
Volkswagen und Porsche sollen in einem integrierten Autokonzern zusammengeführt werden. Darauf einigten sich die Familiengesellschafter der Porsche-Holding, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Die insgesamt zehn Marken - also auch der Sportwagenbauer Porsche sollen eigenständig bleiben. Damit peilen Volkswagen und Porsche letztlich eine Fusion an.
Bisher hatte Porsche versucht, VW zu übernehmen, hatte sich jedoch bei der Finanzierung verhoben. Porsche hält inzwischen gut 50 Prozent an Volkswagen. Eine Entscheidungsgrundlage für die neue Struktur solle innerhalb von vier Wochen vorliegen, hieß es weiter. VW und Porsche sollen in gemeinsamen Arbeitsgruppe eine Lösung finden. Der Großaktionär Niedersachsen und die Arbeitnehmervertreter beider Unternehmen sollen dabei „maßgeblich“ einbezogen werden.
Porsche soll von drückenden Schulden befreit werden
Der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff erklärte: „Wir sind zu Gesprächen bereit, die zügig mit allen Beteiligten von Porsche, Volkswagen, den Arbeitnehmervertretern und dem Land Niedersachsen geführt werden sollten.“ Niedersachsen hält eine Sperrminorität bei VW und muss allen wichtigen Entscheidungen zustimmen.
Nach tagelangen Querelen hatten sich die Familien Porsche und Piëch getroffen, um gemeinsam ein neues Konzept für die Zukunft des Porsche/VW- Konzerns zu schmieden. Am Mittwoch berieten die Porsche-Eigner bei einem Treffen im österreichischen Salzburg hinter verschlossenen Türen, wie sie den Sportwagenbauer von seiner drückenden Schuldenlast befreien können.
Zur Debatte standen eine Fusion der Sportwagenschmiede mit Europas größtem Autobauer oder ein Verkauf der Porsche AG an Volkswagen. In Stuttgart hatte es bereits vor Beginn des Treffens geheißen, der Zusammenschluss der beiden Autobauer sei die wahrscheinlichere Lösung.
Niedersachsen spricht entscheidendes Wort mit
Porsche kämpft nach der Aufstockung seiner Anteile an VW auf knapp 51 Prozent mit einer Verschuldung von neun Milliarden Euro. Das hat auch den ursprünglichen Plan durcheinandergebracht, wonach Porsche seinen Anteil an VW noch in diesem Jahr auf 75 Prozent ausbauen und das Ruder in Wolfsburg übernehmen wollte.
Das Land Niedersachsen, das mit seiner Sperrminorität an VW nach der Satzung und dem VW-Gesetz ein wichtiges Wort bei der Lösung mitreden kann, erklärte unmittelbar vor Beginn des Treffens, die Landesregierung in Hannover erwarte, dass dort festgelegt werde, „wer an uns herantritt und wer mit uns verhandelt.“ Es gehe dem Land vor allem um die Arbeitsplätze und eine positive wirtschaftliche Entwicklung des Autobauers, sagte ein Regierungssprecher.
Der VW-Betriebsrat pocht ebenfalls auf Mitsprache. Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte: „Wer immer etwas von Volkswagen will, der kommt an den Belegschaften nicht vorbei.“ Und er fügte hinzu: „Mit uns wird es generell keine Entscheidungen geben, die schlecht sind für unseren Konzern, die deutsche Mitbestimmung, das VW-Gesetz und damit für die mehr als 360 000 Beschäftigten. Alle Entscheidungen über Volkswagen fallen letztendlich in Wolfsburg.“










