US-Juwelierkette: Chinesen verfallen dem Glanz von Tiffany's

US-Juwelierkette: Chinesen verfallen dem Glanz von Tiffany's

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Zuerst die Amis, jetzt die Chinesen: Schauspielerin Audrey Hepburn machte die Juwelierkette 1961 mit dem Film "Frühstück bei Tiffany's" weltberühmt - nun erliegen die Chinesen dem Charme der Luxusmarke

von Andreas Henry

Die große Rezession, deren Folgen die USA immer noch plagen, ist für die Juwelierkette Tiffany´s bereits Schnee von gestern. Das New Yorker Unternehmen ist so erfolgreich wie nie zuvor und erobert neue Märkte – vor allem die Chinesen scheinen dem Charme der Luxusmarke zu verfallen.

Der Fahrstuhlführer im Stammhaus von Tiffany´s auf der edelsten Strecke von New Yorks Fifth Avenue kann sich einen scherzhaften Kommentar nicht verkneifen, als er den Kunden die Tür zur Etage mit den besonders dicken und teuren Klunkern öffnet. Irgendwas wie „eines Ehemannes Alptraum“ murmelt er verschmitzt und erntet ein aufgeregt erwartungsfrohes Gekicher der mitgefahrenen weiblichen Passagiere mittleren Alters.

Zu keiner Zeit ist der Andrang im festlich aber nicht überbordend geschmückten Flagship-Store von Tiffany´s so groß wie in den Wochen vor Weihnachten. Die Dekoration soll auch nicht ablenken von den Diamantringen, Colliers, Goldreifen, von edlem Porzellan und neuerdings sogar einer Tiffany´s-Lederwaren-Kollektion, mit der das Unternehmen seine Produktpalette erweitert hat.

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Wunsch-Positionierung einer Luxusmarke

Beim berühmten, im Jahr 1837 gegründeten Schmuckhändler haben sie allen Grund locker und zufrieden zu sein. Heute morgen vermeldete das Unternehmen die Ergebnisse fürs dritte Quartal. Seit vor drei Jahren die Finanz- und Wirtschaftskrise den Aktienkurs wie den der meisten Luxusgüterhersteller kollabieren ließ, lieferte Tiffany´s nahezu konstant bessere Ergebnisse ab als erwartet. Diesmal war es ein Umsatzplus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, das bei einer gleichzeitig verbesserten Marge zu einem Anstieg des Nettogewinns um 27 Prozent führte. Der Aktienkurs liegt wieder auf dem Niveau wie vor der Krise, als Gerüchte, Tiffany´s werde zum Übernahmeziel für einen der großen Luxusgüterkonzerne aus Europa, ihn auf recht luftige Höhen getrieben hatten. Mit einer aktuellen Börsenbewertung von gut sieben Milliarden Dollar wäre Tiffany´s tatsächlich immer noch ein zu bewältigender Brocken.

Das Unternehmen erreichte mit einer geschickten Marketing-Strategie in den vergangenen Jahren eine Premium-Positionierung, wie sie sich Luxusgüterhersteller wünschen. Die eigene Tiffany´s-Farbe – ein pastellartiges mint-grün oder hellblau oder irgend etwas dazwischen – ist insbesondere für amerikanische Frauen zur Signalfarbe geworden. Ehemänner, Verlobte oder Liebhaber dürfen das edle Kleine sogar in der Tüte überreichen – wenn sie denn von Tiffany´s ist. Das garantiert gesteigerte Vorfreude beim Auspacken.

Zudem pflegt das Unternehmen eine aus Kundensicht sehr angenehme zurückhaltende Verkaufsphilosophie. Der Kontrast wird besonders deutlich, wenn man die Atmosphäre bei Tiffany´s mit den teils sehr aggressiven Methoden vergleicht, mit denen nur wenige Blocks vom Flagship-Store entfernt, in New Yorks so genanntem Diamond District, Kunden angegangen werden. „Dort fühlt man sich eher wie in einem orientalischen Bazar und hat immer das Gefühl, übers Ohr gehauen worden zu sein, wenn man den Preis nicht deutlich herunter handeln konnte,“ sagt eine deutsche Touristin aus München. Bei Tiffany´s sei dagegen alles viel transparenter, die meisten Preise könne man sich vor einem Besuch sogar im Internet ansehen. Und das Personal wäre nicht so „pushy“.

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