus dem Haus. "Stimmt doch, Anita?", ruft er einer Zweirad-Kollegin zu, die ein ganz ähnliches Tuch trägt. Nicht nur sie, und nicht nur Harley-Fans teilen diese Einschätzung. Nach dem Krieg trugen die Trümmerfrauen die einfache und zweckmäßige Kopfbedeckung als Schutz gegen den Staub. In den Fünfzigerjahren war das Tuch typisches Utensil für Putzfrauen und äußeres Kennzeichen eines Hausmütterchens. Damals sahen viele Frauen in Deutschland so aus wie die keifende Hausmeisterin Else Kling in der "Lindenstraße", die ihr Kopftuch straff hinter dem Haupt geknotet trägt. Nicht nur für Else Kling Das mag für die Hausarbeit praktisch sein, doch heute werden solche Tücher nicht nur von Hausfrauen, sondern sogar von Reinigungskräften verschmäht. Stattdessen haben es dynamische junge Menschen entdeckt. Sie nennen es natürlich nicht Kopftuch, weil das zu bieder klingt, sondern neudeutsch Bandana: eine extrem wandlungsfähige Kopfbekleidung, die je nach Knoten als Halstuch, Stirnband oder eben als Kopftuch verwendet werden kann. Die Bandana ist praktisch, weil sie lange Haare bändigt, die bei sportlichen Anstrengungen lästig werden. Getragen werden Bandanas in der Disco, am Strand, auf dem Skateboard und beim Inlinerfahren – auf der Piste eben. Auch aus der Popmusik sind schicke Kopfbedeckungen nicht mehr wegzudenken, ganz gleich, ob die Modeschöpfer dabei an Kapuzen oder Tücher dachten. Die australische Popsängerin Kylie Minogue tanzt beispielsweise in dem Video zu ihrem Hit "Can’t get you out of my head" in einem weißen Kleidungsstück, welches so raffiniert geschnitten ist, dass der Zuschauer nicht genau weiß, ob es mehr verhüllt oder enthüllt. Am ehesten beschreiben lässt sich das Teil als faszinierende Kombination aus Ganzkörperkopftuch und luftigem Overall mit integrierter Kopfbedeckung. Schaut man ihr nur ins Gesicht – das tut natürlich niemand –, sieht Kylie frivolerweise ein bisschen aus wie eine Nonne. Das Publikum macht sich vermutlich kaum Gedanken um solche textilen Nuancen, sondern rast – so wie es auch der Rhythm'n'Blues-Sängerin Alicia Keys zujubelt, wenn die sich mit einem knappen, luftigen Tuch schmückt. Vorbild Queen Stars mit Kopftuch haben Tradition: Katharine und Audrey Hepburn, Grace Kelly und Queen Elizabeth II. traten ohne Hemmungen mit Foulards an die Öffentlichkeit, deren Schnitt und Knoten je nach Funktion und Anlass von Resolutheit, Koketterie und scheinbarer Harmlosigkeit zeugten. Neu ist das alles nicht. Schon zu den Zeiten der Pharaonen waren Kopftücher verbreitet, lange bevor es Juden, Christen oder Moslems gab. Vor allem aus praktischen Erwägungen, denn Kopftücher schützen in Sandwüsten vor dem feinen Sand, der sich sonst in alle Poren setzt und das Haar verklettet.

Paradeputzfrau Else Kling mag Kopfwickel.  WDR.

