US-Banken: US-Provinzbanken müssen reihenweise dichtmachen

US-Banken: US-Provinzbanken müssen reihenweise dichtmachen

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Kleine Banken wie die Mansfield Community Bank in Mansfield, Texas protestieren gegen die FDIC-Pläne einer verstärkten Bankenprüfung. Der Fonds der Bankaufsichtsbehörde leidet unter der steigenden Zahl der Bankpleiten

Das Bankensterben in den USA spielt sich nicht in an der Wall Street, sondern in der Provinz ab. Experten rechnen mit einem Anschwellen der Pleitewelle unter kleineren Instituten. Doch es gibt einen Funken Hoffnung.

Cape Fear "Kap der Angst", so lautet der Name eines unter Seeleuten gefürchteten Kaps an der Ostküste der Vereinigten Staaten, im Bundesstaat North Carolina. Cape Fear, das dürfte eigentlich auch kein besonders Vertrauen erweckender Name für eine Bank sein, sollte man meinen. Und dennoch gab es die Cape Fear Bank - bis vor kurzem jedenfalls.

Am 10. April schloss das Geldhaus mit der Zentrale in Wilmington seine Pforten. Die First Federal Savings and Loan Association aus Charleston im Nachbarstaat South Carolina übernahm die rund 492 Millionen Dollar Vermögensgegenstände und die rund 403 Millionen Dollar Einlagen von Sparern und anderen Kunden der Cape Fear Bank. Einmal mehr waren hauptsächlich faule Hypotheken der Grund für den Zusammenbruch der Bank, die erst 1998 gegründet worden war.

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Immerhin müssen die Kunden nicht um ihre Einlagen fürchten, die von der amerikanischen Einlagensicherung, der Federal Deposit Insurance Corporation (FDIC) garantiert sind. Den Sicherungsfonds wird die Pleite der Cape Fear Bank rund 131 Millionen Dollar kosten. Am selben Tag machte in Greenley Colorado aus ähnlichen Gründen die New Frontier Bank dicht. Geschätzte Kosten für die FDIC in diesem Fall rund 670 Millionen Dollar.

Bankenpleiten 22 und 23 bereits zum Jahresauftakt

Die Finanzkrise in den USA tobt sich vor allem fernab der Wall Street unter kleineren und mittelgroßen Banken der Provinz aus, die nicht zu groß sind, um sie scheitern zu lassen. Cape Fear und New Frontier waren bereits die Bankpleiten Nummer 22 und 23 in diesem Jahr. Im gesamten vergangenen Jahr mussten wegen bilanzieller Schieflagen nach einer Aufstellung der FDIC in verschiedenen Bundesstaaten der USA 25 Banken dichtmachen, in 2007 waren es erst drei, 2006 und 2005, während des Höhepunkts des Immobilienbooms gab es überhaupt keine Bankpleiten in den USA.

Wie viele in diesem Jahr scheitern werden? Experten erwarten eine möglicherweise dreistellige Zahl, so viele wie seit Beginn der neunziger Jahre nicht mehr, als die Finanzbranche immer noch die Auswirkungen der damaligen Krise der lokalen Sparkassen verdaute. „Zurzeit rechnen wir damit, dass uns Bankpleiten in den nächsten fünf Jahren rund 65 Millarden Dollar kosten werden, sagt FDIC-Chefin Sheila Blair. Im vergangenen Jahr waren es 18 Milliarden Dollar.

Beitragserhöhungen für Banken-Sicherungsfonds unvermeidlich

Der Sicherungsfonds ist bereits durch staatliche Kreditlinien gestützt, getragen werden die Ausfälle aber in einer Art Umlageverfahren, bei dem alle Mitgliedsbanken Beiträge für den Versicherungsschutz zahlen. Ohne zusätzliche Einnahmen würde dem Sicherungsfonds in diesem Jahr allerdings mit Sicherheit das Geld ausgehen. Deshalb sind Beitragserhöhungen unvermeidlich. 

FDIC-Chefin Blair sieht allerdings trotz der zunächst noch ansteigenden Zahl von Bankpleiten bereits "Funken der Hoffnung". Auf einem Treffen des amerikanischen Bankenverbandes Anfang April sagte sie: "Ich bin vorsichtig optimistisch, dass die Branche dabei ist, wieder die Füße auf die Erde zu bekommen. Viele Banken verdienen Geld. Unsere Anstrengungen  zahlen sich aus. Aber, um ehrlich zu sein, es wird noch mehr Schmerzen geben."

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