Umweltschutz: Handel für umfassendes Verbot von Pflanzenschutzmitteln

Umweltschutz: Handel für umfassendes Verbot von Pflanzenschutzmitteln

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Der Hauptverband des Einzelhandels hat sich auf die Seite der Verbraucher geschlagen und plädiert für einen geringeren Einsatz von Pestiziden

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hat sich im Streit um die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln auf die Seite der Verbraucherschützer geschlagen. Zur Zeit wird auf EU-Ebene heftig um die Neufassung des Zulassungsrechts für Pflanzenschutzmittel gestritten.

Wie aus EU-Kreisen verlautet, werden sich Parlament und Kommission möglicherweise schon im Januar auf eine Regelung einigen. Verbraucherschützer plädieren dabei für ein Verbot zahlreicher Wirkstoffe. Pestizidhersteller wie Bayer oder BASF befürchten bei weitreichenden Verboten Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe. Nun hat sich der deutsche Handel in die Diskussion eingeschaltet.

In einem Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner fordert HDE-Präsident und Rewe-Vorstand Josef Sanktjohanser, dass „die Belastungen für die Verbraucher reduziert werden.“ Wie das erreicht werden kann, beschreibt der HDE in einem internen Positionspapier, das der WirtschaftsWoche vorliegt: Für Menschen schädliche Stoffe sollen nicht mehr zugelassen werden, unabhängig davon, wie viel von diesen Stoffen sich letztlich in Nahrungsmitteln wiederfindet. Auch sollen Stoffe, die sich nur schwer oder gar nicht in Lebensmitteln nachweisen lassen, verboten werden. Der HDE plädiert für eine Absenkung des Pestizideinsatzes in Deutschland um 15 Prozent in den kommenden zehn Jahren. Dies können aber „nur ein erster Schritt“ sein, mittelfristig sei eine Reduktion um 40 Prozent denkbar.

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Solche Forderungen sind für die deutschen Pestizid-Hersteller BASF und Bayer ein Horrorszenario. BASF setzt jährlich über drei Milliarden Euro mit Pflanzenschutzmitteln um. Wie viel Umsatz die HDE-Forderungen den Konzern kosten würden, will der Konzern nicht sagen. Es sei aber zu befürchten, dass durch eine strikte Regelung bis zu zwei Drittel der Pestizidwirkstoffe von Markt verschwinden würden. Außerdem sei mit Ertragseinbußen in der Landwirtschaft von bis zu 50 Prozent zu rechnen. Die europäischen Verbraucher müssten laut BASF bis zu 90 Milliarden Euro mehr für Lebensmittel bezahlen. Die EU-Kommission hält solche Szenarien für übertrieben: Maximal 30 von rund 400 Wirkstoffen könnten durch die neue Regelung von Markt verschwinden, heißt es in Brüssel. „Signifikant steigende Lebensmittelpreise wird es durch strenge Auflagen nicht geben“, folgert der HDE.

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