Unternehmenssoftware: Zukunftsprojekt von SAP vor dem Aus

Unternehmenssoftware: Zukunftsprojekt von SAP vor dem Aus

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Das Umsatz des Softwarekonzerns SAP war im dritten Quartal unerwartet schwach

Es mehren sich die Stimmen, die ein vorzeitiges Ende der neuen Mittelstandssoftware von SAP erwarten. Der Software-Konzern dementiert die Berichte, doch die zahlreichen Probleme scheinen sich kaum zu lösen.

Wieder gibt es Ärger bei Deutschlands Vorzeigesoftwarehaus SAP. Das Walldorffer Unternehmen scheint seine Probleme bei seinem Vorzeigeprojekt „Business By Design“ (BBD) nicht in den Griff zu bekommen. "Das Produkt bereitet immer noch Schwierigkeiten und hat kaum Aussicht, jemals ein tragfähiges Geschäftsmodell zu werden", sagten Personen aus dem Umfeld des Unternehmens dem „Handelsblatt“. Es werde bereits über einen Nachfolger nachgedacht. An der Börse zählte die SAP-Aktie mit einem Minus von 2,3 Prozent zu den größten Dax-Verlierern.

Auch die Vermarktung sei nach dem Bericht weitgehend gestoppt worden. "Wir akquirieren zwar mit dem Vehikel BBD neue Kunden, verkaufen dann aber etwas anderes von SAP", erklärte der Manager eines SAP-Partners. Leo Apotheker, Vorstandschef des Unternehmens, soll gar ein Verkaufsverbot ausgesprochen haben.

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Schon länger Spekulationen über ein Ende der Software

Das Unternehmen beeilte sich, den Bericht zu dementieren. Die Software „ist und bleibt ein strategischer Bestandteil unseres Mittelstands-Portfolios“, sagte Hans-Peter Klaey, der das Mittelstandsgeschäft von SAP leitet. „Jegliche Gerüchte zu einem Stopp von Verkauf oder Weiterentwicklung sind schlichtweg falsch.“ Eine SAP-Sprecherin sagte, auch Co-Vorstandschef Leo Apotheker dringe nicht auf den Stopp des Projekts.

Spekulationen um das Ende der Mittelstandssoftware gibt es schon länger. „SAP bekommt Business By Design auch in 12 bis 18 Monaten nicht hin“, sagt einer, der dem Aufsichtsrat nahesteht im vergangenen Oktober der WirtschaftsWoche. Ein anderer SAP-Kenner, der ebenfalls anonym bleiben will, sah das ebenso: „SAP wartet nur noch auf eine geeignete Gelegenheit, um das Projekt zu beerdigen.“

Dabei werkelt SAP seit 2003 an der Software herum und hat nach Schätzungen von Insidern bisher gut eine Milliarde Euro in das Projekt gesteckt. Von 2010 an, so die ursprüngliche Planung, sollte die Software eine Milliarde Dollar Umsatz erwirtschaften und SAP 10.000 Neukunden bescheren – pro Jahr. Als Marktstart war das erste Quartal 2008 anvisiert.

Im Frühjahr vorigen Jahres kam dann jedoch das Eingeständnis der Walldorfer, man werde die Ziele erst 12 bis 18 Monate später erreichen.

SAP hat Schwierigkeiten im Mittelstand

Mit der internet-basierten Software, will der Platzhirsch bei Großunternehmen künftig kleinere Firmen im Mittelstand mit 50 bis 100 Mitarbeitern als Kunden gewinnen. Denn dort schafft es SAP trotz verschiedener Anläufe nicht, kleineren Anbietern entscheidend Marktanteile abzunehmen.

Mit „Business By Design“ wagt sich das Unternehmen auf neues Terrain vor. Die Software muss nicht mehr auf Rechnern der Kunden installiert werden, sondern wird aus dem Internet abgerufen. Für die Nutzung der standardisierten Software müssen die Mittelständler daher keine langlaufenden Lizenzverträge mehr abschließen, sondern nur monatliche Nutzungsgebühren bezahlen. Die kleinen Unternehmen zögern jedoch, sensible Unternehmensdaten in Computerzentren außerhalb ihrer Kontrolle zu speichern.

Derzeit zählt das Unternehmen gerade einmal eine zweistellige Zahl von Kunden aus dem Mittelstand, die für die Software zahlen und an ihrer Weiterentwicklung mitarbeiten. Der Vertrieb ist bislang auf sechs Länder begrenzt: Deutschland, Großbritannien, Frankreich, USA, China und Indien. Um mittelständische Firmenkunden tobt ein harter Wettbewerb, da auch Oracle, Microsoft sowie viele kleinere Softwarehäuser auf dem Markt aktiv sind.

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