Übernahme: Was Payback für American Express bringt

Übernahme: Was Payback für American Express bringt

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Werbung für eine Payback-Visa-Card: Nun übernimmt Konkurent American Express das Bonussystem

von Thomas Stölzel

Auf den ersten Blick ergibt die Übernahme des deutschen Bonussystems Payback durch American Express wenig Sinn. Doch bei genauerem Hinsehen zeigen sich enorme Synergiemöglichkeiten und neuartige Erlösquellen.

Nahezu eine halbe Milliarde Euro will der US-Kreditkartenriese American Express zahlen, um das deutsche Bonuspunkteprogramm Payback zu übernehmen. Das hat der Konzern am Donnerstag angekündigt. Anfang nächsten Jahres soll der Kauf der Payback-Mutter Loyalty Partner über die Bühne gehen, hinter der zurzeit unter anderem der Handelsriese Metro und die Unternehmensberatung Roland Berger stehen. Die Mitgliedskarten von Payback, dem größten Bonusprogramms Europas, stecken allein hierzulande in gut 20 Millionen Portemonnaies. 

Für American Express bieten sich nun nicht nur enorme Synergiepotenziale. Auch könnte das Unternehmen in den nächsten Monaten in ein lukratives neues Geschäftsfeld einsteigen – die Vermittlung von Kunden an Händler. Zudem bekommt American Express Zugang zu einer riesigen Datenbank mit Informationen über die Nutzer, vor allem über ihre Einkaufsvorlieben. Ist doch Payback für seine Datensammelwut berüchtigt. Darum, neue Kreditkartenkunden zu gewinnen, dürfte es bei der Akquisition nur nachrangig gehen. Bislang bietet Payback in Kooperation mit dem Konkurrenten Visa eine Kreditkarte.

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Synergiemöglichkeiten ergeben sich anfangs vor allem bei der Prämienabwicklung. So betreibt American Express selbst schon mit den sogenannten Membership Rewards ein riesiges Bonusprogramm für die eigenen Kreditkartenkunden. Die können Ihre Punkte unter anderem in Flüge, edle Füllfederhalter oder iPods einlösen. Nach der Payback-Übernahme könnte American Express die Prämienabwicklung von Payback, die sich nur marginal unterscheidet, praktisch komplett dicht machen. Die zusätzlichen Aufgaben würden einfach die Membership-Rewards-Mitarbeiter übernehmen. Mehr noch, das Unternehmen könnte die international verbreiteten Membership Rewards nutzen, um Payback weltweit auszurollen.

Zudem bietet sich den Amerikanern die Möglichkeit, in die Fußstapfen zahlreicher kleiner aber feiner Internet-Startups zu treten, die derzeit mittels neuer Bonusprogramme Kunden an Onlinehändler vermitteln. Für diese Dienstleistung kassieren kleine Unternehmen wie Speach Media aus Hamburg eine durchaus beachtliche Provision, von der sie einen Teil in Prämienform an die Nutzer ausschütten. Das können Freiminuten fürs Handy oder Bargeldrückzahlungen sein. American Express bräuchte nur die Payback-Website anpassen, sodass diese Kunden auf verschiedene Onlineshops lotst. Die Kunden, die auf diesen Weg zum Internetladen gelangen, bekommen Punkte gutgeschrieben, American Express streicht die Vermittlungsprovision ein. Der Aufwand ist relativ gering, das Erlöspotenzial enorm.

Langfristig dürfte es aber auch darum gehen, einen Bestand der immer wichtiger werdenden persönlichen Daten von Nutzern anzuhäufen. Schon jetzt könnte American Express anhand der Kreditkartenumsätze der eigenen Kunden Nutzerprofile erstellen. Künftig kann das Unternehmen auch die Daten der Payback-Nutzer analysieren. In Zeiten, in denen Internet-Firmen wie Facebook und Google gewaltige Datenbanken mit Nutzerinformationen aufbauen, kann das nicht schaden. Zwar kommt eine Weitergabe solcher Daten nicht in Frage. Doch bekommt American Express einen noch intimeren Einblick in das Verhalten der Verbraucher. Und den könnte der Konzern mittelfristig auch für die Beratung von Handelsunternehmen einsetzen.

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