US-Geschäft verkauft: Telekom: Good bye America

US-Geschäft verkauft: Telekom: Good bye America

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T-mobile-Shop in London

von Jürgen Berke

Telekom-Chef René Obermann verkauft seine US-Tochter an AT&T und zieht einen Schlussstrich unter das Milliardendesaster Amerika.

Telekom-Chef René Obermann wagt den Befreiungsschlag in den USA und verkauft seine Mobilfunk-Tochter T-Mobile für 39 Milliarden US-Dollar an den US-Giganten AT&T. Nach Monaten des Zauderns entscheidet sich der Telekom-Chef nun doch für einen Verkauf. Ursprünglich hatte Obermann seinen Vertrauten Philipp Humm über den Atlantik geschickt, um das US-Geschäft auf solide Beine zu stellen. Eine neue Wachstumsoffensive sollte Vertragskunden zu T-Mobile zurückbringen und den Marktführern AT&T und Verizon Marktanteile abnehmen. Jetzt hat Obermann offensichtlich erkannt, dass dies nicht so einfach. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, heißt es in Konzernkreisen. Deshalb gab auch Obermann dem Drängen des Aufsichtsrats nach und unterstützte schließlich einen Verkauf des US-Geschäfts.

Die Telekom bekommt für ihr US-Geschäft mehr als Analysten zuletzt erwartet hatten. Die meisten Analysten hatten den Wert von T-Mobile USA auf 15 bis 20 Milliarden Euro taxiert – und damit weit unter den weit über 60 Milliarden Euro, die die Deutsche Telekom bis dato in ihr US-Engagement gesteckt hat. Der Kaufpreis setzt sich aus einer Barkomponente in Höhe von 25 Milliarden Dollar und einen Aktientransfer zusammen. Demnach wird die Deutsche Telekom einer der Großaktionäre von AT&T mit einem Anteil von neun Prozent. Die Telekom bekommt einen Sitz im Aufsichtsrat, nimmt aber keinen Einfluss auf das operative Geschäft. Das Engagement bei AT&T wird eher als Finanzbeteiligung angesehen, das durchaus lukrativ sein kann. Allein die Dividendenzahlungen von AT&T würden mehr als eine halbe Milliarde Euro einbringen, wenn AT&T weiter so profitabel arbeitet wie im vergangenen Geschäftsjahr.

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Gut für Aktionäre

Mit dem Verkauf nimmt Obermann den Aktionären, die auf der Hauptversammlung den US-Kurs heftig attackieren wollten, den Wind aus den Segeln. Jetzt werden ihn die T-Aktionäre für die späte Einsicht feiern. Schon bei Bekanntwerden der ersten Gerüchte war die Telekom Tagessieger im Dax, fiel dann aber wieder zurück, als ein Verkauf nur als letzte Option klein geredet wurde. Jetzt wird die T-Aktie wieder einen Kurssprung machen. Der unerwartet hohe Erlös hat auch zur Folge, dass die Telekom auf einen Schlag einen Großteil ihrer Schulden von derzeit über 30 Milliarden Euro abtragen kann. Außerdem besitzt Obermann dann wieder genug Liquidität, um in anderen, lukrativen Teilen der Welt, wie etwa den stark wachsenden Schwellenländern, auf Shoppingtour gehen zu können.

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