US-Finanzinvestor Cerberus kauft Bawag: Das Schweigen des Höllenhundes - Seite 2

US-Finanzinvestor Cerberus kauft Bawag: Das Schweigen des Höllenhundes

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Neben diesen 100-prozentigen Bawag-Anhängseln findet sich mit einer 42-Prozent-Beteiligung am Privatsender ATV noch anderes Artfremdes im Portfolio, von dem weder Snow noch seine Frau begeistert sein dürften. Bevor der Bawag-Verkauf im April auch offiziell unter Dach und Fach ist, dürfte sich hier jedoch ebenfalls nichts bewegen. Das gilt schließlich auch für jene 34 Prozent, die die Bawag an der Österreichischen Lotterie-Gesellschaft hält. Eine Kernbeteiligung ist das nicht, allerdings eine „Ertragsperle“, wie ein Bawag-Sprecher sagt. Mit dem Verkauf eilt es deswegen nicht. Es gibt aber auch Besitz, der unter der neuen Eigentümerstruktur zu neuem Wert erblühen könnte. Die Direktbanken-Tochter Easybank ist so ein Fall. Sie hat unter dem Eindruck der Bawag-Krise im vergangenen Jahr ihre Spitzenstellung innerhalb der Branche an ING Diba abgegeben. Auch der Versicherer Generali, der bei der Bawag-Übernahme mit Cerberus an einem Strang zieht, besitzt mit der Generali Bank eine Direktbank in Österreich. Easybank und Generali Bank zu vereinen, gilt unter Analysten als sinnvoller Schachzug. Aber wie gesagt: Snow schweigt. Ob er selbst Bawag-Präsident werden will? In Präsidenten-Ämtern kennt sich der 67-Jährige schließlich aus. Vor seiner Berufung zum US-Finanzminister im Jahr 2002 hatte er bei der in Florida ansässigen Bahn- und Transportgesellschaft CSX als Präsident und Vorstandschef gewaltet. Darüber hinaus führte er das mächtige US-Unternehmernetzwerk „Business Roundtable“ an, dem damals 250 Chefs der größten Unternehmen der USA angehörten. Wird er also auch im alten Europa ein Präsidentenamt anstreben? Er werde, antwortet Snow, „jede Möglichkeit“ nutzen, um nach Wien zu kommen. Chronik des Bawag-PokersJuli 2006: Der österreichische Gewerkschaftsbund leitet den Verkauf seiner Bank Bawag offiziell ein. Beteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, sollen abgestoßen werden. Zuvor war durch eine Staatsgarantie die Pleite abgewendet worden – nach Milliardenverlusten durch Devisengeschäfte und durch die Beteiligung am insolventen US-Broker Refco. August 2006: Das Bieterverfahren um die Bawag beginnt. Unter den Interessenten sind die BayernLB, die Allianz sowie die Finanzinvestoren JC Flowers und Cerberus. September 2006: Das Bieterverfahren entwickelt sich zum Wettlauf um eine attraktive Braut. Nirgendwo sonst lässt sich mit einem Schlag ein so großes Geschäft mit Massenkundschaft kaufen, heißt es bei den Interessenten. Oktober 2006: Die Gebote steigern sich auf 2,4 Milliarden Euro. Dezember 2006: Cerberus übernimmt die Bawag für 3,2 Milliarden Euro. Mit im Boot: die österreichische Post, Wüstenrot und Generali. Für die 6 000 Bawag-Mitarbeiter gibt es keine Arbeitsplatzgarantie.

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