US-Autobauer: Chryslers letzter Kraftakt

US-Autobauer: Chryslers letzter Kraftakt

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Chrysler-Logo auf einem Auto: Der drittgrößte US-Autobauer schlittert immer weiter Richtung Insolvenz

Chrysler läuft die Zeit davon: Bis Ende April muss der schwer angeschlagene Autobauer eine Allianz mit Fiat zustandebringen, um nicht unterzugehen. Nun mehren sich die Anzeichen für eine Insolvenz - trotz aller gegenteiligen Beteuerungen.

Chrysler-Chef Bob Nardelli steht das Wasser bis zum Hals: Bis Ende April hat ihm die US-Regierung Zeit gegeben, eine Allianz mit dem italienischen Autobauer Fiat einzugehen und die Chrysler-Gläubiger sowie die US-Gewerkschaften zu harten Einschnitten zu bewegen. Nur mit diesen Sanierungsschritten will die US-Regierung jene sechs Milliarden Dollar an Staatshilfen gewähren, die der schwer angeschlagene Autobauer dringend zum weiteren Überleben braucht.

Doch derzeit stehen die Ampeln für Chryslers Überleben auf Gelb: Gestern hat die Autokommission der US-Regierung eine Reihe von Treffen begonnen, bei denen sie mit Nardelli, Fiat-Chef Sergio Marchionne und Vertreter der US-Autogewerkschaft über die Zukunft von Chrysler entscheidet.

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Wie die US-Zeitung Wall Street Journal berichtet, senken einige Beamte den Daumen über den drittgrößten US-Autobauer. Chrysler besitze eine zu schwache Produktpalette und sei zu wenig international aufgestellt. Deshalb sei der Autobauer Regierungsvertretern zufolge keinen Rettungsversuch mehr wert, berichtet die Zeitung. Das Zeitfenster für eine Einigung ist eng: Fiat-Chef Marchionne bleibt nur bis Donnerstag in den USA - dann fliegt er zurück nach Italien, um die Fiat-Quartalszahlen zu präsentieren. Und eine grundsätzliche Einigung über die Allianz ohne Anwesenheit des gefeierten Fiat-Sanierers Marchionne ist eher unwahrscheinlich.

Misslingt die Sanierung, will US-Präsident Barack Obama Chrysler in die Insolvenz zwingen. Dann könnte Chrysler nach amerikanischem Insolvenzrecht entweder eine Sanierung nach Chapter 11 versuchen oder im schlimmsten Fall zur Liquidation nach Chapter 7 schreiten.

Gläubiger und US-Finanzinvestor nicht zu Gesprächen geladen

Doch die Fiat-Vertreter geben sich dem Bericht zufolge etwas optimistischer: Laut ihnen seien die Verhandlungen mit Chrysler am Laufen - und sie glauben, dass sie sich außerhalb eines Insolvenzverfahrens einigen können. An den Gesprächen nahmen laut der US-Zeitung zwei wichtige Interessensgruppen nicht teil: Gläubigervertreter und Mitarbeiter des US-Finanzinvestors Cerberus, der dem deutschen Autobauer Daimler vergangenes Jahr seine Chrysler-Anteile abgekauft hat.

Der Daimler-Ausstieg kam im Rückblick gerade noch zur rechten Zeit. Denn wegen Chryslers lebensbedrohlicher Schieflage musste Cerberus harte Zugeständnisse machen: Der Finanzinvestor gab sein Eigenkapital an Chrysler auf und wandelte zwei Milliarden Dollar Schulden in Eigenkapitalanteile um. Noch schlechter dürfte es den Chrysler-Schuldnern ergehen: Das US-Finanzministerium hat sie bereits gebeten, auf 85 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten, um den US-Autobauer zu retten. Die Schuldner wollen im Laufe der Woche ein Gegenangebot zu diesem Abschlag vorlegen.

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