US-Autoindustrie: Obama schickt Autobauer zur Generalüberholung

US-Autoindustrie: Obama schickt Autobauer zur Generalüberholung

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Arbeiter in einer General Motors-Fabrik: US-Präsident Obama will bei GM und Chrysler harte Sanierungsmaßnahmen durchsetzen

Vor kurzem hat die US-Regierung General Motors und Chrysler ein Ultimatum für deutlich härtere Sanierungspläne gesetzt. Hinter den Kulissen baut Barack Obamas Auto-Team an der Generalüberholung der US-Autowirtschaft. Ein Zwischenstand.

Vom früheren Glanz der chromeblitzenden Straßenkreuzer ist den US-Autobauern nichts geblieben. Seit Monaten befindet sich General Motors (GM)  auf Schlingerfahrt: In den  vergangenen vier Jahren hat  der einst der größte Autobauer der Welt  insgesamt  Verluste in Höhe von 82 Milliarden Dollar angehäuft , der  Aktienkurs ist um 95 Prozent gefallen. Nur eine staatliche Kapital-Infusion  in Höhe von 13,4 Milliarden Dollar hat GM bislang vor dem Aus bewahrt.

Auch  der Autobauer Chrysler befindet sich seit Monaten in der Notaufnahme-Station der US-Wirtschaft: Damit der einstige Daimler-Partner überleben kann, hat die US-Regierung bislang vier Milliarden Dollar nach Detroit gepumpt. Einzig Ford kommt bislang trotz Milliardenverlusten ohne Hilfen der US-Regierung aus.

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Verpasste Chancen bei GM und Chrysler

Doch nun denkt die US-Regierung offenbar daran, die lebensrettenden Kapitalspritzen einzustellen. Bis Ende März hatten die beiden US-Autobauer Zeit, dem eigens ins Leben gerufenen Auto-Team der US-Regierung realistische Sanierungskonzepte vorzulegen. Diese Chance haben beide Autobauer verpasst - denn die präsentierten Pläne gingen US-Präsident Barack Obama nicht weit genug. GM-Chef Rick Wagoner  kostete es den Job, sein bisheriger Vize Fritz Henderson übernahm das Ruder des maroden Autoriesen. 

Obamas Auto-Team hat den beiden Notfallpatienten Fristen gesetzt: Chrysler bekam 30 Tage, GM 60 Tage Zeit, um neue Lösungen vorzulegen. Nur dann erhalten sie dringend benötigte weitere Gelder. Doch längst steht auch die Pleite der beiden stolzen Autobauer im Raum.

Autoexperten verlangen tiefgreifende Einschnitte bei GM

GMs bislang vorgelegter Sanierungsplan wurde von Obamas Autoexperten kräftig auseinandergenommen. Der Anteilsverlust am US-Automarkt sei zu rosig prognostiziert worden, mäkelten die Fachleute. Zudem stimme die geschilderte Preispolitik nicht mehr in einem kollabierenden Markt. Schlecht arbeitende Händler seien ebensowenig berücksichtigt worden wie die Konsequenzen, die das Wegfallen von GMs europäischen Töchtern nach sich zögen.  Zudem habe GM zu wenig klargemacht, wie der Autobauer die Zahlungen in  die Pensionskassen und Krankenversicherungsfonds künftig schultern will.

Obamas Autoexperten verlangen, dass GM mit den Gewerkschaften weitere Einschnitte bei Löhnen und Gesundheitskosten aushandelt. Zudem muss  der Autobauer seine Anleihen-Schuldner zu stärkeren Zugeständnissen überreden. Immerhin traut Obamas Auto -Team GM zu,  bald wieder auf eigenen Beinen zu stehen: Denn in letzter Zeit hat GM auch einige Autos vorgestellt, die bei Kunden gut ankamen, urteilte das Autoteam. GMs Fabriken gelten als vergleichsweise modern und flexibel. Zudem hat GM auch die notwendige Größe und Technologie, um in der globalen, wettbewerbsorientierten Autoindustrie mitzumischen.

Der Knackpunkt ist allerdings, ob GM dies alles aus eigener Kraft schaffen kann. Sicher ist bislang, dass sich GM von seiner schwedischen Tochter Saab trennt. Für Saab gibt es mehr als 20 Interessenten, erklärte GM heute. Der Verkauf soll bis Ende Juni abgeschlossen sein. Bei GMs deutscher Tochter Opel könnte das Scheichtum Abu Dhabi einsteigen.

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