Jeden Sonntag, wenn es nicht gerade regnet, fährt Karlheinz S. aus Bergen-Enkheim mit seiner chromblitzenden Harley V-Rod auf den Großen Feldberg, den höchsten Berg im Taunus. Oben angekommen, gesellt er sich zu den vielen anderen "Mopedfahrern", wie er sie nennt, zündet sich eine Zigarette an und setzt den Helm ab. Darunter trägt er ein Kopftuch mit Harley-Davidson-Logo, mit vier Knoten über dem Haupthaar zusammengebunden. Ohne das, sagt er, traut sich ein echter Harley-Fahrer nicht aus dem Haus. "Stimmt doch, Anita?", ruft er einer Zweirad-Kollegin zu, die ein ganz ähnliches Tuch trägt. Nicht nur sie, und nicht nur Harley-Fans teilen diese Einschätzung. Nach dem Krieg trugen die Trümmerfrauen die einfache und zweckmäßige Kopfbedeckung als Schutz gegen den Staub. In den Fünfzigerjahren war das Tuch typisches Utensil für Putzfrauen und äußeres Kennzeichen eines Hausmütterchens. Damals sahen viele Frauen in Deutschland so aus wie die keifende Hausmeisterin Else Kling in der "Lindenstraße", die ihr Kopftuch straff hinter dem Haupt geknotet trägt. Nicht nur für Else Kling Das mag für die Hausarbeit praktisch sein, doch heute werden solche Tücher nicht nur von Hausfrauen, sondern sogar von Reinigungskräften verschmäht. Stattdessen haben es dynamische junge Menschen entdeckt. Sie nennen es natürlich nicht Kopftuch, weil das zu bieder klingt, sondern neudeutsch Bandana: eine extrem wandlungsfähige Kopfbekleidung, die je nach Knoten als Halstuch, Stirnband oder eben als Kopftuch verwendet werden kann. Die Bandana ist praktisch, weil sie lange Haare bändigt, die bei sportlichen Anstrengungen lästig werden. Getragen werden Bandanas in der Disco, am Strand, auf dem Skateboard und beim Inlinerfahren – auf der Piste eben. Auch aus der Popmusik sind schicke Kopfbedeckungen nicht mehr wegzudenken, ganz gleich, ob die Modeschöpfer dabei an Kapuzen oder Tücher dachten. Die australische Popsängerin Kylie Minogue tanzt beispielsweise in dem Video zu ihrem Hit "Can’t get you out of my head" in einem weißen Kleidungsstück, welches so raffiniert geschnitten ist, dass der Zuschauer nicht genau weiß, ob es mehr verhüllt oder enthüllt. Am ehesten beschreiben lässt sich das Teil als faszinierende Kombination aus Ganzkörperkopftuch und luftigem Overall mit integrierter Kopfbedeckung. Schaut man ihr nur ins Gesicht – das tut natürlich niemand –, sieht Kylie frivolerweise ein bisschen aus wie eine Nonne. Das Publikum macht sich vermutlich kaum Gedanken um solche textilen Nuancen, sondern rast – so wie es auch der Rhythm'n'Blues-Sängerin Alicia Keys zujubelt, wenn die sich mit einem knappen, luftigen Tuch schmückt. Vorbild Queen Stars mit Kopftuch haben Tradition: Katharine und Audrey Hepburn, Grace Kelly und Queen Elizabeth II. traten ohne Hemmungen mit Foulards an die Öffentlichkeit, deren Schnitt und Knoten je nach Funktion und Anlass von Resolutheit, Koketterie und scheinbarer Harmlosigkeit zeugten. Neu ist das alles nicht. Schon zu den Zeiten der Pharaonen waren Kopftücher verbreitet, lange bevor es Juden, Christen oder Moslems gab. Vor allem aus praktischen Erwägungen, denn Kopftücher schützen in Sandwüsten vor dem feinen Sand, der sich sonst in alle Poren setzt und das Haar verklettet.

Paradeputzfrau Else Kling mag Kopfwickel.  WDR.

Jeden Sonntag, wenn es nicht gerade regnet, fährt Karlheinz S. aus Bergen-Enkheim mit seiner chromblitzenden Harley V-Rod auf den Großen Feldberg, den höchsten Berg im Taunus. Oben angekommen, gesellt er sich zu den vielen anderen "Mopedfahrern", wie er sie nennt, zündet sich eine Zigarette an und setzt den Helm ab. Darunter trägt er ein Kopftuch mit Harley-Davidson-Logo, mit vier Knoten über dem Haupthaar zusammengebunden. Ohne das, sagt er, traut sich ein echter Harley-Fahrer nicht aus dem Haus. "Stimmt doch, Anita?", ruft er einer Zweirad-Kollegin zu, die ein ganz ähnliches Tuch trägt. Nicht nur sie, und nicht nur Harley-Fans teilen diese Einschätzung. Nach dem Krieg trugen die Trümmerfrauen die einfache und zweckmäßige Kopfbedeckung als Schutz gegen den Staub. In den Fünfzigerjahren war das Tuch typisches Utensil für Putzfrauen und äußeres Kennzeichen eines Hausmütterchens. Damals sahen viele Frauen in Deutschland so aus wie die keifende Hausmeisterin Else Kling in der "Lindenstraße", die ihr Kopftuch straff hinter dem Haupt geknotet trägt. Nicht nur für Else Kling Das mag für die Hausarbeit praktisch sein, doch heute werden solche Tücher nicht nur von Hausfrauen, sondern sogar von Reinigungskräften verschmäht. Stattdessen haben es dynamische junge Menschen entdeckt. Sie nennen es natürlich nicht Kopftuch, weil das zu bieder klingt, sondern neudeutsch Bandana: eine extrem wandlungsfähige Kopfbekleidung, die je nach Knoten als Halstuch, Stirnband oder eben als Kopftuch verwendet werden kann. Die Bandana ist praktisch, weil sie lange Haare bändigt, die bei sportlichen Anstrengungen lästig werden. Getragen werden Bandanas in der Disco, am Strand, auf dem Skateboard und beim Inlinerfahren – auf der Piste eben. Auch aus der Popmusik sind schicke Kopfbedeckungen nicht mehr wegzudenken, ganz gleich, ob die Modeschöpfer dabei an Kapuzen oder Tücher dachten. Die australische Popsängerin Kylie Minogue tanzt beispielsweise in dem Video zu ihrem Hit "Can’t get you out of my head" in einem weißen Kleidungsstück, welches so raffiniert geschnitten ist, dass der Zuschauer nicht genau weiß, ob es mehr verhüllt oder enthüllt. Am ehesten beschreiben lässt sich das Teil als faszinierende Kombination aus Ganzkörperkopftuch und luftigem Overall mit integrierter Kopfbedeckung. Schaut man ihr nur ins Gesicht – das tut natürlich niemand –, sieht Kylie frivolerweise ein bisschen aus wie eine Nonne. Das Publikum macht sich vermutlich kaum Gedanken um solche textilen Nuancen, sondern rast – so wie es auch der Rhythm'n'Blues-Sängerin Alicia Keys zujubelt, wenn die sich mit einem knappen, luftigen Tuch schmückt. Vorbild Queen Stars mit Kopftuch haben Tradition: Katharine und Audrey Hepburn, Grace Kelly und Queen Elizabeth II. traten ohne Hemmungen mit Foulards an die Öffentlichkeit, deren Schnitt und Knoten je nach Funktion und Anlass von Resolutheit, Koketterie und scheinbarer Harmlosigkeit zeugten. Neu ist das alles nicht. Schon zu den Zeiten der Pharaonen waren Kopftücher verbreitet, lange bevor es Juden, Christen oder Moslems gab. Vor allem aus praktischen Erwägungen, denn Kopftücher schützen in Sandwüsten vor dem feinen Sand, der sich sonst in alle Poren setzt und das Haar verklettet.

