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TV-Hersteller: Loewe stolpert zur IFA

von Karen Haak

Es ist noch gar nicht lange her, als sich die Presse mit Lobeshymnen auf den Fernsehhersteller Loewe überschlug: „Die Marke Loewe glänzt wieder“, schrieb die FAZ, „Loewe schafft die Wende“, das Handelsblatt und die Zeit titelte, „Wieder auf Sendung“. 2006 war die Absatzkrise überwunden und der Kronacher Mittelständler schrieb schwarze Zahlen. Doch jetzt steckt das Traditionshaus wieder bis zum Hals in Problemen.

Fernseher-Produktion bei Loewe Quelle: dpa/dpaweb
Fernseher-Produktion bei Loewe in Kronach Quelle: dpa/dpaweb
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Die Geschäftszahlen sind enttäuschend. Obwohl der Umsatz leicht gestiegen ist, fuhr das Unternehmen einen Verlust von 4,9 Millionen Euro ein. Im Vorjahr hatte Loewe noch einen schmalen Gewinn von 0,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Doch das ist für dieses Jahr kaum noch zu schaffen, das Unternehmen selbst schließt einen Jahresverlust nicht aus.

Vor allem gestiegene Kosten im Einkauf und gesunkene Preise im Verkauf machen dem Unternehmen zu schaffen. So war auch die Loewe-Aktie in den vergangenen Wochen im stetigen Sinkflug und schwankt derzeit um die sechs Euro. Vor fünf Jahren war das Papier zeitweise das Dreifache wert. Neueste Hiobsbotschaft: das Papier muss seinen Platz im SDAX räumen.

Dabei sollte 2010 eigentlich alles besser werden. Also, noch besser als vorher. Die Fußball-WM in Afrika kurbelte auch in der gesamten Branche den Umsatz kräftig an. Schließlich wollen gerade die fußballbegeisterten Deutschen jeden Torschuss und jede Parade in bestmöglicher Qualität sehen. Doch der Boom ging an Loewe völlig vorbei. Denn ein Partner konnte nicht pünktlich die Chips für die Entwicklung neuer Modelle liefern. So war die Produktlinie erst im Handel, als die WM längst lief. Viel zu spät also.

Loewe wechselt Chefs aus

Frieder Löhrer zog die Konsequenzen und räumte bereits vor zwei Monaten den Chefsessel. Ihm folgte Oliver Seidl, vorher Finanzvorstand. Der will mit einem strikten Sparkurs das angeschlagene Unternehmen wieder auf Kurs bringen. Allerdings soll der Rotstift nur in Bereichen wie der Distribution angesetzt werden. Entwicklung und Marketing bleiben unangetastet. Auch Kündigungen wird es nicht geben.

Sparpotenzial sieht Seidl im Einkauf der Einzelteile. Um das zu nutzen, führt er ein Plattform-System ein, das er sich bei den Autobauern abgeschaut hat. Dabei werden jetzt in den verschiedenen Produktlinien an möglicht vielen Stellen identische Bauteile verwand. Schließlich bedeuten höhere Stückzahlen auch höhere Preisnachlässe bei den Zulieferern.

Trotz aller guten Vorsätze bleiben die Finanzexperten skeptisch. Die Analysten der DZ-Bank raten, besser die Finger von Loewe-Aktien zu lassen. Denn das dritte Quartal sei schon saisonbedingt schwach. Doch die Experten haben Hoffnung. Die Sparmaßnahmen seien der richtige Weg und Oliver Seidl der richtige Mann.

Loewe auf der IFA

Die Kronacher hoffen zudem auf Impulse von der Internationalen Funkausstellung (IFA), die am Freitag in Berlin eröffnet wird. Auf der Branchenmesse dreht sich für Loewe alles um die zukunftsträchtigen 3D- und Blu Ray-Technologien. Doch diese Technologien sind erst ab 2011 für alle im Handel erhältlich. Damit verpassen die 3D-Geräte haarscharf das diesjährige Weihnachtsgeschäft. Die Konkurrenz liegt an dieser Stelle besser in der Zeit. Doch Loewe will im Weihnachtsgeschäft mit den Entwicklungen der altbewährten Linien Connect und Art punkten.

Mit Technologie und Design hatte es Loewe auch 2005 geschafft, sich aus einer Absatzkrise rauszuarbeiten. Zuvor hatte die asiatische Konkurrenz den deutschen Mittelständler mit Flachbildfernsehern für den Massenmarkt eiskalt erwischt. Die flachen Geräte waren damals teuer und mit schlechter Bildqualität, trotzdem wollten alle einen schicken Flachen zu Hause haben. Die noch teureren Röhrengeräte von Loewe blieben in den Regalen stehen, der Absatz brach binnen eines Jahres um 40 Prozent ein.

Mit eiserner Kostendisziplin auf der einen Seite und großzügigen Investitionen in das Marketing gelang der Turnaround. Seit Jahren fährt das Unternehmen eine Premiumstrategie. So kosten Loewe-Geräte ein Vielfaches von dem, was Kunden für Fernost-Fernseher zahlen. Dafür erwartet die anspruchsvolle Kundschaft edles Design und technische Innovationen. Kosten senken allein, genügt nicht, um aus der Krise zu kommen. Die Traditionsmarke muss zu ihrer gewohnten Stärke zurückfinden.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.11.2010, 13:28 UhrAnonymer Benutzer: Loewe Kunde

    ich habe einen Loewe Connect 42 DR+ . Ein absolutes Meisterwerk, mit dem ausländische Geräte nicht mithalten können. Design, Verarbeitung, Tonqualität und vor allem sehr bedienerfreundlich dank übersichtlicher Fernbdeienung und gut gestaltetem Menü. Mein Fazit: Loewe ist nicht überteuert, sonder HOCHWERTiG
    Und übrigens, Geiz ist längst nicht mehr geil

  • 03.09.2010, 17:33 UhrAnonymer Benutzer: exLoeweMann

    Hatte bis vor Kurzem 2 Calidas daheim, von denen einer nach nunmehr 18 Jahren und 2 Reparatureinsätzen (Zeilentrafo) an den Schrott gewandert ist. bei der Recherche nach einem neuen Gerät mußte ich jedoch feststellen, daß die Preise derartig exorbitant und abgehoben sind, daß selbst meine langjährigen guten Erfahrungen mit Loewe-Fernsehgeräten nicht mehr geholfen haben um das 4- bis 5-fache dessen auszugeben, was ein vergleichbares Produkt von Sony oder Philips kosten sollte. bei aller Liebe & "Made in Germany" Symphatie..., irgendwann ist mal Schluß mit Lustig. Schade.

  • 03.09.2010, 17:33 UhrAnonymer Benutzer: exLoeweMann

    Hatte bis vor Kurzem 2 Calidas daheim, von denen einer nach nunmehr 18 Jahren und 2 Reparatureinsätzen (Zeilentrafo) an den Schrott gewandert ist. bei der Recherche nach einem neuen Gerät mußte ich jedoch feststellen, daß die Preise derartig exorbitant und abgehoben sind, daß selbst meine langjährigen guten Erfahrungen mit Loewe-Fernsehgeräten nicht mehr geholfen haben um das 4- bis 5-fache dessen auszugeben, was ein vergleichbares Produkt von Sony oder Philips kosten sollte. bei aller Liebe & "Made in Germany" Symphatie..., irgendwann ist mal Schluß mit Lustig. Schade.

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