Übernahmekampf: Hochtief bleibt weiter für Überraschungen gut

Übernahmekampf: Hochtief bleibt weiter für Überraschungen gut

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Florentino Pérez

von Anton Riedl und Harald Schumacher

Die Übernahmeschlacht um den deutschen Bauriesen Hochtief kann noch Monate dauern – und verblüffende Wendungen nehmen.

Klar, vielleicht ist der Übernahmekampf um Hochtief gelaufen. So sehen es jedenfalls die meisten Kommentatoren und Analysten, etwa Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe, der sagt: „Die Abwehrmaßnahmen von Hochtief kommen jetzt zum Erliegen.“ Vielleicht aber geht der Kampf um Deutschlands führendes Bauunternehmen erst richtig los, nachdem der spanische Angreifer ACS mit 30,34 Prozent der Hochtief-Anteile eine im Übernahmerecht wichtige Hürde geschafft hat. Dass es so kommt, hält Oliver Maaß, Aktienrechts-Spezialist der internationalen Kanzlei Heisse Kursawe Eversheds in München, aufgrund eigener Erfahrungen für realistisch: „Mich erinnern die Ereignisse bei Hochtief an den Kampf um Cewe Color.“

Rückblick: Um den Oldenburger Fotoentwickler tobte 2007 ein Aktionärskrieg. Der US-Firmenjäger Guy Wyser-Pratte und mit ihm kooperierende Hedgefonds wollten den Cewe-Vorstand und den Aufsichtsrat absetzen und eine Sonderausschüttung erzwingen. Am 26. April 2007 kam es zum Showdown. Heisse-Kursawe-Anwälte hatten, erinnert sich Maaß, mit -„extremem Proxyfighting“ – also dem -Mobilisieren möglichst vieler Aktionäre – dafür gesorgt, dass bei der Hauptversammlung rekordverdächtige 87 Prozent des Cewe-Kapitals zugegen waren. Die entscheidende Abstimmung kurz vor Mitternacht gewannen dadurch die Cewe-Verteidiger mit 58 Prozent. Die US-Investoren gaben auf; Wyser-Pratte senkte seinen Cewe-Anteil 2010 auf ein Prozent. Vorstandschef Rolf Hollander sanierte das im SDax notierte Unternehmen und blieb bis heute im Amt.

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Gerangel um den Aufsichtsrat

Gibt es ein Happy-End auch für Dr. Lü? Der Hochtief-Vorstandsvorsitzende Herbert Lütkestratkötter und im Hintergrund Aufsichtsratschef Detlev Bremkamp kämpfen seit dem 16. September vehement gegen den Angriff des spanischen Großaktionärs ACS. Möglich, dass sie nun kapitulieren. Aber sie könnten auch weiter die Pläne des schillernden ACS-Chefs Florentino Pérez kontern. Mittel dazu bietet vor allem die Hauptversammlung am 12. Mai.

Eine Strategie wird schon vorbereitet: Die Hochtief-Verteidiger wollen – wie Cewe – so viele Aktionäre zur Teilnahme an der Hauptversammlung bewegen wie noch nie, um ACS zu überstimmen. Dafür müssen sie die übliche Hauptversammlungspräsenz von rund 60 Prozent des Hochtief-Kapitals auf 70 bis 80 Prozent steigern, was realistisch ist. Pérez wird parallel versuchen, bis Mai die derzeit 32 Prozent des Hochtief-Kapitals zu steigern, über die er und der ACS-freundliche US-Fonds Southeastern Asset Management verfügen, indem er Verbündete sucht und Aktien kauft. Aber selbst wenn ACS 40 Prozent des Kapitals auf seine Seite zieht: Die Hauptversammlungsmehrheit, mit der er Teile des Aufsichtsrats austauschen könnte, hätte Pérez damit noch nicht sicher.

Dagegenhalten dürfte die Qatar Holding, die seit Dezember 9,1 Prozent der Hochtief-Anteile hält. Das Emirat muss den Einfluss von ACS zügeln, weil der Wert seines Investments sonst allein von den Spaniern abhängt. Und die stehen im Verdacht, Hochtief mittelfristig ausschlachten zu wollen, um mit der Beute die noch größere Übernahme des spanischen Energiekonzerns Iberdrola zu finanzieren. „Ein heftiges Gerangel“ um den Einfluss im Aufsichtsrat erwarten Finanzexperten.

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