Übernahme: Google übernimmt Mobilsparte von Motorola

Übernahme: Google übernimmt Mobilsparte von Motorola

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Google-Chef Larry Page

Der Internetkonzern Google expandiert massiv ins Handygeschäft. Der weltgrößte Suchmaschinenanbieter kauft für 12,5 Milliarden Dollar Motorola Mobility, wie der US-Konzern am Montag überraschend mitteilte. Für jede Aktie legt Google 40 Dollar auf den Tisch.

Google-Chef Larry Page verspricht sich vom Zukauf einen kräftigen Schub für sein eigenes Smartphone-Betriebssystem Android. Android ist innerhalb von nur drei Jahren zum meistbenutzten Smartphone-Betriebssystem der Welt aufgestiegen – und hat sich neben Apple und Nokia zum wichtigsten Anbieter auf dem Mobilfunkmarkt gemausert.

Der Mobilfunk-Pionier Motorola spielt dagegen schon seit Jahren keine führende Rolle in der Branche mehr, verfügt aber über eines der umfangreichsten Patent-Arsenale. Vor wenigen Wochen noch hatte Google den Bieterwettstreit um das Patent-Portfolio des gescheiterten Mobilfunk-Ausrüsters Nortel an Rivalen um Apple und Microsoft verloren. Zudem macht eine Reihe von Patentklagen der Konkurrenz dem Weltkonzern aus Mountain View zu schaffen. Besonders brenzlich wurde zuletzt die Auseinandersetzung mit dem Software-Riesen Oracle, der bei Android eine Verletzung von Patenten für die Programmiersprache Java sieht und mehrere Milliarden Dollar als Entschädigung fordert.

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Zukauf soll Patent-Portfolio stärken

Trotz der jüngsten Erfolge mit seiner Android-Plattform generiert der Suchmaschinenkonzern weiterhin den übermäßigen Großteil seiner Einnahmen aus dem Geschäft mit der Internetwerbung. Mit der Übernahme von Motorola Mobility erhofft man sich, künftig auch am lukrativen Geschäft mit Handy-Patenten mitzuverdienen.

Ein Problem von Google war stets dabei, dass der Internet-Konzern relativ neu im Mobilfunk-Geschäft ist und nicht über ein eigenes starkes Patent-Portfolio verfügt. Die Patente des Handy-Erfinders Motorola könnten Verhandlungsmasse liefern, um mit klagewilligen Rivalen zu einer Einigung zu kommen. Der Zukauf von Motorola werde das Patent-Portfolio von Google stärken, schrieb denn auch Page selbst in einem Blogeintrag. "Das wird es uns ermöglichen, Android besser vor  wettbewerbsfeindlichen Bedrohungen von Microsoft, Apple und anderen Unternehmen zu schützen", betonte er.

Der Deal muss noch von den Wettbewerbshütern genehmigt werden und soll Ende 2011 oder Anfang 2012 abgeschlossen werden. Das Geschäft dürfte eine besondere Aufmerksamkeit der Kartellwächter auf sich ziehen, die Google bereits zuvor genauer unter die Lupe genommen hatten. Das Geschäft mit Android gehöre dabei zu den zentralen Ansatzpunkten, berichtete kürzlich das "Wall Street Journal".

Motorola hat wechselhafte Jahre hinter sich

Motorola Mobility solle als eigenständiger Konzernteil agieren, betonte Google. Man werde mit allen anderen Android-Partnern weiterarbeiten. Eine Frage ist, ob der Deal das Verhältnis zu anderen großen Android-Herstellern wie HTC oder Samsung strapazieren könnte. Der Motorola-Konzern war vor einiger Zeit aufgespaltet worden. Die traditionsreiche Mobilfunksparte wurde dabei vom restlichen Geschäft etwa mit Settop-Boxen abgetrennt und Anfang des Jahres an die Börse gebracht. Die vergangenen Jahre waren für das Handy-Geschäft von Motorola eher wechselhaft. Unter dem Druck asiatischer Konkurrenten wie Samsung oder LG schwand der Anteil am Mobilfunk-Markt schnell und lag zuletzt nur noch bei 2,4 Prozent. Besser schlägt sich Motorola im boomenden Smartphone-Markt, wo der US-Konzern bereits auf die auf die Android-Plattform setzt.

Der Kaufpreis entspricht einem Aufschlag von 63 Prozent auf den Schlusskurs von Motorola Mobility am Freitag. Die in New York notierte Aktie schnellte vorbörslich um 59 Prozent in die Höhe. Google-Papiere gaben hingegen 2,8 Prozent nach. Die Google-Aktie in Frankfurt lag nach Bekanntgabe des Kaufs sogar 3,9 Prozent im Minus. Der Frankfurter Motorola-Mobility-Kurs bewegte sich zunächst kaum.

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