Paradeputzfrau Else Kling mag Kopfwickel.  WDR.

Jeden Sonntag, wenn es nicht gerade regnet, fährt Karlheinz S. aus Bergen-Enkheim mit seiner chromblitzenden Harley V-Rod auf den Großen Feldberg, den höchsten Berg im Taunus. Oben angekommen, gesellt er sich zu den vielen anderen "Mopedfahrern", wie er sie nennt, zündet sich eine Zigarette an und setzt den Helm ab. Darunter trägt er ein Kopftuch mit Harley-Davidson-Logo, mit vier Knoten über dem Haupthaar zusammengebunden. Ohne das, sagt er, traut sich ein echter Harley-Fahrer nicht aus dem Haus. "Stimmt doch, Anita?", ruft er einer Zweirad-Kollegin zu, die ein ganz ähnliches Tuch trägt. Nicht nur sie, und nicht nur Harley-Fans teilen diese Einschätzung. Nach dem Krieg trugen die Trümmerfrauen die einfache und zweckmäßige Kopfbedeckung als Schutz gegen den Staub. In den Fünfzigerjahren war das Tuch typisches Utensil für Putzfrauen und äußeres Kennzeichen eines Hausmütterchens. Damals sahen viele Frauen in Deutschland so aus wie die keifende Hausmeisterin Else Kling in der "Lindenstraße", die ihr Kopftuch straff hinter dem Haupt geknotet trägt. Nicht nur für Else Kling Das mag für die Hausarbeit praktisch sein, doch heute werden solche Tücher nicht nur von Hausfrauen, sondern sogar von Reinigungskräften verschmäht. Stattdessen haben es dynamische junge Menschen entdeckt. Sie nennen es natürlich nicht Kopftuch, weil das zu bieder klingt, sondern neudeutsch Bandana: eine extrem wandlungsfähige Kopfbekleidung, die je nach Knoten als Halstuch, Stirnband oder eben als Kopftuch verwendet werden kann. Die Bandana ist praktisch, weil sie lange Haare bändigt, die bei sportlichen Anstrengungen lästig werden. Getragen werden Bandanas in der Disco, am Strand, auf dem Skateboard und beim Inlinerfahren – auf der Piste eben. Auch aus der Popmusik sind schicke Kopfbedeckungen nicht mehr wegzudenken, ganz gleich, ob die Modeschöpfer dabei an Kapuzen oder Tücher dachten. Die australische Popsängerin Kylie Minogue tanzt beispielsweise in dem Video zu ihrem Hit "Can’t get you out of my head" in einem weißen Kleidungsstück, welches so raffiniert geschnitten ist, dass der Zuschauer nicht genau weiß, ob es mehr verhüllt oder enthüllt. Am ehesten beschreiben lässt sich das Teil als faszinierende Kombination aus Ganzkörperkopftuch und luftigem Overall mit integrierter Kopfbedeckung. Schaut man ihr nur ins Gesicht – das tut natürlich niemand –, sieht Kylie frivolerweise ein bisschen aus wie eine Nonne. Das Publikum macht sich vermutlich kaum Gedanken um solche textilen Nuancen, sondern rast – so wie es auch der Rhythm'n'Blues-Sängerin Alicia Keys zujubelt, wenn die sich mit einem knappen, luftigen Tuch schmückt. Vorbild Queen Stars mit Kopftuch haben Tradition: Katharine und Audrey Hepburn, Grace Kelly und Queen Elizabeth II. traten ohne Hemmungen mit Foulards an die Öffentlichkeit, deren Schnitt und Knoten je nach Funktion und Anlass von Resolutheit, Koketterie und scheinbarer Harmlosigkeit zeugten. Neu ist das alles nicht. Schon zu den Zeiten der Pharaonen waren Kopftücher verbreitet, lange bevor es Juden, Christen oder Moslems gab. Vor allem aus praktischen Erwägungen, denn Kopftücher schützen in Sandwüsten vor dem feinen Sand, der sich sonst in alle Poren setzt und das Haar verklettet.

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