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TUI: Russischer Großaktionär stärkt und schwächt Frenzel

von Christian Schlesiger

Der russische Großaktionär Alexej Mordaschow erhöht seinen Anteil auf 25 Prozent. Für TUI-Chef Frenzel ist das eine gute und eine schlechte Nachricht.

Michael Frenzel Quelle: dpa
Michael Frenzel Quelle: dpa

Eine Überraschung ist die Nachricht nicht. Und doch ist sie bedeutend für den Touristikkonzern TUI und seinen obersten Boss Michael Frenzel. Alexej Mordaschow hält über sein Unternehmen S-Group Travel Holding nun mehr als 25 Prozent an TUI. Damit ist der russische Oligarch nicht nur der mit Abstand größte Aktionär, sondern er verfügt auch über eine Sperrminorität.

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Damit stärkt Mordaschow den Rücken von Frenzel vor allem gegenüber dessen größten Widersacher John Fredriksen, der in den vergangenen Jahren der größte Kritiker Frenzels war und vergeblich versuchte, ihn auf Hauptversammlungen zu stürzen. Der Norweger Fredriksen hält rund 15 Prozent der Anteile an TUI. Auf dessen Drängen leitete TUI 2008 die Trennung von der Containersparte ein.

2008 war Mordaschow noch nicht das stärkste Glied in der Reihe der TUI-Aktionäre. Doch spätestens jetzt ist klar, wer die Zukunft von TUI maßgeblich mitbestimmen wird. Mordaschow gilt als Freund des TUI-Managers. Beide verfolgen ähnliche Ziele beim Ausbau des touristischen Geschäfts. Insofern ist die Nachricht eine im Prinzip positive für Frenzel.

Weniger Optionen für Frenzel

Doch wie so oft im Leben, gibt es immer zwei Seiten einer Medaille. Die Sperrminorität schränkt Frenzels Optionen ein, den Konzern für die Zukunft neu aufzustellen. Es gibt mehrere Alternativen, was Frenzel mit den Verkaufserlösen von Hapag-Lloyd anfangen könnte. TUI will die Reederei in den kommenden Monaten komplett veräußern - entweder über einen Börsengang oder durch Verkauf an Investoren. Eine Option  ist der Rückkauf der Anteile an der britischen TUI Travel. Die Muttergesellschaft TUI hält derzeit knapp die Mehrheit. So könnte TUI wieder zu einem reinrassigen Touristikkonzern werden, der auch die operative Hoheit über das Geschäft in Großbritannien hält.

Doch nun ist fraglich, ob diese Option wirklich noch auf der Agenda steht. Mordaschow hat ein eigenes Interesse, den russischen Markt aufzurollen. Ein Joint Venture zwischen TUI und Unternehmen von Mordaschow gibt es bereits. Es liegt auf der Hand, dass der Russe auf die Expansion von TUI in Russland drängen wird. Das reduziert die strategischen Möglichkeiten des TUI-Chefs. Insofern ist der Ausbau der Anteile von Mordaschow auch eine negative Nachricht für Frenzel.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 09.09.2011, 14:27 UhrAnonymer Benutzer: Steigenberger

    Warum so negativ .

    in Gb. steckt die Pauschaltouristik in einer schweren Rezessionskrise.

    Die briten haben - auch wegen des Pfundverfalls- nicht mehr die
    Mittel um gross zu reisen; Wettbewerber Thomas Cook verkauft
    schon seine letzten Reserven um noch etwas länger zu überleben!

    Russland u. andere GusLänder boomen dank hoher Rohstoffpreise,

    die Kombination von TUi Pauschaltouristik knowhow u. Millionen

    von russischen Neukunden, die sicher in die Tui Reisegebiete geleitet

    werden ist eine winwin Situation für den Konzern u. seinen russischen Anteilseigner.

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