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US-Börse: Street Talk: Kuschel-Weekend

von KATJA GUTOWSKI/ NEW YORK

New-Economy-Boom am Ende, Attentat auf das World Trade Center, Krieg im Irak: Die vergangenen drei Jahre waren für Manhattans Tophoteliers schwierig.

Kaum Geschäftsreisende, weniger Touristen – ein großer Teil der Kundschaft mied die Metropole. Nur eine Klientel hielt der Branche die Treue: Paare beim Seitensprung. Jeder vierte privat angereiste Gast, der bei ihr eincheckt, so schätzt die Empfangschefin eines New Yorker Luxushotels, steckt mit jemand anderem als dem Ehepartner unter einer Decke. Der Chef eines Wall-Street-Brokers unterhält dem Vernehmen nach gleich in mehreren Luxushotels Suiten – für jeden Wochentag eine andere. Die Gastbranche ist dankbar für solche Big Spender, freut sich seit einigen Wochen aber vor allem darüber, dass die Gästezahlen insgesamt wieder steigen. Die Stadt ist voll mit Christmas-Shoppern. Auch deshalb befinden sich Hotelaktien an der New Yorker Börse auf Erholungskurs. Mike Stengel, General Manager des Touristentowers Marriott Marquis am Times Square, erklärt, sein Unternehmen sei wieder auf dem Bettenbelegungsniveau wie vor dem 11. September 2001. Die Marriott-Aktie ist schon kräftig gestiegen. Selbst mit dem Wert der besonders krisengeschüttelten Starwood-Gruppe (St. Regis, Sheraton) ging es in den vergangenen Monaten aufwärts. Anders als mit der Karriere von Starwood-CEO Barry Sternlicht, der seinen Rücktritt ankündigte. Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Probleme von Starwood noch nicht bewältigt sind. Für die kanadische Four Seasons Gruppe, in New York mit einem Marmorpalast an der 57. Straße und dem Problemfall „The Pierre“ am Central Park vertreten, sind die Aussichten besser. Den Höhenflug der Aktie auf zwischenzeitlich fast 60 Dollar finden Analysten allerdings übertrieben. „Viel zu teuer“, sagt Todd Scott von Morgan Stanley. Der US-Reiseverband TIA prognostiziert deutliche Zuwächse von Privat- und Geschäftsreisen für 2004. Touristen aus aller Welt sollen in den USA nächstes Jahr 570 Milliarden Dollar ausgeben. Ein Zeichen des Optimismus setzte die Kette Mandarin Oriental Anfang Dezember mit der Eröffnung eines 5-Sterne-Domizils im Time-Warner-Center am Columbus Circle. Besonders viel Raum bietet die Präsidentensuite – mit 12 595 Dollar das teuerste Hotelzimmer in ganz New York. Im Dezember ist das neue Haus nahezu ausgebucht. „Viele Gäste“, so das Hotelmanagement, kommen für ein „Winterkuschelwochenende“.

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