Ursula Piëch: Piëchs geschickter Schachzug

KommentarUrsula Piëch: Piëchs geschickter Schachzug

Bild vergrößern

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG Ferdinand Piech und seine Frau Ursula

von Franz W. Rother

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech, 73, macht sein Testament – und legt die Verwaltung seines milliardenschweren Vermögens in die Hände seiner Frau Ursula. Sie soll dafür sorgen, dass seine Beteiligungen unter anderem am Volkswagen-Konzern und am Sportwagenhersteller Porsche in seinem Sinne fortgeführt werden, wenn ihn eines Tages der Tod ereilt. Eine gute Entscheidung, findet Franz W. Rother.

Als Unternehmerin ist Ursula Piëch bislang noch nicht hervorgetreten. Doch man würde einen schweren Fehler machen, wenn man die gelernte Kindergärtnerin, die Ferdinand Piëch einst als Gouvernante für seine Kinder ins Haus holte, unterschätzen würde – „Uschi“ zieht im Hause schon seit einigen Jahren die Fäden und hat, kolportieren Vertraute des derzeit vermutlich mächtigsten Automanagers der Welt, in der Vergangenheit schon manche verzwickte Angelegenheit auf charmante Weise zu einer guten Lösung gebracht. Sie war nicht nur schmückendes Beiwerk, wenn sie an der Seite ihres Mannes, mit Designern und Ingenieuren über Automessen schlenderte und dabei mit den anderen Mächtigen dieser Branche plauderte.

Fachsimpeleien über Porsche

Heute wissen wir: Ferdinand Piëch bereitete seine Frau auf diese Weise auf künftige Aufgaben vor. Sie holte dabei ganz gezielt die Meinung von Experten ein – und hielt dabei mit ihrer eigenen Meinung nicht hinter dem Berg. Unvergessen ist mir ein Abendessen, bei dem Ferdinand Piech an einem Tischende in höchsten Tönen über den Porsche Boxster schwärmte – und Ursula vom anderen Tischende aus zum Vergnügen der anwesenden Journalisten kund tat, dass der Elfer von Porsche wesentlich alltagstauglicher sei: „Da kriegt man wenigstens auch einen Kindersitz unter.“

Anzeige

Nein, Ursula Piëch ist nicht auf den Mund gefallen. Im Unterschied zu ihrem manchmal sehr eigenbrötlerischen Gatten ist sie recht extrovertiert, auch gewitzt, jederzeit ansprechbar. Und sie verfügt neben gesundem Menschenverstand auch über ein großes diplomatisches Geschick – von dem auch unser Verlag schon profitierte.

Ferdinand und Ursula Piëch ergänzen sich menschlich sehr gut. Die strategische Denke ihres Mannes dürfte ihr inzwischen ebenso vertraut sein wie die Modellplanung des Konzerns, denn Ferdinand Piech lässt sich von seiner Frau nicht nur Zeitungsartikel, sondern auch schon einmal Briefe und Akten vorlesen.

Einen besseren Lehrmeister als Ferdinand Piëch hätte sie kaum finden können. Und für die kniffligen Detailfragen gibt es ja immer auch noch Martin Winterkorn, den Chef der Volkswagen Group. Nicht zu vergessen die zahllosen anderen exzellenten Manager, die der Konzern in seinen Reihen hat. Als Regentin wird sie die Interessen der Familie sicher gut vertreten. Und irgendwann könnte dann der gemeinsame, derzeit 16-jährige Sohn Gregor in die Fußstapfen seines Vaters treten. Es besteht kein Grund zur Eile. Das Erbe ist geregelt – und noch steht der „Alte“ selbst auf der Brücke. Und das Steuer könnte der derzeit 73-jährige noch lange in der Hand halten – seine Mutter starb erst im gesegneten Alter von 94 Jahren.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%