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Umweltskandal: Endstation sibirischer Abstellplatz für französischen Atommüll

von Andreas Wildhagen

Die Pariser Zeitung "Liberation" entdeckte im sibirischen Sewersk ein riesiges Lager mit Atommülll aus französischen Kernkraftwerken. Das nährt den Zweifel am sicheren Verbleib des nuklearen Abfalls - und ist Wasser auf den Mühlen der Atomkraftgegner.

Firmenlogo von Areva: Zynische Quelle: dpa
Firmenlogo von Areva: Zynische Entschuldigungen vom Atomtechnik-Weltmarktführer bei der wenig fachgerechten Lagerung von französischem Atommüll in Sibirien Quelle: dpa

Am Dienstag Abend um 21 Uhr brachte der deutsch-französische TV-Sender Arte einen aufsehenerregenden Bericht zum Thema Atommüll aus französischen Kernkraftwerken. Er lagert nicht in La Hague, wo der Atomkonzern Areva eine Wiederaufbereitungsanlage unterhält, sondern 8000 Kilometer weiter östlich in der sibirischen Stadt Sewersk. Die liegt so gar nicht idyllisch am Ufer des Tom, 13 Kilometer von Tomsk entfernt.

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Was die Reporter von Liberation da unter freiem Himmel auf einer Art Parkplatz entdeckten, verschlug ihnen die Sprache: Etwa 13 Prozent der Abfälle aus französischen Atomkraftwerken lag dort, zwar verschlossen und verblombt, aber ungeschützt vor Wind und Wetter, ganz dem sibirischen Himmel ausgesetzt - und im Winter knackiger Kälte, die es bis zu 60 Grad Minus bringen kann. Bei solchen Minustemperaturen bersten andernorts schon mal Heizkessel. Die Atommüllbehälter hielten bisher dicht. Soweit das Beruhigende.

Beunruhigende Zwischenfälle

Beunruhigend dagegen, dass es in dieser Stadt, die auf keiner offiziellen russischen Karte zu finden ist, einen recht gefährlichen Zwischenfall gegeben haben soll. Am 6. April 1993 soll dort ein hochradioaktiver Tank explodiert sein, so berichtet es jedenfalls das Online-Lexikon Wikipedia. Die Stadt ist geheim, man kann sie nur mit Passierschein betreten. Sie wurde 1949 eigens in der sibirischen Öde für den Bau eines Chemischen Kombinats gegründet. Das Kombinat arbeitet bis heute und stellt Plutonium für Atomkraftwerke und Atombomben her.

Man kann also berechtigte Zweifel haben am sicheren Verbleib des Atomabfalls aus Frankreich. Die FAZ schreibt dazu heute ergänzend, dass jährlich 108 Tonnen abgereichertes Uran aus französischen Atomkraftwerken über den Hafen Le Hague nach St. Petersburg verschifft wurden. Von dort aus ging es per Zug weiter nach Sewersk. Mittlerweile lagern 13 Prozent der Abfälle aus Frankreich unter dem Himmel von Sewersk.

22 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.10.2009, 10:48 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Kritik Teil ii

    Wie in dem langem Kommentar unten ausgedrueckt handelt es sich bei dem abgereicherten Uran (UF6) nicht um Muell.

    Das Material wird frueher, oder spaeter wiederum genutzt, s.u.

    Der Artikel wurde schlicht von dem Artikel eines Sensationsjournalisten abgeschrieben, wobei noch zusaetzliche Fehler hinzugekommen sind.

    Das abgereicherte Uran hat nichts mit einer Wiederaufbereitungsanlage zu tun. in Frankreich wird in Tricastin eine alte Diffusionsanreicherungsanlage Eurodiff und eine neue Anlage betrieben.
    Die Lagerung findet bei der Tenex (weltgroesste Urananreicherer) in Russland statt.
    Es ist auch nicht geheim, duerfte auch nicht uebermaessig riskant gewesen sein dies herauszufinden.

    Vandale

  • 21.10.2009, 10:03 UhrAnonymer Benutzer: Vandale

    Unserioeser Artikel eines Journalisten mit sehr begrenztem Kenntnisstand!!!

    Natururan enthaelt 0,7% des isotops U235. Die derzeitigen Leichtwasserreaktoren benoetigen ein auf etwa 4 -5% angereichertes Uran. Hierzu wird die die 6-10 fache Menge an Natururan in UF6 (Uranhexaflourid) konvertiert und in Anreicherungsanlagen an- bzw. abgereichert. Das heisst aus 8 to Natururan wird 1 to Kernbrennstoff und 7 to abgereichertes Uran. Das wirtschaftliche Optimum ergibt sich je nach den Preisen fuer Natururan und Anreicherungskosten bei 0,2 - 0,35% Abreicherung.

    Das heisst in Russland wird nahe der Tenex Anlagen grosse Mengen abgereicherten Urans mit 0,2 - 0,35% U235 gelagert!!! Abgereichertes UF6 strahlt kaum ist jedoch giftig.

    Es ist damit zu rechnen, dass wenn die derzeit im bau befindlichen modernen Urananreicherungsanlagen in betrieb genommen werden und die Grenzkostenanbieter wie die USEC Gasdiffusionsanlage in Paducah 1952 nicht mehr benoetigt werden, die Anreicherungs-preise sinken werden. Das UF6 wird dann wiederum zur Gewinnung weiteren Kernbrennstoffs genutzt.

    Das abgereicherte Uran kann in der Zukunft als Kernbrennstoff in Schnellen bruetern zum Einsatz kommen.

    Das Uranhexaflourid laesst sich auch in metallisches Uran rekonvertieren und dann als panzerbrechende Munition, als Ausgleichsgewichte fuer Flugzeuge und Sportboote, oder an Privatpersonen abgegeben als briefbeschwerer nutzen.

    Der Grund das abgereicherte Uran nicht in Gronau Deutschland zu lagern liegen darin das es fast unmoeglich ist in Deutschland eine atomrechtliche Genehmigung zur Lagerung von UF6 zu erhalten.

    Es ist sehr erstaunlich welche Quellen in diesem Artikel verwendet werden, z.b. Wikipedia. Solche Artikel sollte man eigentlich eher in einem sehr einfach geschriebenen blog erwarten, nicht jedoch in einer Wirtschaftszeitschrift.

    Vandale

    Artikel zum Thema: www.oekoreligion.npage.de Artikel Uran&thorium.

    Vandale

  • 17.10.2009, 00:55 UhrAnonymer Benutzer: kurwasuka

    Wir sollten unseren gesammten Atommüll dorthinbringen.
    besser einen Verseuchten Ort als viele über ganz europa verteilt.

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