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Uhu, Thymian und Traviata: Der Datenskandal wird für Bahn-Chef Mehdorn zum Showdown

von Reinhold Böhmer

Eine vernichtende Kritik eines Regierungsvertreters an der gesamten Unternehmensführung, keine Entschuldigung bei Betriebsrat und Belegschaft- am Wochenende könnte sich entscheiden, ob Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hinschmeißt, analysiert WirtschaftsWoche-Redakteur Reinhold Böhmer.

** ARCHIV ** Bahnchef Hartmut Quelle: AP
** ARCHIV ** Bahnchef Hartmut Mehdorn gibt am 18. Aug. 2008 in Frankfurt am Main eine Pressekonferenz. Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspuetz hat den Ruecktritt von Bahnchef Hartmut Mehdorn gefordert. Quelle: AP

So Spitz auf Knopf stand es für den Lenker des Staatskonzerns noch nie. Die datentechnische Oberservierung eines großen Teils der Mitarbeiter wird für Mehdorn endgültig zum Showdown.

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Erstmals hat ein Vertreter der Bundesregierung, nämlich Staatssekretär Achim Großmann, der für Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) im Bahn-Aufsichtsrat sitzt, Mehdorns Unternehmenspolitik fundamental erschüttert.

Jetzt gehe es, schrieb Großmann an die Mitglieder des Bahn-Aufsichtsrates, "vor allem" um "Fragen der Verantwortungs- und Unternehmenskultur, der Führung des Unternehmens, der Verantwortung und Transparenz wie Entscheidungen und der Notwendigkeit eindeutiger Richtlinien in der Führung des Unternehmens". wiwo.de veröffentlicht den Brief im Original. Großmann will nicht locker lassen, für ihn ist "weiterhin dringende Sachaufklärung von Nöten".

Das Ausbleiben einer Entschuldigung wiegt schwer

Obwohl der Druck auf ihn in den vergangenen Tagen wuchs, blieb Mehdorn bisher bei seinem Standpunkt, letztlich rechtlich richtig gehandelt zu haben.

Er hat sich nicht wie von den Gewerkschaften gefordert, bei den Mitarbeitern dafür entschuldigt, dass er sie datentechnisch observieren ließ, ohne sie und den Betriebsrat darüber zu informieren. Auch diesen Brief dokumentiert die WirtschaftsWoche im Original.

Das Ausbleiben einer Entschuldigung wiegt so schwer, weil die Bahn bei den systematischen Überprüfungen von Mitarbeitern allem Anschein nach bewusst gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen hat, indem sie den Betriebsrat nicht informierte, da dieser angeblich zu geschwätzig sei.

Das zeigt das Protokoll des Berliner Datenschutzbeauftragten von einem Gespräch mit Bahn-Verantwortlichen Ende Oktober 2008 über diverse Oberservierungen. Die trugen so klangvolle Namen wie Rubens, Babylon, Theodor Heuss, Thymian, Uhu oder Traviata.

Bei den Aktionen ging es um den Verdacht der Korruption, der Veruntreuung  oder der üblen Nachrede.

Im Fall der üblen Nachrede gegenüber Bahn-Chef Mehdorn seien, wie es in dem Protokoll heißt, von der Bahn "wahllos" E-Mails von Mitarbeitern an die externe Sicherheitsfirma Network Deutschland weitergeleitet worden, darunter auch "Informationen wie die Kontonummer der Ehefrau, Schreiben an den Betriebsrat, Besprechung beim Betriebsrat".

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8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.02.2009, 15:59 Uhrinformator

    Das Ganze auf die Revision der bahn zu schieben ist von Mehdorn fies.. Er versucht nur zu vertuschen!
    Die Mitarbeiter der bahn Revision haben inzwischen anonym einen brief an bundestagsabgeordnete geschrieben, in dem sie klarstellen, das bestechung nur ein vordergründiger Vorwand ist, um Mehdorns Spitzel-streifzüge zu legitimieren..!

  • 05.02.2009, 12:29 Uhrangelo66

    Was haben Mehdorn und benediktXVi2a gemein???
    beider Name ist "Hase",sie wußten -angeblich- von nichts

  • 05.02.2009, 09:55 UhrOberbayer

    Wichtig für den steuerzahlenden bürger wäre doch einmal, was
    für Erkenntnisse sich aus den Aktionen ergeben haben.
    Anzahl definitvier Korruptionsfälle, Schmiergelder, Provisionen etc.
    Oder ist die Öffentlichkeit bereits derart abgestumpft, dass solches
    überhaupt nicht mehr interressiert?

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