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Unna: Mindestens fünf Tote durch Wohnhausbrand

Quelle: Handelsblatt Online

Familientragödie in der Weihnachtsnacht: Bei einem Wohnhausbrand in Unna bei Dortmund sind am frühen Freitagmorgen mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Ein 50-jähriger Mann und eine Frau wurden außerdem verletzt in Krankenhäuser gebracht, wie die Polizei mitteilte. Die Suche nach weiteren Opfern hielt am Morgen an. Die beiden Verletzten schweben noch in Lebensgefahr.

In diesem Haus in Unna starben am frühen Freitagmorgen mindestens fünf Menschen. Quelle: ap Quelle: handelsblatt.com
In diesem Haus in Unna starben am frühen Freitagmorgen mindestens fünf Menschen. Quelle: ap Quelle: handelsblatt.com

HB UNNA. Bei einem Hausbrand in Unna bei Dortmund sind am Freitagmorgen mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere wurden durch Rauchgase lebensgefährlich verletzt. Vermutlich gehörten sie alle zu derselben Familie, die am Abend vorher zur Weihnachtsfeier zusammen gekommen war. Die fünf Toten konnten noch nicht identifiziert werden. Vermutlich sind aber keine minderjährigen Kinder darunter. Möglicherweise war auch ein Familienmitglied dabei, das aus Köln zu Besuch war. Die Brandursache ist noch unbekannt.

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Ein 56-jähriger Bewohner, der die Feuerwehr über Handy gerufen hatte, schwebte am Freitagmittag noch in Lebensgefahr ebenso wie eine noch nicht identifizierte Frau. Sie hatte schwerste Brandverletzungen unter anderem im Gesicht erlitten. Die Suche nach zwei weiteren möglichen Opfern in dem völlig zerstörten Haus dauerte am Mittag an. Laut Polizei könnten sich bis zu neun Menschen in dem Haus aufgehalten haben, in dem normalerweise sechs Menschen leben. Auch ein Hund wurde noch vermisst.

Bei dem Brand sind nach Angaben von Landrat Michael Makiolla wahrscheinlich keine Kinder ums Leben gekommen. In dem Haus lebten drei Generationen einer Familie der Jahrgänge 1928 bis 1990, sagte Makiolla der Deutschen Presse-Agentur dpa. Sechs Menschen seien dort gemeldet. Möglicherweise habe die Familie zu Heiligabend Besuch gehabt. Der 56-Jährige war früh zu Bett gegangen und wusste nicht, ob noch Besucher zum Weihnachtsfest kamen oder andere schon gegangen waren.

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ingo Wolf (FDP) verschaffte sich vor Ort ein Bild über das Unglück. "Mein Mitgefühl gilt den Opfern, Angehörigen und Freunden der Familie", sagte Wolf anschließend. Er dankte den Einsatzkräften für ihre "gute, schnelle und professionelle Arbeit". Auch NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) war nach Angaben eines Sprechers "tief betroffen". Er sprach den Angehörigen sein Beilied aus. "In diesen schweren Stunden sind sie nicht allein", sagte er laut Staatskanzlei.

Das Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung hat einen Anbau. Nach ersten Erkenntnissen brach das Feuer möglicherweise dort aus und griff dann auf das Haupthaus über. Der Alarm bei der Feuerwehr ging gegen 4.40 Uhr ein. Sieben Minuten später waren die ersten Löschfahrzeuge am Brandort. Zwei leblose Bewohner wurden noch geborgen. Wiederbelebungsversuche blieben jedoch erfolglos. Die drei anderen Leichen wurden erst Stunden später in den Trümmern gefunden.

Zwei Autos, die vor dem Haus abgestellt waren, wurden zerstört. Ein weiterer Wagen, der neben dem Haus stand, wurde stark beschädigt. Vier Löschzüge mit rund 95 Feuerwehrleuten waren im Einsatz. Hinzu kamen mehr als 20 Rettungskräfte. Die Ursache für das Feuer ist noch unbekannt. Brandsachverständige begannen mit ihren Untersuchungen.

Tödlicher Unfall in Frankfurt

Zu einem tödlichen Unfall kam es auch im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim. Dabei starben eine 33-jährige Frau und ihre beiden Söhne an Heiligabend offenbar an einer Kohlenmonoxidvergiftung in ihrer Wohnung. Wie die Polizei mitteilte, könnte der Gasbrenner defekt gewesen sein. Der 43-jährige Vater wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo Ärzte sein Leben retten konnten. Die beiden Jungen waren 10 und 13 Jahre alt.

Die Leichen sollen am Montag obduziert werden. Daher seien verbindliche Aussagen zur Todesursache nicht möglich, erklärte ein Polizeisprecher. Er toxikologische Untersuchungen an den Toten lassen demnach aber auf eine Kohlenmonoxidvergiftung schließen. Unklar ist auch, ob die Gastherme ein technischen oder Konstruktionsfehler hatte oder ob das Gerät falsch bedient wurde.

Die vierköpfige Familie wurde im Wohnzimmer gefunden, nachdem Freude die Polizei verständigt hatten. Diese machten sich Sorgen, weil die sonst zuverlässige Familie nicht zu Verabredungen erschien und auch telefonisch nicht erreichbar war. Die Polizei öffnete deswegen die Wohnung. Die Familie stammt aus Eritrea.

Tödliche Brände in Freiburg und Wandlitz

Zwei Senioren starben bei Bränden in Freiburg und dem Berliner Vorort Wandlitz. Das Feuer in Freiburg brach im zweiten Obergeschoss eines Mietshauses aus. Dabei wurden der 79-Jährige und seine 87 Jahre alte Frau verletzt. Der Mann starb später im Krankenhaus. Für mehrere Mieter mussten andere Unterkünfte gesucht werden. In Wandlitz kam ein 67-jähriger alleinstehender Rentner in seinem Bungalow an Heiligabend um. Er wurde am späten Abend gegen 22.00 Uhr in den ausgebrannten Räumen gefunden.

Zwei Verletzte gab es zudem bei einem Brand am Freitagmorgen auf einem Campingplatz in Haltern am Rande des Ruhrgebietes. Bei dem Feuer in einem Campingwagen erlitt ein 51-jähriger Mann aus Duisburg so schwere Verletzungen, dass er in eine Spezialklinik gebracht werden musste. Ein Nachbar zog sich bei den Rettungsarbeiten eine Rauchvergiftung zu.

Hotel in London evakuiert

Unterdessen wurden im Londoner Luxushotel Athenaeum im Stadtteil Mayfair etwa 150 Menschen wegen eines Feuers am Freitagmorgen in Sicherheit gebracht. Eine Person wurde vor Ort wegen einer Rauchvergiftung behandelt, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Die Brandursache war zunächst unklar.

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