Urteil: Fresenius muss 83 Millionen Dollar zahlen

Urteil: Fresenius muss 83 Millionen Dollar zahlen

Ein US-Gericht hat den Dialyse-Spezialisten zu einer Strafe von 82,6 Millionen Dollar verurteilt. Fresenius hatte einer Krankenkasse zu hohe Rechnungen gestellt. Es ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen deswegen in die Tasche greifen muss.

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Kugelschreiber mit dem Logo des Medizinkonzerns Fresenius

Für Richter William J. Haynes vom Bundesgerichtshof in Nashville/Tennessee ist die Sache klar: Die Fresenius Medical Care AG hat der US-Krankenkasse Medicare für Dialyseprodukte viel zu hohe Rechnungen gestellt. Deshalb verurteilte er das Unternehmen aus Bad Homburg zu einer Strafe von 82,6 Millionen Dollar.

Dabei hat Fresenius selber gar nicht bei den Rechnungen gepfuscht: Die Fälle ereigneten sich zwischen 1999 und 2005, begangen haben sie die Unternehmen Renal Care Group und Renal Care Group Supply Co. Beide gehören mittlerweile zur Fresenius AG. Über Jahre soll beispielsweise Renal Care Group für Dialysegräte viel zu viel Geld gefordert haben. Gleiches gilt für den Dialysezentrumbetreiber RCG. Zwei Ärzte zeigten die Unternehmen an und setzten damit das Verfahren in Gang.

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Fresenius will in die zweite Instanz

Fresenius kaufte die Renal Care Group  jedoch erst 2006, also nach dem fraglichen Zeitraum. Für 3,5 Milliarden Dollar ging das Unternehmen an die Bad Homburger. Jetzt muss der Mutterkonzern für den Betrug der Tochter aufkommen. Gegenüber einer amerikanischen Tageszeitung äußerte sich eine Freseniussprecherin dahingehend, dass das Unternehmen die Zusage vom Department of Health and Human Services bekommen habe, „dass die Praxis der Vorgängerfirma korrekt war.“ Deshalb werde Fresenius Widerspruch einlegen.

Chancen sind ungewiss

Wie hoch die Chancen in zweiter Instanz sind, ist fraglich: Der selbe Richter verurteilte Fresenius schon im Frühjahr letzten Jahres zu 19,4 Millionen Dollar Strafe. Fresenius zog vor ein Berufungsgericht – und verlor.  

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