UPS: "Dann sitze ich längst am Strand mit einem Drink"

UPS: "Dann sitze ich längst am Strand mit einem Drink"

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Ein Lieferant fährt einen UPS-Lieferwagen

von Andreas Henry

Der UPS-Vorstand Daniel Brutto über die Bedeutung eines weltweiten Logistiknetzwerks und das Geschäft in China.

Mister Brutto, vor rund zwei Jahren zog Ihr deutscher Konkurrent DHL nach Milliardenverlusten im US-Paketmarkt die Reißleine. Haben Sie dadurch im USA-Deutschland-Geschäft zulegen können?

Brutto: Ja, eindeutig. Deutsche Konzerne, die eine starke Präsenz in den USA haben...

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Siemens zum Beispiel?

Brutto: Ja, wir haben eine Menge zusätzliches Geschäft von Siemens gewonnen. Porsche ist ein weiteres Beispiel. Und dann schließen wir mit solchen Unternehmen globale Verträge ab. Wir fragen unsere Partner, ihr nutzt unseren Service in den USA,warum also nicht auch in Asien?

Also wirkt sich der DHL-Rückzug in den USA auch auf das China-Geschäft aus?

Brutto: Absolut. Denn zwischen China und den USA findet eine Menge Handel statt. Und den US-Markt bedient DHL eben nicht mehr zeitnah.

Als Begründung für den aggressiven Einstieg in den US-Markt hatte der damalige Post-Vorstand Klaus Zumwinkel angegeben, man könne kein international bedeutender Player sein, ohne starke Präsenz in den USA. Gilt das nun nicht mehr, weil sich die Gewichte in Richtung Asien verschieben?

Brutto: Ich glaube, dass die Einschätzung von Herrn Zumwinkel nach wie vor richtig ist. Doch lassen Sie mich die UPS-Strategie für die Erschließung neuer Märkte erklären, dann wird das Problem deutlich. Wenn wir nach China oder nach Deutschland gegangen sind, dann tun wir das sehr vorsichtig, wir warten ab, wir haben einen sehr langen Zeithorizont. Wir nehmen zur Kenntnis, dass, wenn wir nicht der Marktführer sind, wir auch nicht sehr schnell Marktanteile gewinnen können. Es dauert, man muss das nehmen, was der Markt einem gibt.

Entwickelte Märkte brauchen also eine andere Strategie? 

Brutto: DHL hat total unterschätzt, was es bedeutet, in einen reifen Markt einzusteigen, in dem es zudem bereits einige starke gute Spieler gibt. Aktuell ist Brasilien ein solcher Markt. Wir könnten dort reingehen und Hunderte von Millionen Dollar verlieren. Aber wir bewegen uns sehr vorsichtig. Es könnte dort 20 Jahre dauern. Ich sitze dann längst am Strand mit einem Drink in der Hand. In Deutschland sind wir bereits 1976 gestartet und haben uns die ersten 15 Jahre sehr langsam vorwärts bewegt. Ich glaube, mittlerweile sind wir der größte Exporteur aus Deutschland, auch wenn DHL das wahrscheinlich bestreiten wird.

DHL lag in den USA einmal bei knapp zehn Prozent Marktanteil...

Brutto: ...und heute sind sie praktisch bei null. Wir haben viele Kunden zurückgewinnen können. Das waren teils Kunden, die wir früher schon einmal hatten, die zu DHL abgewandert waren.

Nutzen Sie Ihre Kapazität besser aus?

Brutto: Wir sind mit unserer Kapazität flexibel und passen sie ständig der Nachfrage an. Wir operieren sehr vorsichtig und fahren immer mit einer hohen Auslastung. Die steigende Nachfrage wegen des Wegfalls eines Wettbewerbers – das ließ sich gut absehen. Wir konnten unsere Kapazität also ausweiten. 

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