Übernahme: Schaeffler kauft Conti-Aktien billig ein

Übernahme: Schaeffler kauft Conti-Aktien billig ein

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Continental wehrt sich gegen die Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe

Das Familienunternehmen Schaeffler hat sich über Wertpapiergeschäfte acht Prozent an Continental zu Kursen gesichert, die weit unter dem Angebotspreis an die übrigen Aktionäre von 70,12 Euro lagen. Wie aus der Unterlage zu der Offerte für Conti hervorgeht, kaufte Schaeffler an der Börse zwischen dem 2. und dem 17. Juli fünf Millionen Conti-Aktien - drei Prozent der Anteile - zu jeweils 63,20 bis 69 Euro.

Vorgestern erwarb Schaeffler von der Royal Bank of Scotland weitere acht Millionen Conti-Aktien zu je 63,48 Euro und löste damit ein Termingeschäft auf. Schaeffler bezifferte die Kosten der gesamten Übernahme auf maximal 11,08 Milliarden Euro. Allein die Transaktionskosten lägen bei bis zu 72 Millionen Euro. Die Pläne zur Übernahme von Conti hat Schaeffler bereits seit mindestens vier Monaten. Am 17. März vereinbarte das fränkische Familienunternehmen mit der Investmentbank Merrill Lynch ein sogenanntes Swap-Geschäft über 28 Prozent an Continental.

Schaeffler will dieses während der bis Ende August laufenden Übernahmefrist kündigen, um an die dahinter stehenden Conti-Aktien zu kommen. Allerdings wies Schaeffler erneut darauf hin, dass das Unternehmen keinen vertraglich zugesicherten Zugriff auf diese 28 Prozent der Continental-Anteile hat. „Nach der Kündigung muss Merrill Lynch die unter dem Swap-Geschäft aufgebaute Position an Conti-Aktien in wirtschaftlich sinnvoller Weise auflösen“, heiß es in dem Papier. „Welche Maßnahmen Merrill Lynch dann vornehmen wird, ist der Bieterin (Schaeffler) nicht bekannt. „Continental bezweifelt das und hält die Swap-Geschäfte für eine illegale Umgehung der gesetzlichen Meldepflichten.

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Valeo an Conti-Teilen interessiert

Gestern wurde bereits bekannt, dass sich inzwischen der französische Autozulieferer Valeo sich für die Zeit nach der geplanten Übernahme von Continental durch die fränkische Schaeffler-Gruppe in Stellung bringt. Danach könnte Schaeffler gezwungen sein, wegen der hohen Verschuldung des hannoverschen Autozulieferers Unternehmensteile zu verkaufen, sagte Valeo-Chef Thierry Morin heute bei der Vorlage von Halbjahreszahlen. „Wir beobachten die Lage bei Continental/Schaeffler genau.“

Valeo sei auf der Suche nach Akquisitionszielen in seinem Kerngeschäft, sagte Morin. Das Unternehmen sei dabei in einer finanziell starken Situation, da es seine Verschuldung drastisch reduziert habe. Ein eigenes Gebot für Conti strebt Valeo aber offenbar nicht an.

„Erwarten Sie keine Multimilliarden-Akquisitionen“, sagte Morin, dessen Konzern eine Marktkapitalisierung von nur gut einem Zehntel dessen hat, was Conti an der Börse wert ist. Das Angebot von Schaeffler bewertet Conti mit insgesamt gut 11,3 Milliarden Euro. Der fränkische Wälzlagerhersteller hatte wiederholt deutlich gemacht, dass er keine Teile des Conti-Konzerns verkaufen will.

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