US-Klagen: Unkalkulierbares Risiko für die Deutsche Bank

KommentarUS-Klagen: Unkalkulierbares Risiko für die Deutsche Bank

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WirtschaftsWoche-Redakteur Cornelius Welp

von Cornelius Welp

Dass die Deutsche Bank in den USA erneut verklagt werden soll, ist keine Überraschung. Der Ausgang der Verfahren ist völlig offen. Das macht sie so gefährlich.

Vor einigen Wochen, bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank, gab sich ihr Chef Josef Ackermann kämpferisch. Die Deutsche Bank werde sich, wo sie sich von Klägern zu Unrecht verfolgt fühle, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzen, rief er den Aktionären zu. Die klatschten.

Nun gibt es wohl noch mehr Gelegenheit zum Kämpfen. Die US-Aufsichtsbehörde FHFA plant Klagen gegen insgesamt zwölf Großbanken. Dass die Deutsche Bank dabei ist, überrascht nicht. Seit sie in einem Bericht des US-Senats über die Ursachen der Finanzkrise als einziges nichtamerikanisches Institut mit einem eigenen Kapitel bedacht wurde, ist klar, dass sie bei den Ermittlern in den USA besonders im Fokus steht. Es laufen bereits eine Reihe von Verfahren. Bei der früheren Hypothekentochter Mortgage IT etwa geht es um rund eine Milliarde Dollar.  

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Bank muss Klagen ernst nehmen

Die Bank muss die Klagen sehr ernst nehmen. Wie hartnäckig Verfolger vorgehen, zeigt sich seit einigen Wochen bei der Bank of America. Wegen immer neuer Forderungen halten viele Anleger das Institut mittlerweile für existenzgefährdet, selbst eine Milliardenbeteiligung des Investors Warren Buffett hat sie nicht beruhigt. Auch die Investmentbank Goldman Sachs wird von immer neuen Klagen überzogen.

Ausgang des Verfahrens völlig offen

Die Deutsche Bank betont stets, dass ihr Engagement bei den nun umstrittenen Geschäften geringer war als das vieler Konkurrenten. Dennoch wird es für sie und ihren kampfeslustigen Chef das Beste sein, die meisten Verfahren möglichst frühzeitig mit Vergleichen zu beenden. Da in den USA eine Jury über Recht und Unrecht entscheidet und es kaum Präzedenzfälle gibt, wäre der Ausgang der Verfahren offen, die Unsicherheit dauerhaft. Auch die Einigungen können leicht Milliarden kosten.

Dass die Bank nun offenbar über mögliche Einsparungen in Milliardenhöhe nachdenkt, hat mit den Klagen nichts zu tun. Erhebliche zusätzliche Belastungen sind aber wahrscheinlich.     

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