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Übernahme: Cerberus wildert auf dem US-Automarkt

von wiw/dpa

Finanzinvestor Cerberus will den amerikanischen Zulieferer Tower Automotive kaufen. Damit setzt Cerberus seine Expansion auf dem Automarkt fort. Demnächst könnte ein Gebot für Chrysler folgen.

Verlässt Volkswagen mit einer Millionen-Abfindung: Markenchef Wolfgang Bernhard,  dpa
Verlässt Volkswagen mit einer Millionen-Abfindung: Markenchef Wolfgang Bernhard, Foto: dpa

Für umgerechnet 758 Millionen Euro will Cerberus die Vermögenswerte von Tower Automotive übernehmen. Dies teilte Tower heute in Novi/Michigan mit. Das Unternehmen steckt derzeit in einem Insolvenzverfahren. Die Transaktion muss noch von dem Insolvenzgericht in New York genehmigt werden. Tower ist einer der führenden Anbieter von Fahrgestellen. Das Unternehmen beschäftigt 12.000 Mitarbeiter in mehr als 15 Ländern. Zu den Kunden gehören auch die Autohersteller BMW, DaimlerChrysler und Volkswagen. Mit der Übernahme setzt Cerberus seine rasante Expansion in der schwer angeschlagenen amerikanischen Autoindustrie fort. Die Gesellschaft will auch den größten amerikanischen Autoteilehersteller Delphi gemeinsam mit anderen Investoren für 3,4 Milliarden Dollar kaufen. Delphi, die ehemalige General Motors-Teilesparte, befindet sich ebenfalls in einem Insolvenzverfahren. Ende des vergangenen Jahres hatte Cerberus bereits die General Motors-Finanztochter GMAC zu 51 Prozent übernommen. Die Transaktion hatte einen Wert von 14 Milliarden Dollar. Cerberus ist nach unbestätigten Berichten auch an Chrysler interessiert. Bald erste Gebote für Chrysler Anfang des Jahres engagierte der Finanzinvestor den ehemaligen VW-Markenchef Wolfgang Bernhard als Berater. Er war vor einigen Jahren bei Chrysler Mann Nummer zwei und hatte dort gemeinsam mit dem jetzigen DaimlerChrysler-Konzernchef Dieter Zetsche die erste Sanierung nach dem Kauf durch die Stuttgarter durchgeführt. Chrysler hatte jedoch angesichts der Misere im nordamerikanischen Automarkt im Jahr 2006 wieder einen operativen Verlust von 1,5 Milliarden Dollar verbucht. Zu den weiteren Chrysler-Interessenten sollen auch die gemeinsam auftretenden Finanzinvestoren Blackstone und Centerbridge Partners sowie die Investmentfirma Ripplewood, der kanadische Autoteilehersteller Magna und der große Konkurrent General Motors (GM) zählen. Mit ersten Geboten zwischen vier und sechs Milliarden Dollar wird an diesem Freitag gerechnet.

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