Übernahmestreit: Duell der Opel-Experten

Übernahmestreit: Duell der Opel-Experten

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Wegweiser Richtung Opel-Zentrale: Der Betriebsrat kritisiert General Motors.

Nach dem chinesischen Angebot für Opel ist ein erneuter Streit entbrannt. CDU-Politiker machen sich für die Chinesen stark, die SPD weist dies als Störfeuer zurück. Auch Autoexperten sind uneins: Eine Studie stützt das China-Szenario, eine andere lehnt den "Auto-Zwerg" BAIC ab.

In der kommenden Woche will Magna einen Vertrag mit General Motors unterschreiben, um die Übernahme von Opel endgültig zu besiegeln. Doch nach dem neuen Angebot des chinesischen Autobauers Beijing Automotive Industry Corporation (BAIC) sind Diskussionen um die Behandlung der Bieter entbrannt.

So warnt der CDU-Wirtschaftsflügel vor schnellen Entscheidungen bei der Opel-Übernahme. „Die Bundesregierung wäre gut beraten, bei den Verhandlungen mit Magna das Tempo rauszunehmen“, sagte der CDU-Mittelstandspolitiker Michael Fuchs der „Bild“-Zeitung. „Sie sollte sich das Angebot von BAIC genau anschauen - ebenso die Angebote von Fiat und Ripplewood.“

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Auch der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, mahnte eine Abkehr von der einseitigen Ausrichtung der Gespräche auf Magna und eine intensive Prüfung des BAIC-Angebots an. „Wir können gern darüber spekulieren, ob die Zukunft der chinesischen Autoindustrie größer ist als die von Magna“, sagte Lauk.

SPD-Politiker unterstützen Magna

Dagegen machte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) deutlich, er gehe davon aus, dass Magna zum Zuge kommen werde. „Meine Einschätzung ist, dass wir gemeinsam eine gute Chance haben, zu einem Abschluss mit Magna zu kommen“, sagte der SPD-Politiker der Online-Ausgabe des „Tagesspiegels“.

In den nächsten Tagen berate der Bürgschaftsausschuss von Bund und Ländern. Er hoffe, dass da Eckpunkte für Staatsgarantien und drei Milliarden Euro Kredit festgelegt würden: „Alles andere, was derzeit zu hören ist, ist Störfeuer.“ Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) wies die Offerte des chinesischen Autobauers BAIC für Opel als „völlig indiskutabel“ zurück.

Studie prophezeit Opel düstere Zukunft

Neben dem politischen Streit gibt es auch unter Automobilexperten unterschiedliche Einschätzungen über die Perspektiven von Opel. Das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen hat in einer Studie die Zukunftsfähigkeit von Opel analysiert. Die dazugehörige Pressemeldung beginnt bereits mit der Frage „Überlebt GM, stirbt Opel?“ Die Antworten von Autoexperte Willi Diez sind für alle Opelaner ein Schlag in die Magengrube: Zu klein, zu teuer in der Produktion, zu wenig Low-Cost-Standorte lauten die Kritikpunkte.

Insbesondere der Zukunftsmarkt Russland, den sich die Rüsselsheimer in der Kooperation mit Magna und Gaz erschließen wollen biete viel zu geringe Wachstumschancen. Man sollte sich eher auf den chinesischen China konzentrieren. „Opel wird ohne eine Allianz mit einem anderen Automobilhersteller langfristig nicht überlebensfähig sein“, lautet das Fazit. Ohne direkt darauf einzugehen, stützt die Studie damit die Offerte des chinesischen Autobauers Beijing Automotive Industry Corporation (BAIC).

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