Trotz der Turbulenzen: Finanzkrise belastet Helaba und J.P. Morgan kaum

Trotz der Turbulenzen: Finanzkrise belastet Helaba und J.P. Morgan kaum

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Günther Merl, Vorstandsvorsitzender der Landesbank Hessen-Thüringen

Die Landesbank Hessen-Thüringen erwartet sogar einen Anstieg des operativen Ergebnisses in diesem Jahr. Auch die US-Großbank J.P. Morgan Chase steckt die Finanzmarktkrise besser weg als erwartet. Private-Equity-Firmen dagegen sind zu einem Strategiewechsel gezwungen.

Die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat die schwere Finanzmarktkrise bisher weitgehend unbeschadet überstanden. Das Institut bezifferte die Belastungen aus den Turbulenzen auf 300 Millionen Euro für das vergangene Jahr und weitere 200 Millionen im ersten Quartal 2008. Das Geschäftsjahr 2007 sei für den Konzern ein operativ sehr erfolgreiches gewesen, sagte Vorstandschef Günther Merl heute in Frankfurt am Main. Auch für dieses Jahr zeigte er sich zuversichtlich.

Im vergangenen Jahr hielt die Helaba ihr Konzernergebnis mit 353 Millionen Euro nahezu konstant. 2006 waren es 367 Millionen Euro gewesen. Das Institut habe auch in der Finanzmarktkrise Kurs gehalten und seine langfristige Geschäftsstrategie des Wachstums durch Rentabilität erfolgreich umgesetzt, sagte der Vorstandschef. „Wir sind in den letzten Jahren auch nicht der Verlockung erlegen, weder in- noch außerhalb der Bilanz, zur Ertragsverbesserung großvolumig Kreditersatzgeschäfte zu tätigen“, sagte Merl mit Blick auf andere Institute. Für dieses Jahr erwartet Merl „einen signifikanten Anstieg unseres operativen Ergebnisses. Die Entwicklung im ersten Quartal bestätigt unsere Einschätzung.“ In der zweiten Jahreshälfte rechnet er zudem mit einer deutlichen Entspannung auf den Finanzmärkten.

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Zugleich bekräftigte Merl, die Heleba halte unabhängig von der Finanzmarktkrise an ihren ehrgeizigen Ertragszielen für 2007 bis 2011 fest. Danach soll sich der Gewinn vor Steuern verdoppeln und eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von 15 bis 20 Prozent erreicht werden. Die Helaba hatte in der Vergangenheit eine Fusion mit der angeschlagenen WestLB geprüft. Die Anteilseigner der hessisch-thüringischen Landesbank hatten Ende Februar den Plänen jedoch eine Absage erteilt.

Auch die US-Großbank J.P. Morgan Chase steckt die Finanzmarktkrise trotz eines Gewinneinbruchs zum Jahresauftakt weiterhin besser weg als viele Wettbewerber. Der Überschuss halbierte sich zwar im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr, lag aber immer noch bei 2,37 Milliarden Dollar (1,49 Milliarden Euro). Die Bank musste rund 2,6 Milliarden Dollar unter anderem bei Krediten abschreiben.

Die Aussichten für die Wirtschaft seien aber nach wie vor schwach, warnte Konzernchef Jamie Dimon heute in New York. „Die Finanzmärkte bleiben unter Druck.“ Die Bank schnitt mit ihren Zahlen etwas besser ab als von Analysten erwartet. Ihre Kreditvorsorge für vom Ausfall bedrohte Darlehen erhöhte sie um weitere 2,5 Milliarden Dollar. Der Verkauf von Aktien des Kreditkartenanbieters Visa brachte dem Institut vor Steuern 1,5 Milliarden Dollar ein. Bereits im Schlussquartal 2007 war der Gewinn bei J.P. Morgan um mehr als ein Drittel gefallen. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten rutschte die Bank aber bisher nicht ins Minus und die Abschreibungen fielen vergleichsweise gering aus.

J.P. Morgan steht kurz vor Abschluss der Übernahme der fünftgrößten US-Investmentbank Bear Stearns. Mitte März hatte Bear Stearns den Notverkauf zur Rettung vor der Pleite vereinbart. Bei der Investmentbank könnte laut Berichten rund die Hälfte der rund 14.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. J.P. Morgan hält angesichts der aktuellen Schwäche vieler Wettbewerber weiter nach günstigen Übernahmekandidaten Ausschau. Bisher vergeblich warb die Bank zuletzt laut Berichten um die durch die Kreditkrise gebeutelte größte US-Sparkasse Washington Mutual.

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