Übernahmeangebot: Ab sofort übernimmt Bund Hypo-Real-Estate-Aktien

Übernahmeangebot: Ab sofort übernimmt Bund Hypo-Real-Estate-Aktien

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Der Finanzmarktstabilisierungsfonds Soffin übernimmt ab sofort und bis zum 4. Mai Hypo-Real-Estate-Aktien zum Preis von 1,39 Euro.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat den Weg für eine Verstaatlichung des angeschlagenen Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) frei gemacht. Ab sofort können HRE-Aktionäre ihre Anteile für 1,39 Euro dem Bund verkaufen. Dafür haben Sie rund zwei Wochen Zeit.

Der Staat machte heute allen Aktionären ein Übernahmeangebot zum Preis von 1,39 Euro pro Aktie. Die Behörde habe das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot der Bundesrepublik Deutschland an die Aktionäre genehmigt, teilte der Finanzmarktstabilisierungsfonds Soffin mit. Der Preis beinhalte eine Prämie von rund zehn Prozent auf den gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro.

Die Annahmefrist beginnt heute und endet am 4. Mai 2009. Angestrebt wird der Erwerb von 100 Prozent der Anteile, eine Mindestannahmeschwelle existiert nicht. Sollten die Aktionäre nicht auf das Angebot eingehen, will der Bund die Bank verstaatlichen - dann aber zum gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro.

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Großaktionär J.C. Flowers - er hält 22 Prozent der HRE-Aktien - bleibt im Streit mit dem Bund um eine drohende Enteignung hart. Flowers werde sich das vorgelegte Übernahmeangebot ansehen, sagte ein Sprecher. „Wir prüfen alle Optionen.“ Es gebe aber weiterhin die Präferenz, im Unternehmen zu bleiben. Auch rechtliche Schritte würden derzeit geprüft.

Der Bund droht seinerseits in dem Übernahmeangebot mit der Einleitung eines Enteignungsverfahrens, wenn Aktionäre ihre Aktien nicht freiwillig verkaufen. Dies würde primär Flowers treffen.

Bund verteidigt erneut Milliardenrettung

Der Bund hat indes die milliardenschwere HRE-Rettung erneut verteidigt. Eine Insolvenz des Instituts hätte angesichts seiner Größe „substanzielle und kaum abschätzbare“ Effekte auf die Interbanken- und Pfandbriefmärkte sowie auf die Vermögens- und Ertragslage diverser anderer Finanzinstitutionen gehabt, hieß es in der heute veröffentlichten Angebotsunterlage des staatlichen Banken-Rettungsfonds Soffin für die Übernahme der HRE. Zudem hätte eine Pleite einen „gravierenden Vertrauensverlust“ an den nationalen und internationalen Finanzmärkten zur Folge gehabt, da die Bereitschaft des Bundes zur Rettung sämtlicher deutscher Banken in Frage gestellt worden wäre.

Signifikanter Marktteilnehmer

Die HRE ist einer der größten Pfandbrief-Emittenten in Deutschland. Sie hat über 88 Milliarden Euro an Pfandbriefen im Umlauf, deckt also mehr als zehn Prozent des gesamten deutschen Marktes ab. Auch im Derivatehandel ist die HRE ein signifikanter Marktteilnehmer: Ende 2008 hatte das Derivatebuch ein Volumen von nominal 900 Milliarden Euro, wie aus der Angebotsunterlage hervorgeht. Ende des vergangenen Jahres wurden zudem 47 Milliarden Euro an unbesicherten Anleihen von Investoren gehalten.

Die HRE wird mit 102 Milliarden Euro Garantien künstlich am Leben gehalten. Rund die Hälfte der Summe kommt vom Bund, den Rest stellten andere Banken zur Verfügung. Der Bund will die HRE nun komplett in seinen Besitz bringen. Im Zuge der geplanten Verstaatlichung hat die Bundesregierung inzwischen für 60 Millionen Euro neue HRE-Aktien aus einer Kapitalerhöhung erworben und hält derzeit 8,65 Prozent HRE-Anteile.

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