Übernahmekonzept von VW: Mit mehr Kapital gegen die Porsche-Schulden

Übernahmekonzept von VW: Mit mehr Kapital gegen die Porsche-Schulden

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Volkswagen und Porsche

Der Autokonzern Volkswagen fasst im Zuge der Porsche-Übernahme Berichten zufolge eine Kapitalerhöhung ins Auge, denn der Schuldenberg von Porsche könnte inzwischen auf 14 Milliarden Euro angewachsen sein.

Geplant sei die Ausgabe neuer Aktien im Gesamtwert von vier Milliarden Euro, schreibt die „Financial Times Deutschland“. Mithilfe des frischen Geldes wolle der Wolfsburger Konzern sein Kreditrating wahren, berichtet die „FTD“ unter Berufung auf Konzernkreise. Ein VW-Sprecher wollte die Informationen auf Nachfrage der Zeitung nicht kommentieren.

Unterdessen wollten sich die derzeitigen Porsche-Eignerfamilien an der geplanten Kapitalerhöhung bei dem Sportwagenbauer nicht durch eine Bareinlage beteiligen, heißt es mit Verweis auf Verhandlungskreise. Der Porsche-Aufsichtsrat hatte am vergangene Woche beschlossen, eine Kapitalerhöhung von mindestens fünf Milliarden Euro vorzubereiten, die durch Bar- oder Sacheinlage erfolgen könne. Als mögliche Sacheinlage gilt die österreichische Vertriebsholding, die den Familien Porsche und Piech gehört. Europas größter Autohändler hat dem Blatt zufolge im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 13,7 Milliarden Euro erzielt. Ein Einstieg des Emirats Katar ist laut „FTD“ erst 2011 kurz vor der Verschmelzung mit Volkswagen vorgesehen. Dann solle das Emirat zehn Prozent von Porsche übernehmen, um seine Beteiligung am künftigen VW-Konzern auf knapp 20 Prozent aufzustocken.

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Porsche hat angeblich 14 Milliarden Euro Schulden

Volkswagen plant den schrittweisen Kauf des Stuttgarter Sportwagenbauers und will den Zusammenschluss bis Mitte 2011 abschließen. VW verfügt letzten Angaben zufolge über Barreserven von knapp elf Milliarden Euro und könnte damit den Porsche-Kauf für acht Milliarden Euro stemmen.

Zur Gefahr für das VW-Kreditrating, das über die Kosten von Unternehmenskrediten entscheidet, könnte jedoch die hohe Verschuldung von Porsche werden. Die finanzielle Schieflage des Porsche- Konzerns ist offenbar dramatischer als bisher bekannt. Die Nachrichtenmagazine „Focus“ und „Der Spiegel“ berichten übereinstimmend von einem Schuldenberg von 14 Milliarden Euro.

Demnach wäre Porsche in etwa zwei Wochen zahlungsunfähig gewesen. Zudem benötigt Porsche schnell frisches Kapital – Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann habe bereits interveniert. Ein Porsche-Sprecher bestätigte die Summe nicht. „Wir hatten zum Halbjahr eine Nettoverschuldung von neun Milliarden Euro. Diese ist durch Steuerzahlungen auf rund zehn Milliarden Euro angewachsen“, hieß es aus Stuttgart. Auch bei VW wollte sich niemand zu den Summen äußern. „Wir müssen den umfassenden Prüfungs- und Bewertungsbericht abwarten“, sagte ein Konzernsprecher.

Noch unklar sind die künftigen Beteiligungsverhältnisse im neuen VW-Konzern, in dem Porsche als zehnte Marke geführt werden soll. Der Anteil der Familien Porsche und Piech könnte laut Medienberichten bei rund 40 Prozent statt wie bislang angenommen gut 50 Prozent liegen. Das Land Niedersachsen soll weiter mit gut 20 Prozent beteiligt bleiben und seine bislang durch das VW-Gesetz gesicherten Rechte behalten. Neuer Großaktionär mit knapp 20 Prozent soll der Golf-Staat Katar werden. Auch die Belegschaft pocht auf einen Anteil am künftigen Unternehmen. Ein Grundkonzept für die Fusion von VW und Porsche soll bis Mitte August stehen.

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