Umsatzrückgang: Weihnachtsgeschäft kann Einzelhandel nicht retten

Umsatzrückgang: Weihnachtsgeschäft kann Einzelhandel nicht retten

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Verkäufer im Einzelhandel

Für den Einzelhandel war das vergangene Jahr das schlechteste seit 2002. Selbst das Weihnachtsgeschäft fiel unerwartet schwach aus.

Besonders betroffen waren Kauf- und Warenhäuser sowie Lebensmittelfachgeschäfte mit einem Minus von knapp 5 Prozent.

Die Mehrwertsteuererhöhung und die gestiegene Inflation haben 2007 die Kauflust der Verbraucher in Deutschland gebremst und dem deutschen Einzelhandel das schlechteste Jahr seit 2002 beschert. Der Einzelhandel machte nominal zwischen 0,7 und 1,0 Prozent weniger Umsatz als ein Jahr zuvor, meldete das Statistische Bundesamt am Mittwoch in einer ersten Schätzung. Preisbereinigt liege das Minus zwischen 1,5 und 1,8 Prozent. „Der Einzelhandel hat 2007 nichts vom Aufschwung abbekommen“, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Die „Schleifspuren“ der Mehrwertsteuererhöhung seien wesentlich länger als erwartet. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hatte deshalb seine Prognose im vergangenen Jahr bereits mehrfach gesenkt und zuletzt nur noch Umsätze auf Vorjahresniveau erwartet.

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Von Januar bis November lagen die Erlöse nach Angaben der Statistiker nominal um 0,8 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Real gab es einen Rückgang von 1,7 Prozent. Auch der November, in dem das Weihnachtsgeschäft beginnt, brachte keine Konsumbelebung. In dem Monat setzte der Einzelhandel 1,0 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat, inflationsbereinigt lag das Minus bei 3,2 Prozent. Auch ein guter Umsatz im Dezember könne das Jahr 2007 nicht mehr retten, sagte Pellengahr. Damit werde das Weihnachtsgeschäft 2007, auf das ein Fünftel des gesamten Jahresumsatzes entfällt, nicht an das gute Vorjahr anknüpfen können. „Die Zahlen sind eine klare Enttäuschung, insbesondere da wir im Oktober bereits einen Rückgang hatten“, sagte Commerzbank-Analyst Matthias Rubisch. „Das heißt, dass der private Konsum im vierten Quartal rückläufig sein wird.“ Hauptgrund seien Preissprünge bei Lebensmitteln und Energie.„Das kostet Kaufkraft“, sagte Rubisch.

Der Einzelhandelsverband gab sich wenig überrascht. „Die Zahlen decken sich leider genau mit unserer Einschätzung. Es gab einen viel zu ruhigen und verschlafenen Start in das Weihnachtsgeschäft“, sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. „Es wird daher unter dem Vorjahresniveau liegen.“ Die Branche hatte bis zuletzt zumindest auf 75 Milliarden Euro gehofft, die im November und Dezember 2006 erreicht wurden. Indizien für einen dramatischen Einbruch im Dezember gebe es aber nicht, sagte Pellengahr. Die Karstadt-Mutter Arcandor hat bereits ein Umsatzminus von mehr als acht Prozent von Oktober bis Dezember mitgeteilt. Damit lief dort das Weihnachtsgeschäft deutlich schlechter als 2007.

2006 hatte der Einzelhandel insgesamt 392 Milliarden Euro umgesetzt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entsprach dies einem Umsatzplus von knapp einem Prozent. Im langjährigen Vergleich habe der nominale Umsatz im vergangenen Jahr in etwa das Niveau von 2005 erreicht. Den letzten starken Rückgang verzeichnete die Branche 2002 mit minus 1,6 Prozent.

Für dieses Jahr ist der HDE dagegen deutlich optimistischer. Auch wegen der niedrigeren Ausgangsbasis rechnet der Verband mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent. Zudem dürften mehr Beschäftigung, höhere Einkommen und eine Entspannung bei den Energie- und Lebensmittelpreisen das Geschäft beleben. Allerdings bedeute ein Plus von zwei Prozent lediglich, dass die Verluste von 2007 ausgeglichen werden könnten, machte Pellengahr deutlich.

Besonders betroffen von den Einbußen waren im abgelaufenen Jahr Waren- und Kaufhäuser sowie Lebensmittel-Fachgeschäften. Von Januar bis November verzeichneten Warenhäuser nach Angaben der Statistiker ein Minus von 4,1 Prozent (real minus 5,0 Prozent). Im Facheinzelhandel mit Getränken, Fisch oder Fleisch gingen die Umsätze um 2,1 Prozent (real minus 4,4 Prozent) zurück. Supermärkte konnten sich dagegen besser behaupten und dem Abwärtstrend entziehen. Ein Grund dafür seien die längeren Öffnungszeiten, sagte HDE-Sprecher Pellengahr. Positiv schnitt der Einzelhandel mit Kleidung mit Schuhen sowie der Handel mit Kosmetik und Arzneimitteln ab, wo es auch preisbereinigt Umsatzzuwächse gab. Der Versandhandel holte auf, lag aber immer noch gut zwei Prozent unter dem Vorjahr.

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