Übernahmekampf: Hochtief: ACS und Southeastern unter Verdacht

Übernahmekampf: Hochtief: ACS und Southeastern unter Verdacht

von Harald Schumacher

Dem Bauriesen Hochtief könnte es gelingen, die Übernahme durch ACS doch noch zu verhindern. Denn der Rivale hat möglicherweise gegen das Gesetz verstoßen.

Viele haben den deutschen Bauriesen Hochtief und dessen Vorstandschef Herbert Lütkestratkötter schon abgeschrieben. Doch statt sich geschlagen zu geben, arbeitet der Manager nun an einem juristischen Defensivschlag. So will er das Unternehmen doch noch vor der fast sicheren Übernahme durch den spanischen Großaktionär ACS bewahren. Der Schwachpunkt, an dem er ansetzen will, ist das auffällige Zusammenspiel zwischen ACS und dem US-Fonds Southeastern Asset Management. Der hatte am 16. Dezember angekündigt, ACS rund zwei Millionen Aktien aus seinen Beständen zu verkaufen. Mit diesen Aktien können die Spanier die Folgen einer Kapitalerhöhung bei Hochtief ausgleichen und sich wieder dem 30 Prozent-Anteil nähern, den sie hatten, bevor kürzlich das Emirat Katar bei Hochtief eingestiegen ist. Um diesen Anteil weiter auszubauen und später auf über 50 Prozent zu kommen, macht ACS den übrigen Aktionären derzeit ein Übernahmeangebot.

Das Zusammenspiel mit den Amerikanern könnte sich aber als entscheidender Fehler in der Strategie von ACS-Chef Florentino Perez erweisen. Das Vorgehen der beiden Aktionäre wertet Oliver Maaß, renommierter Aktienrechts-Spezialist der internationalen Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds in München, als „acting in concert“. Ein solches abgestimmtes Verhalten ist laut Wertpapierübernahmegesetz verboten, sofern die Absprache heimlich und intransparent ist. Dies hält Maaß für „wahrscheinlich: Der Aktienverkauf von Southeastern an ACS muss mittelfristig vorbereitet gewesen sein – so etwas passiert nicht ad hoc“. Dafür spreche auch, dass schon kurz nach Beginn des Übernahmekampfes Mitte September eine Rückendeckung für ACS durch den Fonds in zahlreichen Medien thematisiert wurde. Maaß: „Die Verdachtsmomente sind klar, die Finanzaufsicht BaFin muss dem auf den Grund gehen.“ Es gelte, Beweise zu sichern, etwa in Form von internen E-Mails.

Anzeige

Die Transparenzvorschriften für gemeinsam vorgehende Aktionäre hatte Deutschland erst 2008 verschärft. Findet die BaFin heraus, dass das Verhalten von ACS und Southeastern abgestimmt war, hat das laut Maaß Folgen. Beide Aktionäre hätten kein Stimmrecht auf der nächsten Hauptversammlung, ihnen drohten Geldbußen, und sie müssten ein neues, vermutlich deutlich höheres Übernahmeangebot abgeben. Maaß: „Acting in concert ist so ziemlich das Schlimmste, was ein Angreifer bei einem Übernahmeversuch tun kann.“ Weder die BaFin noch Hochtief wollten sich zu dem Sachverhalt äußern. Aus Hochtief-Kreisen wurde jedoch bestätigt, die Konzernzentrale beschäftige sich „intensiv mit dem Thema“.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%