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Umfrage bei Führungskräften: Manager lehnen Abwrackprämie und Hilfen für Opel ab

von Cornelia Schmergal (Berlin)

Abwrackprämie? Kapitalspritzen für schwächelnde Industrieunternehmen wie Opel? Wenn es nach den Führungskräften der deutschen Wirtschaft geht, sollte die Bundesregierung am besten ihre Finger von diesen Maßnahmen lassen. Bei Managern jedenfalls kommen staatliche Eingriffe in die Marktkräfte nicht gut an. Das ist das Ergebnis des aktuellen Manager-Monitors.

Nach einer bislang unveröffentlichten Umfrage des Deutscher Führungskräfteverband (ULA), die der WirtschaftsWoche vorliegt, lehnen 84 Prozent der befragten Manager staatliche Kapitalhilfen für von Insolvenz bedrohte Großunternehmen wie Opel oder Schaeffler ab. Lediglich 16 Prozent halten solche Hilfen für „eher richtig oder vollkommen richtig“.  

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Auch die Abwrackprämie findet nur wenig Zuspruch. Insgesamt 58 Prozent des Führungspersonals halten dieses Instrument für „vollkommen falsch“ oder „eher falsch“. Positiv sehen die Prämie nur 41 Prozent der Befragten.

„Der Staat suggeriert den Bürgern, er könne mit Geld alles richten. Die kritische Haltung der Führungskräfte zeigt, dass diese sehr genau unterscheiden können zwischen dem, was nachhaltig und dem, was nur ein Strohfeuer ist“, sagt ULA-Präsident Joachim Betz. „Vor allem aber wissen sie, dass bald der Zahltag für all die teuren Versprechen kommt".

An der Studie, die zwischen dem 27. März und dem 3. April durchgeführt wurde, haben insgesamt 423 Führungskräfte teilgenommen. 

Widerspruch zu Analysten

Andere staatliche Maßnahmen dagegen kommen in der Wirtschaft durchaus an. So halten insgesamt 93 Prozent der Führungskräfte die bereits beschlossenen Investitionen in Bildung in Verkehr für „vollkommen oder eher richtig“. Bürgschaften und Kapitalhilfen an notleidende Banken werden von 71 Prozent  der Befragten für richtig gehalten. Auch die Verstaatlichung von Banken wie der Hypo Real Estate findet mit insgesamt 68 Prozent Unterstützung.

Damit allerdings liegen die Führungskräfte im Widerspruch zu Analysten. Die Mehrheit von insgesamt 274 vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) befragten Finanzmarktexperten lehnt eine Verstaatlichung von Finanzinstituten ab. 64 Prozent erteilen einem solchen Schritt eine eindeutige Absage. Nur 20 Prozent glauben, dass eine Verstaatlichung die Finanzmärkte stabilisieren könne, wie das ZEW mitteilte.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 10.04.2009, 00:32 UhrAnonymer Benutzer: Klaus

    Zitat aus dem Artikel "bei Managern jedenfalls kommen staatliche Eingriffe in die Marktkräfte nicht gut an."
    Solch eine Meinung ist doch nur für schönes Wetter geeignet. im derzeitigen Sturm gibt es doch in vielen bereichen der Wirtschaft derzeit keine Märkte (z.b. Unternehmensübernahmen). Wo es keinen solventen Markt gibt, kann man auch nicht auf dessen Kräfte vertrauen.

    Weiterhin sollte jeder, der fordert, Opel solle fallengelassen werden, sich erst einmal überlegen, wie die Auswirkungen auf die deutsche und europäische Zulieferuindustrie aussehen. Da brauchen durch unbezahlte Opelrechnungen nur ein paar Kernakteure zu kippen und schon baut nicht nur Opel keine Autos mehr, auch bei Daimler, bMW und Co., werden dann die bänder stehen müssen.

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