Trennbankensystem: "Kochrezepte aus Amerika" bedrohen Deutsche Bank

18. Oktober 2011
Angela Merkel auf dem Quelle: APBild vergrößern
Angela Merkel auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen Quelle: AP
von Dietmar Neuer Handelsblatt

Kritikern gelten Investmentbanker als Zocker, die ganze Banken in Schieflage bringen können. Überlegt wird daher, die normalen Bankgeschäfte von den risikoreicheren zu trennen. Das könnte große Institute hart treffen.

In der Finanzkrise hält Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auch Straßenproteste für gerechtfertigte Meinungsäußerungen. Allerdings sollten sich die Demonstrationen nicht allein gegen die Banken richten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Schließlich seien es Staaten gewesen, die jahrzehntelang über ihre Verhältnisse gelebt hätten.

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Nichtsdestotrotz erhöht die Politik nun den Druck auf die Finanzwirtschaft und lässt die Institute wissen, dass sie einer internationalen Debatte über ein Trennbankensystem offen gegenüber steht – Ausgang offen. Bereits während der Finanzkrise 2008/09 waren Ideen aufgekommen, Investment- und Geschäftsbanken stärker voneinander zu trennen. Am Wochenende hatte dann SPD-Chef Gabriel die Debatte aufgegriffen, die auch von der Industrieländerorganisation OECD angeregt wurde. Jetzt also die Bundesregierung.

Motive liegen scheinbar auf der Hand

Die Motive der Politik, ausgerechnet jetzt Richtung „Trennbankensystem“ zu gehen, liegen scheinbar auf der Hand. Deutschland und Frankreich wollen die europäischen Banken mit einem Paket von Maßnahmen stabilisieren - notfalls auch gegen deren Willen. Dazu sollen beim EU-Gipfel am Wochenende unter anderem Entscheidungen über eine höhere Eigenkapitalquote und eine größere Beteiligung an einem weiteren Griechenland-Rettungspaket fallen. Dagegen sträuben sich die Institute allerdings bisher. Also wird mit der Brechstange gearbeitet – und offen über eine klarere Trennung des Investment-Banking vom Privat- und Firmenkundengeschäft der Banken gesprochen.

Trennbankensystem "unerlässlich"

Das soll vor allem die Großbanken disziplinieren, denn die würden bei einem Trennbankensystem besonders hart getroffen. Die Überlegungen stoßen denn auch unter Experten auf ein unterschiedliches Echo. Während Hans-Peter Burghof, Professor für Banken- und Finanzwissenschaft an der Universität Hohenheim, die Überlegungen als „Kochrezepte aus Amerika - an den Bedürfnissen der deutschen Wirtschaft vorbei“ bezeichnete, hält der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, eine Trennbankensystem für „unerlässlich“, wenn man ein stabiles Finanzsystemsystem wolle.

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Kommentare | 11Alle Kommentare
  • 18.10.2011, 18:01 UhrOberlehrer

    Die Polit- und banksterkasten stecken unter einer Decke.
    Wer wie Jo Ackermann mind. 20% Rendite erreicht, der kann nur
    mit sog. halbseidenen, kriminellen Methoden arbeiten bzw. zocken.
    Die Finanzkrise kam aus USA, mit kreiert von Gb und Schröder und
    Fischer haben damals mit Zustimung der verkommenen FDP die
    Richtlinien in Deutschland auf Druck der banksterkaste gelockert, obwohl nachhaltig gewarnt wurde. Mit Kohl und Waigel fing das Elend an. Schulden ohne Ende und das Volk beschissen, abgezockt,
    betrogen. Nie wurden Schulden getilgt, ist anscheinend nicht notwendig, wenn man so manche selbsternannte Experten hört.
    Die Politkaste muss für diese Verbrechen bluten, ohne wenn und aber, ohne Gnade. Ertränken und hängen!

  • 18.10.2011, 18:13 UhrP.Bateman

    @Oberleher: genau, am besten wir entsorgen die gesamte Führungsmannschaft aus Politik, Wirtschaft und alle sonstigen Eliten und züchten gemeinsam hauptberuflich das Gemüse, das wir essen. Wer braucht schon Autos, Fernseher, DVD-Spieler, immer gut gefüllte Kühlschränke, beheizte Eigenheime, Urlaub, Handys und alle anderen Annehmlichkeiten einer Wohlstandsgesellschaft.

  • 19.10.2011, 09:26 UhrEUdSSR: "Endphase bin ich": EU der Staatschefs [6]

    ..
    Um doch Anschein einer demokratischen Legitimation bei diesem quasi "Staatstreich" (da weiter ohne beitrittreferenden, Wahlen, Volksbefragung und Vertragsänderungen!) von Parlamenten doch zu bekommen, sollen diese zu nur "informellen beteiligung" Fraktionschefs in eine "Euro-beiratskammer" senden, damit diese passiv und stimmlos als Faktotums der o.g. "EU-Protektoren" miteinander wirkungsfrei palavern, um dann den kastrierten nationalen Parlamenten ohne budgetkontrollrecht die Erlasse der EU-Staatschefs zum postdemokratischen Abnicken, wie unter Honecker oder Ceausescu, rückübermitteln!

    (!) Das soll wg. des zu erwartenden "Geschreis und Gezetters von innen" nur ohne Parlamente, wie das erst später nachratifizierte "Schengenabkommen", mittels eines, nicht durch Parlamente vorab zu ratifizierenden aber sofort wirkungswirksamen "iNTERGOUVERMENTALEN VERTRAGS" nur der EU-Staatschefs geschehen!

    QUiNTESSENZ, wie schon öfters in deutscher Geschichte:
    (!!!) da solche ideengeber in supergloriosen Eigenreflektion per se immer "die Guten" sind, wie sicher schon auch ein "gutmeinender" LUDWiG XiV, so gilt auch hier wieder:
    "der ZWECK heiligt die MiTTEL" - wenn Schröder bei Putin mal ausgedient hat, so kann Fischer nahtlos dort als "lupenreiner Demokratielenker" anheuern!

    (!!!) EUdSSR:
    Kein Poet kann die von allen o.g. "konsequenten" "politischen Versagern", als den WAHREN KRiSENVERURSACHERN, postdemokratisch eingeschlagene *WAHRE* MARSCHRiCHTUNG zur "EUdSSR" in schöngeistigere Worte kleiden!
    SO KEiNESWEGS VON UNSEREN VERFASSUNG GEDECKT!
    Und sicher *NiCHT DEMOKRATiSCH* legitimiert!

    So naht der gloreiche Tag, wo wieder alle "Werktätigen" zum Jubelappel zu Ehren des weisen Staatsrats antreten dürften!
    Denn: "DiE PARTEi, DiE PARTEi, die hat immer, immer Recht..!"

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